Einer dieser Tage. Wie erlebe ich meinen Tag, meine Depression.

Einer, dieser vielen Tage

Der Wecker reißt mich aus dem Schlaf. Er beendet plötzlich meinen Traum. Es war, wie immer, kein guter Traum. Ich schlage die Augen auf und der Tag beginnt irgendwie. Meine Augenlider, meine Arme und Beine, sind schwer wie Blei. Mein Kopf ist noch im Nirgendwo. Ich funktioniere auf kleinster Flamme.

Ich sitze auf dem Sofa und schaue sinnlos ins Facebook. Ich sehe dies und lese das, aber nichts kommt bei mir an. Es sind nur Bilder, es sind nur Worte.

Mein Kopf hat kein Gehirn, sondern da ist nur ein riesiger Klumpen Kaugummi. Meine Gedanken drehen sich im Kreis, mal hier hin und mal dort hin. Es ist als würden sie durch meine Andern surren und niemals ankommen. Alles ist durcheinander. Gedanken sind da, doch ich kann sie nicht fassen, nicht ordnen, nicht verwerfen. Sie surren einfach durcheinander und lassen mich nicht in Ruh. Ich versuche zu spielen, ich versuche Fotos anzuschauen, ich versuche meine Homepage weiter zu füllen. Es macht einfach keinen Sinn. 

Es ist so, als wenn ich alles durch eine milchige Glasscheibe sehe, die mir den Weg versperrt. Ich bin im Glashaus und kann nicht raus. Ich schaffe es nicht. Ich habe weder den Antrieb noch die Kraft dafür. In mir sehnt sich alles nach Ruhe und Stille.

 

Ich sitze da und rauche zu viel, sehe die schönen Geranien nicht. Der Himmel ist grau, so grau wie ich mich fühle. Es ist unangenehm kalt, so unangenehm wie mir das Leben erscheint. Ich sitze einfach nur da und rauche. Warum? Weshalb? Wieso? Egal, in mir ist nur diese Leere.

 

Diese Leere, nicht in der Lage zu sein, einfach nur zu leben. Diese Leere nicht dem Alltag gewachsen zu sein. Diese Leere, nichts hinzubekommen. Diese Leere, die mich denken lässt, ich bin nicht gut genug. Diese Leere, die summt: du hast versagt. Diese Leere die rumort: du wirst es nie lernen. Diese Leere, die wie eine Betonplatte auf mir liegt. Mich teilnahmslos und müde macht. Sie schnürt mir die Brust zu, lässt mich am Leben zweifeln, lässt mich an mir zweifeln und nimmt mir jede Kraft irgendetwas zu tun.

 

Ich sitze einfach nur da und sehne mich nach Ruhe, nach Stille in mir.

Ich weiß, morgen ist ein neuer Tag. Morgen kann alles anders sein, oder auch nicht.

Aber es ist ein neuer Tag.