Vineta-Stadt Barth - Ein grauer nieseliger Tag in schönen Altstadtgassen

Barth am Barther Bodden

Was macht man an einem nieseligen Tag. Wir geben die Hoffnung nicht auf, das es aufhört zu regnen und fahren nach Barth. Eine kleine Stadt unweit von Zingst auf der Boddenseite. Die kleine Stadt überrascht uns mit vielen hübschen Gassen, einem eindrucksvollem Marktplatz, einem Bodden-Hafen und der Sankt-Marien-Kirche. Blitz sauber und sehr still (leer) zeigt sich uns das Städtchen, bei so einem Wetter. Wir bummeln ganz in Ruhe durch die Altstadtgassen. Schön wars, aber nass. 

 

Wo sanfte Hügel dem Lande entfliehen, das satte Grün der Wälder am Horizont das Blau des Himmels umwirbt; der Wind, die Sonne und leise Wellen den Strand streicheln; hier soll es also gelegen haben, das sagenumwobene Vineta! Groß und mächtig soll es gewesen sein; stolz und stark und reich! Aber dünkelhaft und hochmütig seine Bürger. Bis das Meer und der Sturm die Stadt hinab zogen in die kalte Flut und mit ihr alles, was sie bewohnte.

 

Was aus der Stadt und ihren Bewohnern geworden ist? An schönen Tagen soll man leise die Glocken ihrer Türme hören. Aber halt!  Es sind wohl doch die Glocken von Sankt Marien die mit sonorem Klang zum Verweilen einladen. Gastlichkeit und Großmut sind eingezogen in unsere Vinetastadt, Freude und Herzlichkeit und Fleiß.

Die besondere Lage am Wasser lässt schnell erahnen, weshalb man Barth mit Recht das "Tor zur Ostsee" nennt: Ideal für den Urlaub am Strand und zugleich ein wundervolles Paradies für Natur-freunde und Wassersportler.Liebevoll restauriert präsentiert sich die Barther Innenstadt mit ihren großen und kleinen Bürgerhäusern.

Zwischen zwei slawischen Fischerdörfern entstand wohl in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts auf einer Erhebung eine deutsche Marktsiedlung. Ihr wurde im Jahre 1255 vom Rügenfürsten Jaromar II. das lübische Stadtrecht verliehen. Urkunden aus jener Zeit beweisen, dass sich die Stadt großer Sympathien der Rügenfürsten erfreute. Der letzte des Ranengeschlechts war Witzlaw III. - der einzige Minnesänger des norddeutschen Raumes. Er ließ um 1315 in Barth ein Schloss errichten, in dem er oft residierte. Witzlaw III. starb hier am 8.11.1325, und mit ihm erlosch das rügensche Fürstengeschlecht. Im Jahre 1369 beendete der "Ribnitzer Frieden" langjährige und kräftezehrende kriegerische Auseinandersetzungen mit Mecklenburg. Seitdem gehört Barth zu Pommern. Am längsten residierte Herzog Boglislaw XIII. in dieser Stadt. Er ließ das Schloss in ein zweigeschossiges, mit einem Turm versehenes Renaissancegebäude umgestalten.

Nach der politischen Wende wird seit 1991 der historische Stadtkern im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert, was zur Steigerung der Attraktivität der Stadt beigetragen hat. Der Hafenbereich (Westhafen) hat durch den Neubau von Reihenhäusern, Restaurants und Läden sowie durch den Abriss der ehemaligen Fischfabrik unter Bewahrung des denkmalpflegerisch interessanten Verwaltungstraktes ein neues Gesicht erhalten; die Hafenstraße wurde umgebaut.

Sankt-Marien-Kirche

Ein bedeutendes Bauwerk in Barth ist die im 13. Jahrhundert erbaute backsteingotische Sankt-Marien-Kirche. Der Bau der frühgotischen Hallenkirche begann mit dem rechteckigen Chor. Nach dem Langhaus wurde der Turm zuletzt angefügt. Das Innere wurde mehrfach verändert. Die letzte umfassende Umgestaltung erfolgte in den Jahren 1857–1863 auf Veranlassung Friedrich Wilhelms IV. von Preußen. Dem König war bei einem seiner Besuche die Marienkirche in Barth aufgefallen. Deren weiße Innenbemalung und nüchterne Innenausstattung gefielen dem Romantiker nicht. Er beauftragte den Schinkelschüler Friedrich August Stüler mit der Umgestaltung des Innenraumes im Stil der Neogotik.

Aus dem 14. Jahrhundert stammt die Tauffünte aus Rotguss unter der Kanzel. Sie ist das einzig erhaltene bronzene Taufbecken in Vorpommern. Die Orgel der Marienkirche, eine frühromantische Orgel, ist die Buchholz-Orgel mit dem größten Originalbestand an Orgelpfeifen in Deutschland. (Wikipedia)