Ein Nachlassbrief - Es ist zu Ende

Ein Nachlassbrief - Es ist zu Ende

Meine Familie und ich haben nicht zueinander gepasst! Nur weil ich genetisch mit ihnen verbunden bin, bedeutet es nicht, dass ich das auch als Mensch bin. Es gibt einen Haken, der mich leiden lässt. Welcher nicht erfüllte Wunsch, lässt mich so fühlen? Welcher Glaube lässt mich trauern? Wäre ich überzeugt, von meinem Denken, würde es nicht weh tun.

Ich habe die Gedanken gefunden, mit denen ich mir selbst Schmerz zufüge:

Der Gedanke, dass ich die Liebe meiner Eltern wollte und brauchte. Sie aber nie bekam.

 

Der Gedanke, dass ich nie meinen eigenen Weg gegangen bin, ohne die Abhängigkeit von den Gedanken und Wünschen meiner Eltern.

 

Der Gedanke, dass ich mein wirkliches ICH ein Leben lang versteckt habe, weil ich nicht wusste wie ich mich selbst annehmen und lieben sollte.

Der Gedanke, dass ich immer glaubte, ich wäre nicht gut genug.

 

Bei all diesen Gedanken und den daraus folgenden Lebenswegen hatte ich selbst die Entscheidung und Verantwortung! Egal, welche Schuld ich habe oder auch nicht, ich habe es so entschieden. Es war nicht alles richtig, ja ich habe Fehler gemacht, doch ich habe mein Bestes geben. Ich habe jetzt die Möglichkeit es anders zu machen. Ich muss die vergangenen Entscheidungen annehmen. Sie sind getroffen! Sie sind nicht veränderbar, es ist vorbei! Ich darf jetzt anfangen mich selbst zu lieben. Ich nehme den Kopf jetzt hoch!!!! Das ist etwas, was ich tun kann, im JETZT.

 

Ja, ich kann den Kopf hoch nehmen. Ich brauche mich nie wieder für mein Leben, bei meinen Eltern entschuldigen. Entschuldigen dafür, dass ich nicht geworden bin wie sie es wollten, wie sie mich hätten lieben können. Ich habe es versucht und es nicht erreicht! All meine Zweifel, gegenüber meinem Handeln im Bezug auf meine Mutter, kann ich in den Müll werfen, dahin wo auch die Nachlassunterlagen sind.

Ich kann lernen den Menschen in mir anzunehmen und ich selbst zu sein, ohne schlechtes Gewissen. JAWOHL!!!!

 

Mach das auch körperlich, dann folgen die Gefühle noch besser. Mache ich, ich werfe alle Erinnerungen, an eine Familie die keine war (Bücher, Deko, ein Fotobuch), in den Müll. Es ist wie eine Last abwerfen. Jetzt will ich anfangen leben zu lernen, loslassen zu lernen. Ich fange mit dem Loslassen meiner Kindheit an. JETZT.

(Grundlage, ein Chat mit Anke Vogler)

 

12.02.2017

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