Die Quelle der Gefühle oder Gefühle sind Gedanken und Emotionen sind unbewusste Seelenregungen

Die Quelle der Gefühle

Meine Blumenwiese

Gefühle und Emotionen sind verbunden wie eine wundervolle natürliche Wiese.

Eine Wiese birgt eine Vielzahl von Pflanzen. Nur ihr Zusammenspiel, lässt eine wundervoll Blumenwiese entstehen. Schau hin, die vielen Grashalme, in ihrer unterschiedlichen Länge und Stärke. Sie lassen den Raum für Gänseblümchen, Löwenzahn, Klee, die unterschiedlichsten Gräser und noch viele mehr.

Zu jeder Jahreszeit hat die Wiese ein anderes aussehen und erfreut das Herz der Menschen. So ist es auch mit den Menschen. All seine Gefühle und Emotionen im Zusammenspiel des Lebens prägen und kennzeichnen ihn. Sie machen ihn zu etwas ganz Besonderem.

Gefühle sind Gedanken und Emotionen sind unbewusste Seelenregungen

In meiner letzten Therapiestunde, als ich wieder mal sagte: Ich möchte meine Gefühle wieder, ich bin so leer, bekam ich die Antwort: Gedanken sind auch Gefühle. Mit dieser Antwort verließ ich die Therapiestunde. Seit her geht mir dieser Satz nicht aus dem Kopf. Ich habe Google dazu befragt und ganz viel gelesen. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

 

Natürlich ist mir sehr klar, dass alles was ich lerne, im Gehirn mit dem entsprechenden Gefühl verbunden wird, welches ich in dieser Situation empfinde. Ja, mir ist auch klar, dass je intensiver und öfter dieses Gefühl ist oder war, um so deutlicher bleibt es in meinem Gedächtnis verankert. Das ist, was man Lebenserfahrungen nennt. Ich habe in den Jahren der Therapie gelernt, dass ganz viele meiner Glaubenssätze und Handlungen weit in der Vergangenheit manifestiert wurden. Demnach also auch meine Gefühle. Diese Erfahrungen, im ganzen Komplex, verfolgen mich heute und oft sind sie in meinem Jetzt nicht hilfreich. Was mir nicht klar war, wo die Quelle meiner Gefühllosigkeit liegt, das Gefühle nicht Emotionen sind.

Gefühllos – Nein, ich bin Emotionslos

Bisher war ich der Meinungen das Gefühle nichts anderes als Emotionen sind.

 

Forscher vertreten inzwischen die Meinung zwischen beiden Begriffen zu unterscheiden. Forscher wie Antonio Damasio gehen davon aus, dass "Emotionen" die oft nur schwer zu fassenden, unbewussten Seelenregungen sind, der weit überwiegende Teil dessen, was uns im Innersten rührt und bewegt. "Gefühl" ist das, was uns bewusst und zum Gedanken wird, was wir aussprechen und mitteilen können: Ich habe Angst. Ich liebe dich. Wie wohl ist mir. - schreibt Frank Ochmann.

 

Es ist genauso wie ich es immer sagte, ich kann nichts fühlen, nur meine Gefühle denken. Das ist wirklich so. Ich gehe jetzt davon aus, dass meine Gefühle Gedanken sind und meine Emotionen die unbewusste Reaktion meines Gehirns. Ich denke, dass kann nur ein Mensch verstehen, der so wie ich, nicht fühlen kann. Es klingt alles sehr abgefahren. Zu selbstverständlich sind unsere Gefühle, in allem was wir tun und erleben.

Egal was uns passiert, es soll uns gut gehen

Nur bei uns Menschen wird die Welt der unbewusst gesteuerten Emotionen, an der Spitze, mit dem Licht unseres Verstandes erhellt, nur wir Menschen haben Gefühl. Dazu aber brauchen wir das unvorstellbar komplexe Gewirr von mehr als 100 Milliarden miteinander verschalteten Nervenzellen - unser Gehirn. Vom Hirnstamm ganz unten über das mitten im Gehirn liegende limbische System bis zu Teilen der vorderen Großhirnrinde liegen die Areale, in denen Emotionen ausgelöst werden.

 

Egal was uns passiert, es soll uns gut gehen. Dieses Evolutionsprinzip beherrscht unser komplettes Innenleben. In unserem Erbgut ist für Leib und Seele gleichermaßen gesorgt: Was für den Körper das Immunsystem ist, das sind für unser geistiges Leben die Emotionen. Auch sie sollen abwehren, was uns bedroht, und zulassen, was uns gut tut. Auf der komplexesten Ebene schließlich sollen uns die Emotionen und bewussten Gefühle den Weg durch das Leben bahnen. (schreibt Frank Ochmann)

Hoffnung auf emotionale Teilhabe

Genau hierin finde ich die Erklärung dafür, dass ich Gefühle denken kann, aber sich in mir keine Regung, keine Emotion findet. Mein Emotionales Zentrum ist gestört. Die Gedanken, aber, können sich erinnern. Erinnern an Freude, Fröhlichkeit, Liebe, Trauer, Sehnsucht, Schmerzen, Angst, Hilflosigkeit und was es noch so auf meinem Lebensweg an Erfahrungen gab. Meine Gedanken verbinden also meine Erinnerungen, damit ich Gefühle denken kann. Das heißt für mich, mein Emotionales Zentrum, hat meine Empfindungen von den Gedanken abgetrennt, damit ich überleben kann.

 

Sie haben ihre Evolutionsaufgabe erfüllt.

 

In den vielen Jahren, die ich nun mit diagnostizierte Depression lebe, war ich immer dankbar dafür, dass ich meine klaren Gedanken noch habe. Jetzt bin ich noch dankbarer dafür. Denn genau diese Gedanken geben auch meine Gefühle wieder und lassen mich handeln. Ich bin gerade sehr froh darüber, dass ich doch Gefühle habe. Ich hoffe sehr, dass diese Erkenntnis meine innere Leere etwas mildert und mit der Zeit mein Emotionales Zentrum, mir wieder vertraut und mich dann auch emotional das Leben spüren lässt. Das ist meine Hoffnung.