Ich war heute in der Neustadt, rund um den Martin Luther - Platz unterwegs. Ich habe dort viel Schönes entdeckt und hätte gern noch länger verweilt.

Rund um den Martin - Luther - Platz

Auf dem Weg zur Therapie in der Waldschlösschenklinik, bin ich an der Haltestelle Diakonissen Krankenhaus ausgestiegen, um meinen Fotospaziergang zu erledigen. Ich war sehr gespannt, was mich erwarten würde. Von der Pulsnitzer Straße aus ging ich der Nase nach, in Richtung Kirchturmspitze. Ich entdeckte das kleine Bächlein Prießnitz, wundervolle Häuser aus der Barockzeit, das Carte Blanche Theater, die Luther - Kirche (die leider geschlossen war), den alten jüdischen Friedhof in Dresden und die Raskolnikoff - Pension/Restaurant (meine absolute Attraktion und Empfehlung). Ich wäre gern noch länger geschlendert.

"Carte Blanche vermittelt den Zauber des Pariser Lido und des Moulin Rouge, zeigt Ausschnitte bekannter Musicals und Comedy der Extraklasse. In traumhaften Kostümen werden Stars wie Cher, Madonna, Katy Perry und viele mehr parodiert. Bei den Auftritten gibt es Lachsalven und Standing Ovations. Die mitreißende Show überzeugt durch höchste Perfektion, überraschende Pointen, Erotik, Witz und Charme. Schöner und unterhaltsamer kann ein Abend nicht sein!"

(Quelle: https://www.carte-blanche-dresden.de/)

 

Im Juni 2013 wurde das Carte Blanche durch das Dresdner Hochwasser völlig zerstört. Der kleine Fluss Prießnitz, der direkt hinter dem Theater entlang fließt, überflutete das Theater, das Varieté-Theater Dresden und den Kostümfundus. Nach sechs Monaten Spielpause und Komplettumbau öffnete das Carte Blanche am 28. November wieder seine Pforten.

Im Januar 2015 begann der Umbau des angrenzenden und bisher leerstehenden Molkereisaal, um die beiden Bühnen des Carte Blanche und Variete Theater Dresden zusammenzulegen. Am 1. Oktober eröffnete das neue Theater mit einer Kapazität von 248 Sitzplätzen und zählt nun somit zu den größten Travestie Theatern Europas. (Quelle: wikipedia)

Der alte jüdische Friedhof

Der Alte Jüdische Friedhof in Dresden ist der älteste erhaltene jüdische Friedhof in Sachsen. Er befindet sich an der Pulsnitzer Straße (ursprünglich Juden-Gasse) in der Neustadt. (Quelle: wikipedia)

 

Mit einer Fläche von 3.500 Metern ist es einer der kleinsten Friedhöfe Dresdens und hat den Status eines Kulturdenkmals. Als bedeutender historischer Ort wurde der Alte Jüdische Friedhof erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt - sowohl Nationalsozialismus als auch DDR-Regime hatte er unbeschadet überstanden. Insgesamt 1263 Gräber befinden sich auf dem Friedhof, etwa 800 besitzen einen Grabstein. Die Front der Grabsteine ist gen Jerusalem gewandt und tragen hebräische Inschriften. Zu den Persönlichkeiten, die hier begraben sind, gehören der Hofjuwelier Moritz Elimeyer sowie der Mediziner und Schriftsteller Wilhelm Wolfsohn. (Quelle: http://www.dresden-informationen.de/)

Der Martin - Luther - Platz

Die Martin-Luther-Kirche in der Dresdner Neustadt ist eine im späten 19. Jahrhundert gebaute Kirche. Sie steht auf dem ab 1879 errichteten Martin-Luther-Platz inmitten zahlreicher Gründerzeithäuser. Der Sandsteinbau wurde zwischen 1883 und 1887 errichtet. (Quelle: wikipedia)

Meine größte Überraschung heute: Pension Raskollnikow.

Raskolnikoff (viel Text, aber es ist so wahnsinnig interessant und in führenden Reiseführern enthalten, ein Haus das für mich genial ist - so alt und doch so neu!)

 

"Auf der Fassade...

hat Zeit ihre Spuren hinterlassen. Als Zeichen der Mangelwirtschaft zu Ostzeiten ist sie heute eine Reminiszenz an die vergangene Zeit, in der sich gerade durch den Verfall auch unkontrollierte Nischen und Freiräume ergaben. Das Haus in der Böhmischen Straße 34 stammt aus dem Jahr 1837. Im Vorderhaus gab es Wohnungen für die einfachen Leute, im Hinterhaus verschiedene Gewerke, einmal eine Eisengießerei - deshalb die Rampe im Garten, später auch mal einen Tanzsaal. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz. 

Mitte der 80er war das Haus weitgehend leergezogen und sollte abgerissen werden. Dresdner Künstler - ... besetzten das Haus in aller Stille als Arbeits- und Lebensraum. Mit einem Pappschild an der Tür erklärten sie die Böhmische Straße 34 kurzer Hand zur "Außenstelle der Kunsthochschule". Das beruhigte den ABV und ersetzte den Mietvertrag.  Noch vor der Wende hat sich der Kunstverein "Kunsthaus Raskolnikow e. V." gegründet. Im Vorderhaus gab es, neben besetzten Wohnungen, eine Galerie, im Hinterhaus eine Malschule, eine Töpferwerkstatt und ein Atelier für Bildhauerei. 

In der Aufbruchsstimmung der Wende geriet das alte Haus in den Strudel von nachwende-typischen Interessenskonflikten: es wurde gekauft, verkauft, und prozessiert. Die ganze Geschichte ist ein Krimi, wie er in der Zeit öfter vorkam. Am Ende wurde das Objekt 1996 an den Richter Söhnen und seine Frau verkauft, die die Gebäude in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein nach und nach behutsam sanierten. Ziel war es, dem Haus seine alte Seele und seine Geschichten zu lassen." 

Die Nachwendezeit war die Zeit der Kneipengründungen. Sie alle wurden Cafés genannt. Im Haus Böhmische Straße 34 wurden im Erdgeschoss Wände herausgerissen und Heidesand auf dem Fußboden geworfen, Tische aus alten Kranteilen geschweißt und ein Tresen mit ausgedienten Hinweisschildern einer russischen Kaserne verkleidet. Das Café erhielt den Namen "Raskolnikow". Seitdem brennt die rote Lampe vor der Eingangstür..." (Quelle: http://www.raskolnikoff.de/)

 

"In einem der ältesten Häuser des Szeneviertels teilen sich seit den achtziger Jahren Kunsthaus, Kneipe, Bar, Galerie und später eine Pension die Etagen. Naheliegend, dass sich auch die Gasträume mit Kunstwerken in Form von Tischen und Stühlen, Bar, Fassaden, Brunnen oder Hoffiguren schmücken. Abwechslungsreich ist auch die Speisekarte und originellerweise nach den vier Himmelsrichtungen unterteilt, aus denen die Gerichte stammen. Da liegen nur ein paar Zeilen zwischen würzigen, hackfleischgefüllten Pelmeni in saurer Sahne und dünnem Flammkuchen. Ergänzt wird die kulinarische Rundreise mit saisonalen Tagesangeboten und einer flinken Bedienung. Geschmacklich ist alles auf gleich hohem Niveau und wird am besten abgerundet mit einem arabischen Mokka mit Kardamom.

(Quelle: "http://prinz.de/)

 

"Im Herzen der Neustadt, wo sich ein Großteil des Dresdner Nachtlebens abspielt, finden Sie die kleine Pension Raskolnikoff. Von außen wirkt sie etwas karg, doch der erste Eindruck trügt. Purismus ist ein Markenzeichen des Kunsthauses Raskolnikoff, das auch eine Galerie und Gastronomie beherbergt. Die geräumigen Zimmer, allesamt unter dem Dach, sind frisch renoviert und mit modernen, praktischen Möbelstücken eingerichtet. Man sollte sich rechtzeitig um eine Zimmerreservierung bemühen, denn die Pension wird auch im Künstler-Austauschprogramm des sächsischen Staatsministeriums geführt und ist daher immer gut ausgelastet." (Quelle: www.belocal.de/)

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