Freiberg - Osterzgebirge - Eine wundervolle Stadt, an der Silberstraße, mit toller Altstadt, Schloss und Silberzechen

Freiberg - eine Perle an der Silberstraße

Auf der Suche nach einem schönen Ausflugsziel in Verbindung mit einer katholischen Kirche, hat mich Freiberg im Internet überzeugt. 45 Minuten von Dresden aus, fuhren wir immer die Silberstraße entlang. Eine wundervolle ruhige Strecke, mit guten Ausblicken.

Wir parkten auf dem Untermarkt, direkt am Freiberger Dom. Dieser war unser erstes Ziel. Der Freiberger Dom ist gigantisch in seiner Bauweise und Ausstattung. Dort zündete ich meine Kerze des Gedenkens an. 

Freiburg bietet eine Fülle von wunderbaren Altstadtgassen mit altem Kopfsteinpflaster und historischen Häusern. Wenn wir orientierungslos waren, taadaaaaa war eine "Standort-Altstadt-Karte" in der Nähe, die uns sicher den Weg zeigte.

Kaffeepause machten wir im Studentencafé, das sehr zu empfehlen ist. Gute Preise, guter Kaffee und leckere Waffeln. 

Unsere eigentliches Ziel die Himmelsleiter und die Silberminen haben wir nicht geschafft. Die Altstadt hat uns zu lange aufgehalten. Ganz sicher werden wir wieder kommen. Freiberg hat noch eine Menge zu bieten, das Sehenswert ist, weil wir natürlich auch auf den Silberspuren, unter Tage, wandeln möchten. Ein wunderschöner, frostiger Sonnen-Wintertag war viel zu schnell vorbei.

Sächsisch-Böhmische SILBERSTRASSE

Sachsen und Tschechien verbinden einzigartige Bergbautraditionen und Kulturschätze. Wie Perlen an einer Schnur reihen sich entlang der Sächsisch-Böhmischen SILBERSTRASSE die Zeugen der verschiedenen Epochen. Auf etwa 275 Kilometern von Westsachsen über den Erzgebirgskamm nach Böhmen, über Annaberg-Buchholz und Freiberg bis zur Landeshauptstadt Dresden zieht sich das silberne Band, an welchem mehr als 800 Jahre Bergbaugeschichte lebendig werden. Noch heute spiegelt sich das Leben der Berg- und Hüttenleute in jährlich 20 Bergparaden wider. 30 Besucherbergwerke, mehrere hundert Kilometer Bergbaulehrpfade, historische Bergstädte mit ihren prächtigen Hallenkirchen und zahlreiche Bergbaudenkmale laden zu Entdeckungstouren ein.

Die Universitätsstadt Freiberg ist eine Große Kreisstadt und Bergstadt etwa in der Mitte des Freistaates Sachsen zwischen Dresden und 

Chemnitz Der gesamte historische Stadtkern steht unter Denkmalschutz. Zahlreiche Gebäude sind ausgewählte Objekte für die vorgesehene Kandidatur zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge.

Die Stadt, deren Geschichte eng mit dem Bergbau verbunden ist, entstand ab etwa um 1162/1170. 1195 wird als Name der Stadt „Vriberge“ angegeben, 1218 „Friberch“, 1227 im Stadtsiegel „Vriberch“ und 1328 „Fryberg“. Erst 1466 werden erstmals die Bezeichnungen „Freiberg“ und „Freyberg“ verwendet. Dieser Name wird aus dem wichtigen Merkmal, der Bergfreiheit, also dem Schürfrecht eines jeden Zuwanderers, hergeleitet. Im hohen Mittelalter war Freiberg die größte Stadt der Mark Meißen und wichtiger Handelsstandort. Ihr Silberreichtum und die bedeutsame Freiberger Münze machten das Kurfürstentum Sachsen zu einem wohlhabenden Staatswesen. 1913 wurde der Silberbergbau aufgrund des Verfalls des Silberpreises eingestellt. Vor dem Zweiten Weltkrieg wiederum aufgenommen, gab es bis 1969 wieder verstärkt Bergbauaktivitäten zur Blei-, Zink- und Zinngewinnung. 1765 wurde die Bergakademie gegründet, eine der weltweit ältesten bergbautechnischen Hochschulen.

Im Freiberger Dom "Sankt Marien"

Die spätgotische Hallenkirche wurde nach dem Stadtbrand 1484 gebaut, 1501 geweiht und ersetzte die durch den Brand stark beschädigte romanische Basilika St. Marien, die 1190 fertig gestellt worden war. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Marienkirche als romanische Basilika errichtet. Papst Sixtus IV. erhob sie 1480 zum Dom, der seit 1537 ein evangelisch-lutherisches Gotteshaus ist. Der Name „Sankt Marien“ ist geblieben. Sowohl die Zeugnisse der romanischen Vorgängerkirche als auch der neugebaute Dom widerspiegeln den damaligen Reichtum der Silberbergbaustadt Freiberg. Die schlanken Pfeiler führen den Blick in die Höhe, getreu dem Anliegen der Gotik, die Herzen der Menschen zu Gott in die Höhe zu ziehen. So ist inmitten eines Netzrippengewölbes der Paradiesgarten (auch "Himmelswiese" genannt) gestaltet.

Der spätgotischen Zyklus von holzgeschnitzten und gefassten Apostelfiguren, die an den Pfeilern und Pfeilervorlagen des Langhauses aufgestellt, wird einer Werkstatt des Philipp Koch zugeschrieben, der in der Umgebung von Freiberg zahlreiche sakrale Skulpturen geschaffen hat. Der Apostelzyklus wurde 1505 an den Wandpfeilern angebracht. 

Die spätromanische Triumphkreuzgruppe im Triumphbogen des Chores war einst Teil des Lettners, der den Chor der romanischen Kirche vom Langhaus trennte. Sie besteht aus dem hoheitsvoll dargestellten Gekreuzigten, Maria und Johannes im Trauergestus und wird auf die Jahre um 1225 datiert. Maria steht auf einer Schlange, Johannes auf einem wolfshundähnlichen Untier, das an einem Apfel nagt. Es ist anzunehmen, dass damit auf den Sündenfall angespielt wird, der durch den Kreuzestod Jesu überwunden wurde. Wahrscheinlich gehörten ursprünglich noch weitere, nicht erhaltene Figuren dazu. 

Der Chor fungierte seit 1541 als Grablege für neun sächsische Fürsten und deren Verwandte, die erst mit dem Übertritt Augusts des Starken zum römisch-katholischen Glauben endete. Seine Mutter und deren Schwester sind in der Schwesterngruft bestattet, die sich in der Allerheiligenkapelle befindet. Ursprünglich stand dieses zwischen 1703 und 1712 vom Dresdner Barockbildhauer Balthasar Permoser geschaffene Grabmal in der Lichtenburg zu Prettin, wurde jedoch 1811 nach Freiberg umgesetzt. Beachtenswert ist das von dem Lübecker Goldschmied Hans Wessel für 2800 Thaler erstellte mächtige Moritzmonument, zu Ehren Moritz von Sachsen. Er errang durch seine Dienste für den Kaiser die Kurwürde für Sachsen. Auch er liegt im Freiberger Dom begraben. Zudem wurden die wettinischen Särge, die ursprünglich in der Krypta der Dresdner Sophienkirche bestattet waren, nach der Zerstörung der Kirche 1950 ebenfalls in die Fürstengruft des Doms verbracht.

„Die erste in der Welt"

Der Freiberger Dom feiert den 300. Geburtstag seiner Großen Gottfried-Silbermann-Orgel. Seit 1714 erklingt sie – über die Jahrhunderte beinahe unverändert – in Gottesdiensten und Konzerten und zählt heute zu den wertvollsten Instrumenten der Welt. Das barocke Meisterwerk, das zu seiner Entstehungszeit die Initialzündung für den sächsischen Orgelbau gab, ist die bedeutendste Orgel Silbermanns.

Mit gerade 27 Jahren hatte Gottfried Silbermann 1710 den Auftrag für den Bau der Domorgel erhalten und schon lange vor ihrer Fertigstellung selbstbewusst verkündet, dass diese Orgel der Stadt zur Ehre gereichen werde. Sie werde „…dergleichen in Sachsen und weit und breit nicht von Güte" sein. Er sollte Recht behalten. So beschrieb im Jahr 1800 der Domkantor Johann Gottfried Fischer in den Freiberger Allgemeinen Nachrichten die Begeisterung eines italienischen Gastes namens Ganterie: „Dies ist die erste in der Welt!", soll dieser gerufen haben.

Ebenfalls noch aus der Zeit vor dem Brand 1484 stammt das eindrucksvolle Vesperbild, das auf die Zeit um 1430 datiert wird. Es zeigt die in Schmerz versunkene Maria mit dem Leichnam Jesu auf dem Schoß in einem spätgotischen Realismus, der bis zur Verwendung von Naturhaar für die Haare Jesu getrieben ist. 

Die Tulpenkanzel (Porphyrtuff, um 1505) gilt als ein Hauptwerk des Meisters „H.W.“ : „Die besondere Neigung des Meisters H.W. Zur freiplastischen Gestaltung...findet in der Tulpenkanzel...ihren vollkommensten und schönsten Ausdruck. Kanzelsäulen, - Korb und – Stiege als ein völlig bauungebundenes, frei ...aufstrebendes, steingewordenes Phantasiegewächs hat weder im Obersächsischen noch anderswo Vergleichbares...eine der herrlichsten, ja faszinierendsten Schöpfungen bildhauerischer Erfindungskunst der deutschen Spätgotik.“ Die Tulpenkanzel wird als Festtagskanzel zu hohen kirchlichen Feiertagen benutzt.

Namensgebend für die Bergmannskanzel waren Bergleute, die den Aufgang und den Kanzelkorb tragen. 

„Gott zu Ehren Hatt aus christlicher Andacht der Churf: S. Zehendner und Burgermeister allhier Jonaß Schönleben diese Cantzel zum gedechtmis machen lassen Ao: 1638“ und „Das Gott sein Heiliges Wortt Rein und unverfelscht auf dieser Cantzel erhalten und reichlich vortragen lassen wollte, bittet und wundschet Fraw Anna Schönlebin...von Hertzen...“-so die Mitteilung auf zwei Inschrifttafeln. Von dieser Kanzel wird sonntags gepredigt.

Unser Altstadtbummel

Der "Fortuna"-Brunnen ist vom Freiberger Künstler Bernd Göbel anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums gestaltete und im Boulevard Petersstraße 1986 eingeweihte Brunnenanlage. Ein sich nach oben und seitwärts windender Lebensbaum (Endpunkt als Wasserspeier gestaltet) beherbergt symbolhaft bedeutende und markante Persönlichkeiten aus dem traditionsreichen Stadtleben in Verbindung mit kristallartigen Formen.

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