Gefangen in mir selbst

Gefangen in mir selbst

Wolken am Himmel, dick, weiß und dunkel. Sie ziehen dahin und bringen Regen, oder nicht.

 

Die Sonne schafft es, ab und zu, hindurch zu luken und ihre Lichtstrahlen zu senden.

 

Nur kurz, aber ihre Strahlen erhellen den Himmel und die Erde.

 

Sie lassen die Wolken und die Erde, in den schönsten Farben erstrahlen.

Ich habe heute kein Licht in meinem ICH.

Früh am Morgen, quäle ich mich aus dem Bett.

Ich bin nicht im Leben und doch lebe ich.

Meine Gedanken fahren noch immer Achterbahn.

Sie fahren mal hier hin und mal dort hin, hoch und runter und im Kreis.

So wirklich kann ich sie nicht fassen.

Mein Kopf ist voll von Gedanken und doch so leer.

Ich bin in mir selbst gefangen, in meinem Nichts.

Sinn-frei sitze ich auf dem Balkon, bei Kaffee und Zigarette.

Ich habe keinen Blick für die Schönheit meines Balkons,

keine Ohren für das Zwitschern der Vögel,

keinen Sinn für die Gänseblümchen, unten auf der Wiese,

kein Sonnenstrahl erwärmt meine Haut.

Ich bin gefangen in mir selbst. Kein Glücksmoment dringt zu mir.

 

Meinen Schlafanzug trage ich immer noch.

Ich finde nicht ins Bad, zur Morgen-pflege.

Jeder Schritt ist schwer, selbst das rumsitzen verbraucht meine Kraft.

Ich sehe aus wie „Blitz und Donner“, bemerkt Michael wieder einmal.

Gemeinsames Frühstück, irgendwie schaffe ich es.

Ich esse und trinke, doch es ist mir egal. Ich esse, weil man das eben so macht.

Michael lächelt mich an. Ich bin dankbar dafür.

Doch mein Kopf bleibt ein riesiger dumpfer Klumpen und mein Körper ist schwer.

Mein innerer Kritiker hat die Macht.

Heute habe ich keine Kraft ihm zu widerstehen.

Gedanken: das Leben ist zu schwer für mich, ich bin nicht gut genug, ich schaffe es nie, nehmen ihren Lauf.

Trotz all meines Wissens, um dieses Monster, habe ich keinen Schwung dagegen zu halten.

In mir surren die Gedanken, meine Nerven und die gähnende Leere.

Ich bin so voll mit allem und nichts, so voll von Gedanken und doch so unheimlich leer.

Es ist als hätte ich Schuhe aus Beton und einen Rucksack aus Stahl.

Die Hilflosigkeit in mir, brennt mich aus.

 

Es ist Wochenende – Zeit für Gemeinsamkeit – Zeit für schöne Erlebnisse.

In einer Stadt wie Dresden, wo immer etwas los ist.

Und doch ist Michael wieder einmal allein unterwegs.

Und NEIN, ich kann mich nicht einfach mal zusammenreißen.

Und Ja, ich will, aber ich kann einfach nicht.

Ich bin so kaputt, so antriebslos, so lebensmüde, so freudlos, so leer.

 

Und doch ist da die Sehnsucht. Die Sehnsucht nach der Leichtigkeit des Seins.

Einfach so.

Morgen ist auch wieder ein Tag.

Jeder Tag ist ein neuer Tag, ein anderer Tag, ein neue Chance.

Die Hoffnung bleibt.

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