Gedanken über Glück. Wie passt Glück zur Depression? Glück ist auch Leben mit Depressionen. Meine Sichtweise. Mein Glück in der Depression.

Glück gehört auch zum Leben mit der Depression

Glück, ist für mich eine Sammlung von vielen Erlebnissen, Erfahrungen, verbunden mit vielen Gefühlen, gefolgt von meinen Sichtweisen und Gedankenmustern. Ich glaube ich kenne das Glück, weil ich auch das Unglück kenne. Genau so, wie der Schatten immer dort ist, wo das Licht ist. Ja, in meinem Leben mit der Depression sehe ich mein Glück oft nicht, aber es ist da.

 

Von der Depression abgesehen bin ich, glaube ich, glücklich.  

Ich habe einen super tollen liebenswerten, liebevollen Mann. Er nimmt mich wie ich bin, gibt mir Halt und steht stets an meiner Seite. Wir haben Kinder und Enkelkindern, mit denen wir gern zusammen sind und unsere schönen Familienfreizeiten verbringen. Wir haben eine schöne Wohnung, mit privatem Parkplatz, in ruhiger Wohnlage und in unmittelbarer Nähe sind Einkaufsmöglichkeiten sowie ein Ärztehaus. Wir haben uns unsere Wohnung schön hyggelig gemacht und fühlen uns beide darin zu Hause. Wir haben genug Geld um zu leben, ich habe jetzt EU-Rente auf Dauer. Wir können uns leisten im Urlaub nach Dänemark zu fahren. Darüber hinaus auch noch hier und da hin, mit unserem, liebevoll genannten Hondy. Ich (wir) haben alles was wir brauchen. Darüber sind wir uns einig. Ich habe nur noch Menschen - Familie und Freunde um mich, die mir gut tun und mich nehmen wie ich bin.

 Ja, ich habe alles was ich brauche, ich bin sehr zufrieden. Ich denke, wenn ich zufrieden bin, bin ich auch glücklich. Ja, ich glaube fest, dass ich glücklich bin. Ich kann es nicht fühlen. Aber mein Herz und mein Kopf sind sich einig, ich bin glücklich.

 

Selbst die Depression an sich, ist mein Glück. Haltet mich jetzt nicht für verrückt. Aber es hätte ja auch ganz anders kommen können. So wie ich gelebt habe und alle Zeichen meines Körpers missachtet habe, hätte ich ja auch einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Gehirnschlag bekommen können. Dann wäre ich jetzt vielleicht ein Pflegefall oder tot.

 

Mich hat aber „nur“ die Depression überfallen. Sie hat ganz laut STOP gesagt, unüberhörbar und unausweichlich. Ich hatte keine Chance sie zu ignorieren, nicht wahrzunehmen. Sie hat mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt.

Ich habe das Glück noch zu leben. Ich habe die Möglichkeit mich selbst kennen zu lernen, mich verstehen zu lernen. Ich kann mich üben, meine Grenzen wahrzunehmen, lernen sie einzuhalten. 

Ich habe das Glück, trotz meiner Depression, meinen Lebenswillen nicht verloren zu haben. Ich will leben, neu lernen zu leben, wie es mir gut tut.

 

Die Depression hat mir sehr viel genommen, meine Lebenslust, meine Lebensfreude, die Leichtigkeit meines Lebens und meine Gefühle. Doch sie hat mir nicht meinen Kopf genommen. Ich kann klar denken. Ich kann mit meinen Gedanken arbeiten, ich kann sie aufschreiben und damit mir selbst und anderen helfen. Was für ein Glück.

 

Meine Gedanken können lernen. Sie können sich in neuen Sichtweisen üben, so lange bis sich neue Gedankenmuster herausbilden. Ich denke, wenn diese Gedankenmuster in mir wachsen und gedeihen, werden sie auch meine Gefühle wieder finden und diesen Mut machen sich zu zeigen.

 

In jedem Leben mit der Depression gibt es sie, die kleinen Glücksmomente, ich muss sie nur wahrnehmen. Es sind die schönen Momente mit der Familie, mit Freunden, es ist der Sonnenschein und der blaue Himmel, die Kaffeezeit auf Balkonien, die erledigten Alltagsaufgaben, ein Spaziergang, das Lied eines Vogels, die Blume am Wegesrand..... Es sind all die kleinen Dinge, die das Leben schön machen, dem Leben seine Farbe geben. Es ist oft nicht so einfach diese Dinge zu sehen, wahrzunehmen und doch übe ich mich immer wieder darin, immer und immer wieder.

 

Eines Tages werde ich wieder fühlen können. Dann werde ich auch fühlen, das ich glücklich bin.

Eines Tages wird dann auch die Depression mein Leben wieder frei geben.

Das ist meine Hoffnung, meine Zuversicht, die mich meine Wege gehen lassen, durch mein Leben mit der Depression.

18.02.2017

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