Ein Tod, ein Nachlass-Brief. Loslassen.

Familie? Loslassen

Ein Tod, ein Nachlass - Brief! Eiskalt und schwarz auf weiß zeigt er mir, dass ich nicht dazu gehörte. Nicht in meine Familie gehörte.

Es ist vorbei! Endgültig vorbei. Es ist niemand mehr da, für den ich mich verbiegen muss, dem ich gefallen möchte, für den ich perfekt sein möchte, von dem ich mir Liebe, Zuneigung, Verständnis und Vertrauen wünschte und es nie bekam.

Eine Tür hat sich geschlossen. Ich werde sie verschließen, mit Brettern vernageln und den Schlüssel ins Meer werfen, damit sie nie wieder aufgeht.

 

 „Was wäre, wenn du niemanden und nichts für deinen Zustand verantwortlich machen könntest? Was wäre, wenn du die Verantwortung und die Kontrolle für dein Leben in DEINE Hände nehmen würdest? Was würde dann aus dir werden? Was würdest du tun? Lass diesen Gedanken einmal zu. Beobachte und spüre, was er mit dir macht. Und finde für dich heraus, welch wertvolle Botschaft er für dich bereit hält.“ Anke Vogler - Coaching

 

Meine Antwort: Ich glaube, das genau das, hast du für mich geschrieben. Ich übernehme die Verantwortung und Kontrolle - ich werde jetzt genau hinschauen - zurück in die Kindheit. Ich werde es aufschreiben, ich werde es bearbeiten und ICH WERDE LOSLASSEN. Denn mein Leben ist nicht die Kindheit, mein Leben ist jetzt.

 

Wo beginne ich, wo fange ich an? Es sind so viele abertausende Gedanken in mir. Gedanken die weh tuen, dich mich wirr machen. Zweifel, die sich bestätigt haben. Schuldgefühle – ja ich habe Fehler gemacht. Erinnerungen – ja es ist geschehen, ich habe es zugelassen. Mein Leben zieht an mir vorbei – doch mein ICH war tief verborgen.

 

Die Depression hat alles hervor geschleudert, unsortiert, unvorbereitet. Sie hat mein Leben auf den Kopf gestellt. Ja, durch diese Krankheit bin ich sehr beeinträchtigt. Und doch wage ich zu sagen, sie hat auch eine positive Seite. Ja, nach 6 Jahren Krankheit, harter Arbeit an mir selbst und immer auf der Suche nach Informationen und Wissenswertem, bin ich heute sicher, die Depression gibt mir auch. Sie gibt mir die Chance viel Neues über mich und meine Gedanken zu lernen, mich selbst zu finden, mich selbst anzunehmen und zu lieben. Sie sagt mir, so kannst du nicht weiter leben. Sie zeigt mir, mein wirkliches ICH. Und das ist gut so.

Ich werde lernen, ich werde mich selbst kennen lernen, werde lernen meine Gedanken auf neue Wege zu leiten, ich werde als ICH leben. LEBEN SO WIE ICH BIN.

 

Ich weiß, es ist ein langer Weg. Aber das ist mir egal. ICH bin ein guter, liebevoller und wertvoller Mensch, der es verdient hat, glücklich zu sein. Glücklich für mich, glücklich für Michael und glücklich für unsere Familie.