Glaubensätze - Ich träumte, im Stillen, von einer anderen Welt. Jetzt gehe ich an die Ursachen des Übels.

Ich träumte, im Stillen, von einer anderen Welt

In meiner Kindheit lernte ich schnell.

Ich lernte, mich nach Liebe zu sehnen.

Ich lernte, nicht gut genug zu sein.

Ich lernte, nichts konnte ich richtig machen.

Ich lernte, das zu tun, was mir gesagt wurde.

Ich lernte, für andere zu sorgen.

Ich lernte, mich anzupassen.

Ich lernte, mich schuldig zu fühlen.

Ich lernte, nicht auf mich selbst zu achten.

Ich lernte, mich selbst nicht zu mögen, ich war anders.

Ich lernte, ich bin es nicht wert.

Ich lernte, im Stillen, zu träumen von einer anderen Welt.

Ich lief weit fort aus dieser Gefangenschaft.

Ich heiratete und glaubte an mein großes Glück. Nicht lange.

Ich war „seine“ Ehefrau und hatte zu tun was er wollte.

Ich sorgte für ihn und nicht für mich. Ich gehorchte.

Ich konnte nicht einmal ein gesundes Kind gebären.

Seine Wut, seine Schläge und Tritte hatte ich verdient.

Sein psychischer Druck, auf mich, bestätigte meine Glaubenssätze.

Ich war immer selbst Schuld. Ich konnte nichts richtig machen.

Ich lernte mich selbst in allem zu ignorieren.

Ich verlor, alles was ich hatte, meine Tochter.

Ich wollte nicht mehr leben. Es war niemand für mich da.

Mein ungeborener Sohn wollte es anders.

Er half mir zu überleben.

Ich fand, mit helfender Hand, den Weg aus der Hölle.

Ich träumte, im Stillen, von einer anderen Welt.

 

Ich ging weiter meinen Weg, irgendwie.

Meine Glaubenssätze bestimmten mein Handeln, mein Sein.

Ich glaubte an Liebe, doch zu welchem Preis?

Ich war stets für Mann und Kinder da.

Ich tat alles was ich konnte, um für sie zu sorgen, damit es ihnen gut geht.

Ich war allein, mit aller Verantwortung,

allen Anforderungen und Aufgaben des Alltags.

Ich war immer Schuld. Ich konnte nichts richtig machen.

Ich war nicht gut genug.

Mit mir konnte niemand leben.

Ich funktionierte, irgendwie. Ich überlebte.

 

Nach 15 Jahren Ehe, stand ich einfach so, allein da.

Jetzt! Jetzt wollte ich alles anders machen.

Doch ich war gefangen in meinen Glaubenssätzen.

Gefangen in einem Job, der mit Mobbing und Bossing diese noch verstärkte.

Ich wiederholte meine Fehler.

Von Neuem lernte ich mich anzupassen, mich ein zuordnen.

Von Neuem versuchte ich mein Möglichstes, es allen Recht zu machen.

Ich wurde allein gelassen, ignoriert und benutzt.

 

Es war eine Selbstverständlichkeit, dass ich mich zurück nahm,

meine Meinung oder Ansicht falsch war,

ich den Fehler machte, ich Fehler anderer wortlos hinnahm,

immer lächelte,

ich mein Leben ertrug wie es war, ich mit meinen Ängsten allein war.

 

Eines Tages stand ich da, ich konnte nicht mehr weiter.

Ich träumte nicht mehr, im Stillen, von einer anderen Welt.

Die Depression nahm mir das letzte Licht aus dem Leben.

Sie sagte mir: Schluss, so geht es nicht mehr.

Verändere dich, für dich selbst.

 

Sechs Jahre gehe ich nun diesen Weg.

In diesem Jahr habe ich mit der Traumatherapie begonnen.

Ich gehe nun zu den Wurzeln allen Übels.

 

Jetzt erst, bin ich an der Stelle angekommen, wo sich mir, meine inneren Welten eröffnen.

Jetzt stehe ich vor dem riesigen Abgrund, meiner übermächtigen Glaubenssätze.

 

Jetzt wird mir das Ausmaß meiner eigenen Zerstörung voll bewusst.

 

Jetzt ist Schluss.

Ich gehe meinen Weg.

Ich weiß, er ist nicht einfach, manchmal auch hart.

Ich werde so manchen Gedanken denken, den ich nicht denken möchte.

Ich werde Schritt für Schritt lernen, meine Gedanken zu verstehen.

Ich werde Schritt für Schritt lernen, alte negative Glaubenssätze, in neue positive zu verändern.

Ich weiß nicht, wie lange ich gehen werde, wie viele Umwege ich nehmen werde.

 

Ich weiß ganz sicher, ich gebe nicht auf, denn ich will wieder buntes Leben.

 

Ich vertraue mir selbst! Alles was ich brauche ist in mir!

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