Im Kampf mit mir selbst - Familie - Grenzen setzen - Sichtweisen - Lernen - Veränderung - Loslassen

Grenzen setzen in der Familie ist Schwerstarbeit

Mein Gedankenkarussell

Warum zur Hölle tut Grenzen setzen so weh? Warum fühle ich mich so schuldig? Warum werden Entscheidungen zum Loslassen, notwendiger Weise akzeptiert, aber nicht verstanden? Warum möchte ich, dass sie verstanden werden? Das ich verstanden werde? Warum setzt mich das unter Druck? Warum zweifle ich immer wieder an mir und meinen Entscheidungen?

Bin ich wirklich auf dem richtigen Weg? Bin ich auf meinem Weg?

Antworten, die ich in der Therapie gefunden habe

Ich bin psychisch krank, weil ich nicht gelernt habe für mich selbst zu sorgen! Ich bin durch zu viele Tiefen des Lebens gegangen und habe überlebt, sie haben mich geprägt. Mein Fass der Verletzungen/Demütigungen ist rand voll und es braucht nicht viel, um es zum überlaufen zu bringen.

 

Ich bin am Beginn meines Lern- und Veränderungsprozesses. Ich bin in meinem Handeln und Denken nicht stabil. Mein innerer Kritiker macht mir immer wieder Druck. Er meldet sich oft zu Wort und macht mich klein, dumm und wertlos. Mein schlechtes Gewissen folgt, noch immer, überholten Glaubenssätzen. Ich glaube nicht an mich und vertraue mir selbst nicht.

Mein Blick ist noch immer, stark auf die Menschen (Michael, Kinder) ausgerichtet. Ich möchte es noch immer, anderen (Michael) recht machen. Er hat es verdient. Dagegen stellt sich meine starke Sehnsucht, das Michael auch einmal, gegenüber seiner jüngsten Tochter, für mich einsteht. Das es einen Menschen gibt, der für mich kämpft. Daraus entsteht ein immerwährender Gedankenstrudel.

 

Jeder Mensch, auch Michael, folgt in erster Linie seinen eigenen Glaubenssätzen. Michael kann gut damit leben, ist gesund und hat Freude am Leben.

 

Traumatisierung und Depression zeigen so unwirkliche Nuancen. Sie haben mich verändert und viele „normale“ Dinge aus meinem Leben genommen. Ich verstehe mich oft selbst nicht. Wie soll dann ein unbelasteter, glücklicher, aktiver Mensch verstehen, was in mir vorgeht und warum mich etwas aus der Bahn wirft?

 

Es gibt - Sichtweisen, Handlungszwänge, Befindlichkeiten, seelischen Stress und Glaubenssätze – Dinge, die Michael überhaupt nicht verstehen kann, da er nicht über die gesammelten negativen Erfahrungen aus meinem Leben verfügt. Ein Glück, für ihn. Er kann aber auch nicht davon ausgehen, dass nur seine Sichtweisen … richtig sind und für uns beide gut sind.

 

Ja, Michaels Denken – es wird sich schon wieder einrenken - Heike wird sich wieder beruhigen – hat mich tief verletzt. Ich kann seinem Wunsch – ich möchte doch nur alle in der Familie zusammen haben – verstehen, aber nicht mehr folgen.

 

Es geht nur mit Respekt, Akzeptanz, Einsichten und Veränderung auf beiden Seiten. Es wird eine Lern-Prozess für uns Beide sein.

Ich sorge für mich, ich lasse los – auch in der Familie

Entscheidungen zu treffen, in denen es um Loslassen in der Familie geht, sind die härtesten, die ich in meinem Leben treffe bzw. treffen musste. Ich habe immer gekämpft, Wege gesucht und vor allem versucht es dem anderen Recht zu machen. Ich habe mich verbogen, bis zur eigenen Unkenntlichkeit. Ich kämpfte um die Liebe meiner Eltern, meiner Partner, kämpfte für meine Kinder, für Michael... Doch ich war stets der Verlierer. Ich habe mich selbst verloren. Um mich kämpfte niemand. Viele Erlebnisse sind in meinen Traumata und Glaubenssätzen eingefangen und begleiten mich im Leben.

 

Erst in den Jahren mit der Depression lerne ich jetzt Stück für Stück mich zu befreien, mich selbst zu lieben, mich zu wertschätzen und meine Grenzen zu setzen. Diesen Weg konnte meine Tochter nicht verstehen und entschied sich, mich vollständig aus ihrem Leben zu verbannen. Gezwungener Maßen musste ich loslassen. Ich vergangenem Jahr entschied ich mich, den Kontakt zu meiner Mutter abzubrechen, ein Befreiungsschlag für mich. Auf all diesen Wegen verstand und begleitete mich Michael.

Meine neue Entscheidung los zu lassen

Meine Grenzen sind zum wiederholten Mal, achtlos, übertreten worden. Das Kind ist eine schlaue erwachsene Frau und ausgebildete Sozialarbeiterin. Sie ist in der Lage zu denken. Sie ist im respektvollem Umgang mit Menschen geübt und diesen erwarte ich auch mir gegenüber! Ich bin es mir wert!

 

Michael hat mich bei diesem Problem, zum wiederholten Mal allein gelassen. Er hat mich einfach stehen gelassen. Er hat mir Vorwürfe gemacht. Er hat mir nicht zugehört und mich einfach abgebügelt. Er hat erwartet, dass ich wieder einlenke, wie immer. So kann das nicht sein.

 

Jetzt ist Schluss. Alles in mir schreit. Ich will das nicht mehr. Ich kann damit nicht umgehen. 100 Verletzungen reichen und ich will nicht auf die 101ste warten. Warum soll ich mich stets verbiegen? Es ist nicht an mir! Ich reduziere den Kontakt zu Michaels jüngster Tochter auf ein Minimum.

 

Immer wieder habe ich zugelassen, dass Probleme mit der jüngsten Tochter einfach abgelegt wurden und ich, an solchen Stellen, aus Michaels Blickfeld – verschwand. Das hat für ihn und seine jüngste Tochter stets funktioniert, war völlig normal und selbstverständlich. Immer wieder bringt das Verhalten der Tochter in unsere Beziehung Streit. In diesem stehe ich stets allein. Michael kommt überhaupt nicht auf den Gedanken, dass er etwas falsch macht, dass es andere richtige Sichtweisen oder Handlungsweisen gibt. Er ignoriert die Möglichkeit, dass ich mich nicht einfüge und es ihm NICHT gleich tun könnte. Nein, ich will das nicht mehr.

 

Er kann oder will meine Entscheidung nicht verstehen, er blockt. Ich kann seine Handlungsweise nicht verstehen. Wir können unsere Erwartungen gegenseitig nicht erfüllen. Es ist nicht an mir, dass diese Familien-Situation so ist, wie sie ist. Ich bin nicht schuld daran, dass unsere Familie nicht so funktioniert, wie wir es uns Beide wünschen. An dieser Stelle können wir Beide nur unseren eigenen Weg gehen, damit es uns Beiden gut geht. Eine neue Situation für uns Beide und ja, es tut sehr weh. 

Meine Entscheidung - Ich sorge für MICH

Ich habe diese Entscheidung getroffen weil,

  • ich Veränderung möchte, ich mich verändere.
  • ich jetzt für mich selbst sorge, für mich kämpfe.
  • ich zu mir selbst stehe und sage was mir nicht gut tut.
  • ich auf mich achte, meine Belastungsgrenzen erkenne und NEIN sagen darf.
  • ich einen achtvollen und wertschätzendem Umgang miteinander wert bin.
  • für mich, Antworten ein Mindestmaß an Respekt sind.
  • Ignoranz mir körperlich und seelisch weh tut.
  • ich nicht mehr verletzt werden möchte.
  • ich mich nicht mehr wertlos, dumm und benutzt fühlen möchte.
  • ich nicht alles wortlos tolerieren will.
  • ich Probleme ansprechen und lösen möchte.
  • ich für Menschen, die mich ignorieren, nicht wichtig bin.
  • ich auf Menschen verzichte, denen ich nicht einmal eine Kurzantwort wert bin.
  • ich auf Menschen verzichte, die mir die Kraft rauben.

Ja und auch, weil ich mich mit Michael, wegen ihr, nicht immer wieder in Streit geraten und dabei auf verlorenem Posten stehen will.

 

Ich habe das Glück, in der Therapie lernen zu können und Erkenntnisse zu sammeln. Dazu gehört Selbstfürsorge, Selbstliebe, NEIN-sagen genauso wie LOSLASSEN. Ich darf das!

Ich lerne meinen eigenen Weg zu gehen. Ich will mich verändern. Will wieder in mein Leben finden.

 

Nur wenn ich mich verändere, sind auch Veränderungen in meinem Umfeld möglich.

 

Ich bin es wert. Ich bin es MIR wert! 

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