13./14.02.1945 - Dresden - Chronik des Untergangs im Feuersturm

Chronik des Untergangs im Feuersturm

Quelle: Franz Kurowski, Bomben über Dresden, 3-85492-163-2

Quelle: Frederick Taylor, Dresden, ISBN 978-3-570-55059-5, Seite 276

Gertrud Rogge, Brandmale

Danke! https://www.facebook.com/ilovemydresden/

Vorwort

Alle Beträge dienen nur zur Veranschaulichung der Geschehnisse am 13./14. Februar 1945 in Dresden - OHNE JEDWEDEN POLITISCHEN ODER SONSTIGEN HINTERGRUND. Es geht um ERINNERUNG / VERANSCHAULICHUNG sowie WÜRDIGES und RESPEKTVOLLES Gedenken an die Geschehnisse und an die Opfer des 13./14. Februar 1945 in Dresden.

 

Dresden, 13.Februar 1945

21:15 Uhr

Die öffentliche Dresdener Luftschutzbehörde gibt Vorwarnung.

Die Musik in den Rundfunkgeräten bricht ab und wird durch das übliche Uhrenticken für die Zeit eines Angriffes abgelöst.

 

21:37 Uhr

Die ersten Meldungen über feindliche Flugzeuge geht bei der Luftschutzleitung im Keller des Albertinums ein.

 

21:39 Uhr

VORALARM! Die Sirenen heulen – für Dresden wird Fliegeralarm gegeben.

 

22:03 Uhr

Die Zielmarkierer beginnen mit dem Abwurf verschiedener Markierungsbomben und den ersten von fast 1000 Leuchtkaskaden, den berüchtigten „Christbäumen“. Vier grüne Leuchtbomben, die an ihren Fallschirmen hin- und her pendeln, erleuchten den südlichen Teil des Ostrageheges – Richtungsweiser für den Hauptmarkierer.

 

22:05 Uhr

Der Master Bomber weißt den Haupt Markierer an, herabzustoßen und die Zielbeleuchterbomben (Christbäume) abzuwerfen. Die erste von vier roten Markierungsbomben fällt, und schwebt an ihrem Fallschirm jetzt in etwas mehr als einhundert Meter Höhe vor dem Stadion des Dresdner Sportclubs.

 

22:06 Uhr: 

!!! Vollalarm !!! Warnung über Drahtfunk: ,,Achtung! Achtung! Achtung! Spitzen der großen feindlichen Bomberverbände haben Kurs geändert und befinden sich im Anflug auf das Stadtgebiet. Es ist mit Bombenabwürfen zu rechnen. Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich sofort in die Luftschutzräume zu begeben.”

 

22:13 Uhr

fallen über dem Ostragehege sogenannte ‚Christbäume‘ – Leuchtbomben an Fallschirmen, welche das Ziel markieren, und die Stadt taghell erleuchten. Bomber der Royal Air Force (Königliche Luftwaffe) werfen folgend 3000 Sprengbomben auf die Innenstadt, welche zunächst vor allem die Dächer der Innenstadt beschädigen sollen. Unmittelbar danach wurden rund 170.000 Stabbrand-Bomben und 4.500 Flammenstrahlbomben auf die Stadt abgeworfen.  Die Bomben gingen in einem Teppich zwischen der großen Elbschleife im Westen der Stadt und dem von Industriegebäuden geprägten Ostragehege und dem Hauptbahnhof nieder. Etwa drei Viertel der Dresdner Altstadt wurden dabei in Brand gesetzt – Ziel war es, die gesamte Innenstadt zu zerstören. Die Brände loderten weit sichtbar über der Stadt....Nach der scheinbaren Beendigung des Luftangriffs gegen 22:35 Uhr verließen sie die überhitzten Keller der brennenden, zerstörten Häuser und begaben sich auf die Straßen ins Freie.  

 

22:15 Uhr:

Der Drahtfunk meldet: ...weitere Bombenabwürfe über Dresden! Tausende von Sprengbomben schlagen heulend und krachend ein, und entfachen riesige Feuer. Unter dem Dröhnen und beben der Einschläge, unter Staub und Qualm finden die von den Brandbomben ausgelösten Flammen auch den Weg in die unterirdischen Luftschutzräume.

 

22:17 Uhr

Nacheinander fliegen die Bomber Staffeln den Markierungspunkt über dem Stadion im Ostragehege an, und verteilen sich fächerförmig über der brennenden Altstadt. Der gesamte Sektor ist nun ein Meer von flackernden Flammen. Große Sprengbomben blitzen hell auf, zerwühlen Trümmer und zerstören Häuser.

 

22:28 Uhr:

Der Spuk ist vorbei. Scheinbar ...  

 

Dresden, in der Nacht vom 13. auf  den 14.Februar 1945

1:22 Uhr morgens 

Die zweite, noch fürchterlichere Angriffswelle rollt über die Stadt.

Zunächst detonierten 4.500 über der Innenstadt abgeworfene Sprengbomben, die unzählige Häuser zum Einsturz brachten und Tausende von Menschen unter ihren Trümmern lebendig begruben; es folgten 570.000 Stabbrandbomben, die die Stadt in eine einzige Flammenhölle verwandelten. Die britische und kanadische Luftwaffe orientierte sich dabei an den Feuern der vorhergegangenen Angriffe und zerstörten das Gebiet von Löbtau bis Blasewitz und von der Neustadt bis Zschertnitz – insgesamt zwei Mal 15 Quadratkilometer, einige der Bomben trafen auch die Elbwiesen und den Großen Garten wohin viele Menschen nach der ersten Angriffswelle geflohen waren. Durch den enormem Sauerstoffentzug durch die Brände erstickten in den sicher geglaubten Kellern der Innenstadt zigtausende Menschen... Andere wurden auf den Straßen durch den Feuersturm regelrecht pulverisiert – sie waren einfach weg...

Allein in dieser Nacht warfen kanadische, amerikanische und britisch Luftstreitkräfte 650.000 Stabbrandbomben mit 1.500 Tonnen Gesamtgewicht über der Stadt ab.

 

ca. 11:30 Uhr 

ein weiterer Luftalarm für die bereits total zerstörte Stadt......

 

11:52 und 12:01 Uhr

ein weiterer Angriff trifft die im Sterben liegende Stadt – 

da der Himmel bewölkt und die Sicht schlecht ist werfen Bomber auf dem Gebiet zwischen Meißen und Pirna großflächig ihre Bomben ab.

 

Einige Menschen hatten Glück, die Bomben zerstörten auch das Zentralgebäude der Gestapo, sodass die überlebenden inhaftierten Juden fliehen konnten, unter ihnen auch der Literaturwissenschaftler Victor Klemperer, der daraufhin in seinem Tagebuch vermerkte: „Wen aber von den etwa 70 Sternträgern diese Nacht verschonte, dem bedeutete sie Errettung, denn im allgemeinen Chaos konnte er der Gestapo entkommen.“ Am 16.2.1945 sollten die letzten Deportationszüge aus Dresden abfahren.....

 

gegen 12:17 Uhr 

bei diesem von Südost kommenden Tagangriff werden weitere Bomben über Dresden abgeworfen. Die Ziele dieses Angriffs waren Rüstungsbetriebe und erneut der Hauptbahnhof, sowie das Reichsbahnausbesserungswerk in Friedrichstadt, ein sehr wichtiges Drehkreuz der damaligen Reichsbahn in Richtung Osten, Stichwort Truppentransporte, und für die Deportationen. Dabei wurden auch das Krankenhaus sowie die umliegenden Stadtteile in Mitleidenschaft gezogen.

 

 

Weitere Angriffe folgen am 2. März und am 17. April 1945.  

 Am 17. April 1945 wurden die Ruinen von Dresden nochmals von 572 amerikanischen Bombern angegriffen. Die Geschichtsbücher schweigen weitgehend dazu.

 

Dresden, 15. Februar 1945

gegen 10:15 Uhr

Ein großes Getöse geht durch das noch immer brennende Ruinenfeld der Innenstadt. Die ausgeglühten Mauern der Frauenkirche, in deren Gewölbe damals viele Filmrollen der Wochenschau deponiert waren, brechen unter der Last der Kuppel zusammen...

Augenzeuge: Ein dumpfes Grollen ging durch die noch immer brennende Stadt. Ich hörte meine Mutter sagen: Das war unsere Frauenkirche...

 

Die beiden Mauerteile welche hier noch stehen wurden in den Wiederaufbau einbezogen. Man sieht sie heute noch da sie sich mit ihrer schwarzen Färbung deutlich vom Neubau abheben.