Dänemark - Eine Liebeserklärung! Dort wo meine Seele frei ist. Da wo die Uhren anders ticken. Da wo das Leben ruhig und entspannt ist.

Dänemark - Eine Liebeserklärung

Liebes Dänemark, in deinem Ferienhaus, das unweit anderer steht, erlebe ich Ruhe und Stille. Ich sitze auf der Terrasse am Morgen und am Abend und höre NICHTS. Keine Menschen und ihre Gespräche oder Geschrei, keine Autos, keine Straßenbahn, kein Feuerwerk, keine laute Musik, kein Hupen und Knallen. Es ist wohltuende absolute Stille um mich herum und die Natur spielt ihre Melodien für mich. Die Vögel zwitschern, Möwen rufen, der Wind säuselt oder brüllt ums Haus. Das Meer komponiert seine Wellen-Sinfonien und sendet sie mit dem Wind zu mir herüber. Nichts stört mich, um langsam in den Tag zu kommen oder den Tag in Ruhe ausklingen zu lassen. Diese Stille ist unglaublich wunderbar und wohltuend für meine Seele. Hier kann ich sein, nur so für mich, niemand hört, niemand stört.

Dänemark, deine Strände sind so groß und weit, dass ich immer ungestört und ganz bei mir selbst, am Meeresufer entlang wandern kann. Die Ausmaße deiner Strände an der Jammerbucht sind unglaublich. Die Menschen, die sich dort aufhalten, verschwinden in dieser Weite. An deinen Stränden, die ich besucht haben, gab es kein Gedränge, kein Gewimmel, kein Strandkorb an Strandkorb, kein Sonnenschutzzelt an Sonnenschutzzelt, keine dicht aneinander gereihten abgesteckten Familienliegeplätze, keine Autokarawane und keinen Schlängellauf am Meeresufer. Selbst an den Autostränden Blokhus und Lökken, die ich auch besuchte, ist viel Platz zwischen den Autos und oft ist es so, dass nur an bestimmten Strandabschnitten, die Autos parken.  Am schönsten ist es für mich, dort wo die Fischerboote an den Strand gezogen werden.

Das Meer, an deinen Ufern, begleitet mich auf meinen Wegen. Mal liegt es ganz still da, wie ein Spiegel, auf dem die Sonne Glitzer verteilt. Dann wieder spielt das Wasser in kleinen Wellen und plätschert lustig an den Strand. Dann wieder rollen starke Wellen an den Strand. Sie bäumen sich auf, überschlagen sich, um dann mit Schaumeskrone und lautem Getöse, wieder aufzuschlagen und sich am Strand zu verlieren. Manchmal sind Wellen und Wind so heftig unterwegs, dass es schwer ist, auf den Beinen zu stehen und zu schauen. Ich bekomme Wasser und Sand entgegen geschleudert und sie stechen mich wie Nadeln auf der Haut. Den Sand habe ich überall, in den Augen, auf der Brille, auf der Haut und im Mund, wo er hässlich zwischen den Zähnen knirscht. Aber ich nehme es in Kauf und freue mich darüber. Das ist Natur, das ist Meer, das ist Leben. 

Liebes Dänemark, bei dir gibt es die Weite des Strandes und das Meer bis an den Horizont. Steine, Hühnergötter, Muscheln groß und klein, auch Bernstein und die Naturzeichnungen des Meeres. Es gibt alles was die Natur zu bieten hat. Ich kann es spüren, schmecken, hören und sehen. Und da ist sie wieder, diese Ruhe, diese Stille im Sein, kein Mensch hört oder stört.

Lustig finde ich, dass viele deiner Landsleute, zum Sonnenuntergang oder in der Mittagspause an den Strand fahren, sich das Meer anschauen, ein Bierchen trinken und ohne einen Fuß auf den Strand gesetzt zu haben, wieder nach Hause fahren. Leben und Leben lassen.

 

Dänemark, bei dir kann ich sein. Bei dir ist meine Seele frei.

Liebes Dänemark, bei dir kann ich sein wie ich bin, einfach so. Es interessiert niemanden wie ich aussehe, was ich anhabe oder wie viel Geld ich habe. In deinem Land ticken die Uhren anders. Ich hatte noch nie das Gefühl, komisch angeschaut zu werden. Mir erscheinen die Menschen, freundlicher, herzlicher, entspannter und zugewandter.  

In deinen kleinen Orten ist es wesentlich ruhiger, es sind nicht so viele Menschen unterwegs. Keiner hastet oder rennt. Oft bin ich in einsamen hyggeligen Gassen unterwegs. Selbst wenn, wie in Lökken, die meisten Plätze der Restaurant-Sommergärten, besetzt sind, fehlt dieses laute Raunen und Geplapper der Menschen, das surren der Autos, und die Zwischentöne die es noch so gibt. Vielleicht nimmt diese Geräusche der Wind mit, oder die kleinen Häuschen halten das Stimmengewirr nicht auf. Ich weiß es nicht. Ich erlebe es als deutlich ruhiger als in Deutschland. Natürlich hast du auch „Einkaufsmeilen“. Diese reihen kleine hyggelige Lädchen aneinander. In diesen bin ich oft der einzige Kunde, zu meiner Freude. Ich glaube 5 Kunden, in einem der größeren Läden, war das maximalste, was ich erlebte. 

Auch in deinen kleinen Museen und Galerien, die ich besuchte, war ich oft allein in den Räumen und Häusern. Entspannung und Erleben pur. An deinen Naturdenkmälern, wie u. a. Greenen, Rubjerg Knude, oder Marup Kirche, bin ich nie allein. Es zieht viele Menschen dort hin. Das ist schon ein Gewimmel, doch ich kann einfach nicht daran vorbei fahren. Ich wandle auch gern auf deinen geschichtlichen Spuren, die überall zu finden sind.

Die kleinen weißen Kirchen, die weit über das Land zu sehen sind, ziehen mich in ihren Bann. Mit ihrer Einfachheit, ihren Votivschiffen, den oft sehr alten Taufbecken lassen sie mich Gedanken in den Himmel senden. Anderswo, in größeren Kirchen, bewundere und bestaune ich die alten Kalkmalereien.

Liebes Dänemark, in Deutschland ist es vollkommen undenkbar, dass ich auf dem Gehweg unseren Tisch aufstellen und Picknickpause machen. Es würde ganz bestimmt irgend jemanden stören oder belästigen. Darüber hinaus würde ich die öffentliche Verkehrsordnung nicht einhalten. Anderseits wären auch zu viele Menschen unterwegs und es würde sich so ein ruhiger Platz, gar nicht finden. Rastplätze und Picknickplätze sind bei dir in Dänemark überall zu finden. Selbst wenn dort, wie am Bulbjerg, einige Menschen unterwegs sind und viele einen Picknickplatz suchen. Es findet sich immer ein ruhiges Plätzchen. Darüber hinaus sind deine Wege zum Meer immer sehr kurz, so dass selbst wenn ich in einer Stadt unterwegs bin, in der Nähe auch ein Strand finde. Ich kann am Strand, auf dem Bulbjerg – hoch oben, in den Dünen oder im Hafen sitzen. Das ist für mich Urlaub, dieses einfache Dasein in Ruhe, Stille und ohne Gewusel, an Orten und immer am Meer, wo es mir gefällt. Kaffeezeit oder Picknick, um die Natur, diese Ruhe und die Zeit zu genießen, zu sein, zu leben.

Selbst Autofahren ist auf deinen kleinen Straßen, entspannt. Hier fahren selten Autos und noch seltener LKWs. Wir fahren bei 80 km gemütlich über die fast leeren Straßen und haben Zeit und Muße, hierhin und dorthin zu schauen. Nur auf den größeren Straßen, wie der 11, ist mehr los, aber überhaupt kein Vergleich zu Deutschland. Selbst eine Baustelle, die nicht abgesperrt oder Geschwindigkeitbegrenzt wird, ist hier ein großes Hindernis. Alles geht problemlos, ohne Hektik, Hupen oder Stau.

Liebes Dänemark, natürlich kann ich auch Trubel haben, wenn ich es will. In den großen Attraktionen wie Aqarien, Greenen, Freizeitparks, in den großen Städten wie Aalborg oder Arhus und an Stränden wie Römö, Henne, Skagen, Blokhus oder Lökken, treffe ich auch auf Menschen in Mengen. Und doch ist es nicht wie in Deutschland. Es ist überall, trotz allem, entspannter und ruhiger. Sicherlich ist es in der Hauptferiensaison noch deutlich belebter, aber zu der Zeit bin ich nicht in Dänemark. Wer richtig Aktion, Diskotheken, große Einkaufstempel oder Einkaufstraßen und Gewimmel braucht, für den bist du langweilig und das ist gut so!

 

Liebes Dänemark, du strahlst für mich, Ruhe, Stille, Besinnlichkeit, Dankbarkeit, Zufriedenheit, Herzlichkeit, Interessiertheit, Ichsein und Glück aus. In Verbindung mit weiten Stränden, Meer und Strand bis zum Horizont, kleinen Museen und Galerien, ruhigen Orten und Straßen, für Erlebnisse mit Herz und Seele, aufgereiht wie Perlen an einer Kette. Das ist für mich Hygge. Das bist du für mich, Dänemark. 

Doch auch, bei dir, in Dänemark sehen ich die „Neuzeit“-Bebauung die wohl Touristenwünsche erfüllen. Lego-Baustein-Häuser, Ferien-Reihen-Häuser und klotzige Hotel-Bettenburgen entstehen leider überall. In sowas, würde ich nie Urlaub machen und ich frage mich wer solche Gesichtslosen und Gefühllosen Bauten kauft oder bewohnen möchte. Andererseits sehen wir Unmengen von Ferienhäusern die zum Verkauf stehen. Ich glaube es liegt daran, wie überall in der Welt, dass neu bauen günstiger ist, als Altes neu zu gestalten. Schade. Es wird dir, liebes Dänemark, ein Stück vom Hygge nehmen, denke ich. Auch die Entwicklung von Römö finde ich bedenklich. Es ist schon jetzt eine Insel, die für meinen Urlaub nicht in Frage kommt. Sie ist mir, jetzt schon, einfach zu voll und zu kommerziell. Ich wünsche mir sehr, dass Römö seine Besonderheit behält und nicht irgendwann zum Sylt Dänemarks verkommt. Ich liebe diese ursprünglichen Strände, ohne Promenaden und Pomp. Leider zieht auch bei dir, Beton in die Landschaft ein. Liebes Dänemark, bewahre dir deine alten ehrwürdigen Ort-Strukturen und Landschaften, die natürlichen Strände.

Das macht dich aus. Dänemark du bist einzigartig – wie lange noch?

Hygge kann jetzt im Duden stehen, aber es ist in Deutschland nicht möglich. Die Menschen hier sind nicht dafür gemacht. Hier ist stets ein Rennen und Hasten, ein Präsentieren und Verkaufen. Jeder kämpft für sich allein, denkt nur an sich selbst und Nächstenliebe ist vielen Menschen fremd. Miteinander, Wertschätzung, Zufriedenheit und Dankbarkeit führen hier ein tristes Dasein.

 

Ein hygge Schlafzimmer zum Beispiel, kann ich nicht kaufen, für ein hygge Wohnzimmer braucht es nicht nur Möbel, auch wenn dies neuerdings die Werbung verspricht. Ich kann mir ein gemütliches Schlafzimmer oder Wohnzimmer kaufen, aber eben kein hyggeliges!

 

Hygge wird, wie viele andere Wörter vorher, gebraucht, missbraucht und herzlos verwendet. Es wird nicht gefühlt. Aber genau das, macht Hygge aus. Hygge kann man nicht beschreiben. Es gibt dafür, im Deutschen, kein Wort, wenn der Duden auch anderer Meinung ist.

 

Hygge ist ein Gefühl. Ein Gefühl, das jeder in Dänemark erleben und fühlen kann. Jeder Dänemarkliebhaber, Dänemarkverrückte, Dänemarkverehrer, in Deutschland, kann sich ein Stück Hygge in seinem eigenem Heim/Leben schaffen, weil nur er weiß und fühlt, was Hygge ist.

 

Dänemark, du bist das Land meiner Sehnsucht und Träume. Ich vermisse dich. Dänemark, ich liebe dich!

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