Brief an mein Sternenkind. Ich liebe dich. Du bist ganz tief in meinem Herzen.

Liebe Daniele, mein Sternenkind, mein Engel


Heute wurdest du geboren.

Schon bei deiner Geburt schrillten die Alarmglocken.

Die Ärzte retteten dein Leben.

Dein kleines Herz war viel zu schwach.

Doch du wolltest leben.

 

Du hast gekämpft.

 

Ich durfte dich nur durch das Fenster sehen.

Du warst so unheimlich klein und dünn.

Deine Haut war bläulich gefärbt.

Ich habe dir alle meine Kraft gesendet.

Später durften wir dich besuchen.

Viele Monate lang.

Es waren Stunden voller Freude.

Dein Lächeln blieb in meinem Herzen.

  

Achte Monate vergingen und dann …

Dann durftest du nach Hause.

Endlich konntest du Tag und Nacht bei mir sein.

Endlich konnte ich dich jeden Tag sehen.

Sehen wie du lachst, wie du weinst.

Hören wie du erste Worts sprichst.

Deine ersten Schritte sehen.

Mein Sonnenschein, du wolltest leben.

 

Du warst ein fröhliches Kind, wie jedes andere Kind.

Du warst so gern bei Opa Tischler in der Werkstatt.

Die Hobelspäne haben dir gefallen.

Beim Wäsche auf hängen, warst du mit den Klammern im Spiel.

In der Posttasche bezirptest du die alten Leute, die immer eine Gabe für dich hatten.

Du mochtest Gänseblümchen sehr.

Du sahst sie nur einen Sommer lang.

Mein Sonnenschein, du gabst mir die Freude im Leben.

Du gabst mir die Liebe im Leben.

Du warst alles was ich hatte. Mein Kind.

 

Ich möchte dich so gern noch einmal lachen sehen.

Ich möchte noch einmal so gern deinen Schmollmund sehen.

Ich möchte so gern noch einmal in deine blauen Augen sehen.

Ich möchte dich so gern in meine Arme nehmen, dir sagen wie sehr du mir fehlst.

Dir sagen: Ich liebe dich.

 

Mein Sonnenschein, du bist nicht mehr im Leben.

Du bist in meinem Herzen, ganz tief, ganz fest, ganz warm gehalten.

Mein Herz und meine Seele schreien vor Schmerz.

Wenn es eine Leiter in den Himmel gäbe, ich würde dich suchen.

Ich würde dich zurück holen. Doch diese Leiter gibt es nicht.

Mir bleibt die Sehnsucht nach dir, meine Liebe zu dir.

Die guten Erinnerungen werden immer blasser.

 

Nur der Tag, an dem du zu den Sternen gingst, ist deutlich in mir.

Ein schrecklicher Kinofilm, mit Bild und Ton, der in meinen Träumen läuft.

So oft höre ich deinen letzten Atemzug. So oft und es bleibt nur die Stille.

Es zerbrach in mir etwas. Mein Leben war nicht mehr das Gleiche.

Du warst nicht mehr da, ich wollte sterben.

Doch lebte ich weiter, irgendwie.

 

Und heute gehe ich in die heilige Messe.

Ich werde ganz nah bei dir sein.

In einer wunderschönen Kirche, die viele Engel hat.

Ich werde da sitzen und an dich denken.

Die Orgel wird spielen und die Menschen werden singen und beten.

Aber ich, ich werde ganz bei dir sein.

Ich werde bei den Engeln ein Lichtlein anzünden.

Es wird dir ganz liebe Geburtstagsgrüße senden.

Deine Mutti

 

 

20.11.216