Absturz – Gedanken auf der Suche – Vielleicht – Warum – Ich will das nicht.

Gedanken auf der Suche

Es war ein gutes Jahr, dieses Jahr 2017.

Das Jahr noch meinem ersten Traumaklinikaufenthalt.

Ich ging viele kleine Schritte voran.

Ich veränderte und schaffte so viele Dinge.

Mein Ich veränderte sich.

Ich war nicht mehr so antriebslos, so ohne alle Kraft.

Ich war nicht mehr so leer, so ohne jedes Gefühl.

Ich schaffte die Struktur und auch Alltagsaufgaben.

Ich hatte, zum ersten Mal das Gefühl, es würde voran gehen, endlich.

Ich hatte Hoffnung, Zuversicht und langsam vertraute ich mir selbst.

Gestern versank ich, ohne Ankündigung, im Nichts der Depression.

Ich erlebe wie nichts geht und mein Kopf nicht wirklich im Jetzt ist.

Ich fühle mich, als wenn eine Planierraupe über mich gefahren wäre.

Ich halte den Druck auf meinen Rücken, kaum aus, so schwer drückt mein Rucksack.

Jeder Schritt, jedes Wort, jedes essen oder trinken ist schwer.

Ich sitze rum, planlos ohne so wirklich etwas wahrzunehmen.

Warum liebe Depression tobst du dich in mir aus?

Was möchtest du mir sagen?

Vielleicht willst du mir einfach zeigen, hey ich bin noch da.

Vielleicht willst du mir sagen, hey sei nicht übermütig.

Vielleicht willst du mir sagen, hey du bist zu ungeduldig.

Vielleicht willst du mir sagen, hey du willst zu viel, auf einmal.

Vielleicht willst du mir sagen, hey gönn dir eine Pause.

Ich weiß es nicht.

Ja, meine Sehnsucht nach Ruhe und einfach nur da sein, wurde immer stärker.

Ich konnte sie nicht abweisen.

Ich habe mir Ruhe gegönnt, auf mich geachtet. Die Sehnsucht blieb.

Therapie, wöchentlich – zu viel. Nein, sie hat mir gut getan.

Endlich fand ich Antworten.

Vielleicht das ganze Paket, Therapie, Themenaufarbeitung, Schreiben, Struktur,

Alltagsaufgaben, Ergotherapie, Aktivität am Wochenende?

Ich hatte so gute Tage. Aber vielleicht war es doch zu viel.

Und diese Woche? Therapie, 3 Tage krank, HNO-Arzt, Ergotherapie.

Ich habe keine Ahnung. Ich habe es gemeistert.

Mir ging es doch wieder gut. Doch dann kam der Absturz.

Vielleicht bin ich doch zu schwach für diese Welt?

Vielleicht mache ich wieder alles falsch?

Vielleicht schreibe ich zu viel, aber wo soll ich hin mit meinen Gedanken?

Vielleicht waren die stetigen Tropfen, der Belastungen, doch zu viele?

Vielleicht macht mich die Angst vor dem Urlaub wieder verrückt?

Vielleicht macht mich mein Gefühl - die Zeit rennt davon, schneller als ich denken kann – kirre?

Vielleicht auch dieses Gefühl, irgendwas (ich weiß nicht was) nicht zu schaffen, weil ich immer mehr das Gefühl habe, ich müsste die Zeit festhalten?

Aber für was? Ich weiß es nicht.

Warum denke ich wieder, ich bin wertlos, ich bin zu schwach?

Warum bin ich so hilflos, so leer und so teilnahmslos?

Warum summseln meine Nerven wieder rastlos im Kopf?

Warum schaltet sich mein Gehirn wieder aus, einfach so?

Warum will ich wieder, nichts hören, nichts sagen, nichts sehen?

Warum? Weil die Depression mich im Griff hat. Warum? Ich finde den Auslöser nicht.

Warum? Ich weiß doch, die Welt ist auch schön.

Ich will das nicht.