Menschen gehen ihre Wege. Sie gehen allein oder gemeinsam. Lebenswege. Wir gehen unseren eigenen Weg, um unseren gemeinsamen Weg gehen zu können.

Lebenswege - Gemeinsame Wege

Gemeinsame Wege, die das Leben schreibt, die das Schicksal einschlägt,

die das Glück ausmalt und die von der Liebe getragen werden, die Liebe wachsen lassen.

Wir lernten uns vor 12 Jahren kennen und lieben.

In einer Zeit, in der wir Beide das wirkliche Leben suchten.

Wir waren vom Leben gezeichnet,

hin und her geworfen im reißenden Fluss des Lebens.

Existenzangst und wackelnder, zermürbender Arbeitsplatz,

Probleme mit unseren Kindern, auf der Suche nach dem Ich,

auf der Suche nach neuen Wegen,

 auf der Suche nach Wärme, Geborgenheit und Wertschätzung, nach Liebe.

 

Es prallten zwei Welten aufeinander und doch war da Verständnis.

Du warst gefangen in deinem eigenen Haus, in deiner Welt.

Ich war gefangen in meinen Erfahrungen, in meinen Kämpfen.

Und doch war da die Liebe und das Wissen um einen guten Menschen.

Wir standen oft an verschiedenen Ufern, des reißenden Flusses Leben.

 Doch verloren wir uns, nicht aus den Augen, nicht aus dem Herzen.

 

Wir hetzten 5 Jahre lang durch das Leben und bemerkten es nicht.

Wir wollten für uns selbst Sorgen und konnten es nicht.

Wir nahmen was uns das Leben gab.

Wir mussten loslassen und standen finanziell am Limit.

Wir nutzten die Möglichkeiten, die dein Baustellenleben uns ließ.

Wir sahen viele Städte und genossen diese schönen Stunden.

Doch das alles reichte nicht zum Leben, wirklichen Leben.

Es reichte nicht um Ruhe zu finden, die Liebe zu genießen, anzukommen.

 

Erinnerung!

Zum ersten Mal in deinem Leben, lagst du auf einer Parkbank, dein Kopf in meinem Schoß.

Erinnerst du dich, an dein erstes Geschenk von mir, deine Tränen?

An die Nacht im Auto, am Strand von Warnemünde, unsere Freiheit?

Erinnerst du dich, an den Kauf unserer Verlobungsringe, in Skive – Dänemark, unser Lachen?

An Silvester, in Hamburg, mit Musical und Hafenfeuerwerk, deine glänzenden Augen?

Erinnerst du dich, an unsere heimlichen Hochzeitsvorbereitungen, unsere Freude?

An unsere heimliche Hochzeit, die Hochzeitsreise nach Dänemark, unser Glücksgefühl?

Es gab so viele schöne Momente, die uns zusammen schweißten, uns verbanden.

 

Irgendwann aber, ging nichts mehr bei dir. Es war fünf vor zwölf.

Therapie und Reha brachten dir Erkenntnisse, inneren Frieden und die Kraft zum Leben.

Doch diesen Weg gingst du allein, für mehr reichte deine Kraft nicht.

Du hattest mich zurück gelassen. Allein mit meiner Angst, mit meiner Liebe zu dir.

Lebensfroh und voller Tatendrang wolltest du dann das wirkliche Leben beginnen.

Doch war ich noch an deiner Seite?

Ich liebte dich, doch ich war am Ende all meiner Kräfte.

Ich wusste nicht mehr, ob ich mir dir leben konnte, wohin ich gehen wollte.

Mein Leben war ein endloser Wirbel und ich drehte und drehte mich.

Und ich fiel.

Doch da warst du! Du hast mich aufgefangen! Mit deiner Liebe zu mir.

 

Meine Depression kam heftig und unvorbereitet.

Sie ist nun schon viele Jahre bei mir.

Jahre in denen wir gemeinsam gingen, Schritt für Schritt.

Im Vertrauen zu dem anderen und in uns selbst.

Wir sind im Miteinander gewachsen, zusammen gewachsen.

Wir leben intensiver und sorgsamer mit uns selbst.

Sorgen und Zweifel, Gefühle und Angst teilen wir nun, im Miteinander.

Wie geben und nehmen uns Zeit füreinander, aber auch für uns selbst.

Wir sind zufrieden, mit dem was wir haben, können und wollen.

Wir teilen das Glück und die Sorgen unserer Kinder und Enkelkinder.

Ich kann dir nicht alles geben, aber ich gebe dir meine tiefe innige Liebe.

So wie ich die deine, jeden Tag aufs neue, spüre.

 

Gemeinsame Wege,

 über Berge und tiefe Täler, über Stock und Stein, über Wiesen und Strand,

im Regen und bei Sonnenschein. Mit Liebe, Verständnis, Zuversicht und Vertrauen.

Ich bin angekommen.

Ich bin dankbar für das Leben mit dir, jeden Tag.