Es ist mein Tag. Ein Tag in meinem Leben. Ich gebe ihm was ich geben kann. Heute nicht viel.

Es ist mein Tag. Ein Tag im Leben.

Es ist einer dieser Tage, wie sie so oft kommen.

Ich bin dankbar, dass es ihn gibt, denn ich lebe.

Leben, ist nicht tot sein.

Es liegt der Schleier der Melancholie liegt über mir.

Die trübsinnigen Gedanken rauben mir die Schönheit des Tages.

Sie liegen mir wie Blei in den Gliedern, machen jeden Schritt schwer.

Keine Lust, keine Fröhlichkeit, keine Leichtigkeit ist heute zu spüren.

Kein Antrieb, keine Lebenskraft, kein Schwung für Alltagsaufgaben.

Schon am Morgen, bin ich müde, so müde.

Ich schlafe bis der Wecker, mit seiner lieblichen Melodie, mich aus dem Traum reißt.

Seine Melodie schlägt in meinen Kopf und dröhnt.

Ich sitze da, mein heißer Kaffee riecht gut aus der Tasse.

Die Zigarette dampft vor sich hin. Wo bin ich?

Ich bin da und doch nicht da. Es ist mir egal.

 

Mittags gehe ich in die Kantine. Wiederwillig. Angestrengt.

Ich sitze, wie immer da, doch heute will ich ganz schnell raus.

Das Tischgespräch ist unangenehm und ich sehne mich nach seinem Ende.

Ich bin da und doch höre ich nicht zu. Ja, ja und gut ist alles was ich sage.

Ich sehne mich nach Ruhe und Alleinsein.

Heute ist die Welt zu wild und zu laut für mich.

Ich esse. Es ist mir einerlei was. Es schmeckt nach irgendwas.

 

Ja! Meinen Foto – Spaziergang mache ich auch!

Ich latsche die Straße entlang ohne Sinn, ohne Ziel.

Sehr bemüht, konzentriere ich mich darauf meine Umwelt wahrzunehmen.

Ich sehe und sehe nicht, die Welt hat heute keine Farbe für mich.

Hier eine Bank, dort eine Tür … Freude daran habe ich nicht.

Ich knipse hier und knipse da.

 

Doch habe ich heute Glück! Die kleine Dorfkirche ist offen.

Ja, da ist es wieder, dieses leise Gefühl der Schönheit.

Diese leise Freude über diese schlichte wunderschöne Kirche.

Darüber, dass die Krippe noch steht, beeindruckend schön.

Dieser Tag, schenkte mir ein Licht, im Dunkel.

 

Doch meine Gedanken gehen ihre eigenen Wege.

Sie laufen hier hin, dorthin, über Stock und Stein, sowie im Kreis.

Meine Nerven surren durch die Blutbahn.

Meine Stimmung verweigert sich dem Positiven.

Die Füße haben Beton unter den Sohlen.

Mein Rücken trägt ein Rucksack, vollgepackt mit Allerlei.

Meine Augenlider sind schwer wie Blei.

 

Ich gebe dem Tag was ich kann.

Es ist mein Tag. Ein Tag im Leben.

 

20.01.2017

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