Wanderung zum Kuhstall - Himmelsleiter - Schneiderloch - Krumme Emma

Wanderung zum "Kuhstall"

Heute habe ich den Vormittag verschlafen und mich darüber geärgert. Aber was ist das positive am Sommer, neben dem wunderbaren Wetter? Das es schon später Nachmittag sein kann und ich immer noch 4 Stunden, bei Sonnenschein, wandern kann.

Wir sind heute erst um 14.30 Uhr, in Dresden, gestartet. Am Ziel, das Kirnitzschtal in der sächsischen Schweiz,  waren wir eine Stunde später. Hier wollten wir heute zum "Kuhstall" einer großen Felsenhöhle wandern. Die Herausforderung bei dieser Wanderung, war für mich, meine Planung die Himmelsleiter, hoch auf das Dach der Felsenhöhle, zu meistern.

 

Ausgangspunkt unserer Wanderung ist der Parkplatz am Lichtenhainer Wasserfall im Kirnitzschtal, Kirnitzschtalstraße 11, 01855 Sebnitz. Bevor wir uns aber an den Aufstieg machen, ist erst einmal Kaffeezeit angesagt, mit dem plätschern der Kirnitzsch hinter uns.

Über die kleine alte Brücke gelangen wir unmittelbar auf den Wanderweg, der erst einmal Holzbalken- und Steinstufen hat. Am kleinen Wasserfall der Kirnitzsch, mit ihrem glasklarem Wasser vorbei, führt uns der Stufen-Weg stetig bergan, bis zur Wegmarke aus alten Zeiten.

Von hier aus führt ein breiter Wanderweg weiter bergan. Die Sonne sendet wunderbare Lichtspiele auf den Weg. Unweit der Wegmarke, stoßen wir auf einen kleinen offenen Platz, wo Steinbauwerke unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. 

Später öffnete sich ein Plateau mit Blick auf einen Sonnen-umfluteten Felsen. Wir gehen vom Wanderweg ab, auf diesen Felsen zu. Am Felsen angelangt sind wir begeistert. Hier finden wir einen "Kuhstall" in Miniformat, Felsen die Elefantenfüße, eine wunderschöne Felsformation und tolle Ausblicke.

Der "Kuhstall"

Zurück auf dem Wanderweg erreichen wir unweit das Berggasthaus "Am Kuhstall". Es ist leider nur bis 17.00 Uhr geöffnet, so dass es schon geschlossen war, als wir dort ankamen. Hier eröffnet sich der Blick auf die Felsenhöhle "Kuhstall". Ein bewundernswertes Naturbauwerk mit einem fantastischem Ausblick auf die Affensteine und andere Felsen.

Der Kuhstall ist das nach dem Prebischtor zweitgrößte Felsentor im Elbsandsteingebirge. Es befindet sich auf dem Neuen Wildenstein, einem 337m hohen, im 15. Jahrhundert von der Burg Wildenstein beherrschten Felsen der Hinteren Sächsischen Schweiz. Der Kuhstall liegt südlich des Lichtenhainer Wasserfalls und oberhalb des Kirnitzschtales bei Lichtenhain.

Der Name Kuhstall wird auf zwei mögliche Ursachen zurückgeführt. Zum einen versteckte die Bevölkerung der umliegenden Orte während des Dreißigjährigen Kriegs in dem sehr breiten Felsentor ihr Vieh vor marodierenden schwedischen Soldaten. Zum anderen wird vermutet, dass bereits die Bewohner der mittelalterlichen Burg, die zum Schluss zu einem Raubritternest verkommen war, dort das Vieh unterbrachten, das sie bei ihren Raubzügen erbeuteten.

Der Kuhstall entwickelte sich im frühen 19. Jahrhundert zu einer der Hauptattraktionen der Sächsischen Schweiz. Er war eine wichtige Station entlang des Malerweges. August von Goethe besuchte den Felsen im Juni 1819 und berichtete: „Eine freundliche Bewirthung mit Bier, Erdbeeren, Limonade u. Rum machten diesen Punct auch zu einem Erholungsplatz für den hungrigen und ermüdeten Körper."

Seit 1824 gibt es neben dem Felsentor ein Berggasthaus, das mehrmals umgebaut und erweitert wurde. Mit Eröffnung der Kirnitzschtalbahn zum Lichtenhainer Wasserfall ist der Kuhstall seit 1898 noch besser erreichbar.

Textquelle: Wikipedia

 

Die "Kuhstall"-"Himmelsleiter"

Auf einer Bank im "Kuhstall", habe ich eine verdiente Rauch- und Gedankensortier - Pause gemacht, mit Ausblick über Felsformationen der sächsischen Schweiz. Wunderbar. Heute konnte ich die Natur genießen und empfinden! Ich saß einfach nur da und schaute. Das fröhliche Spiel der Sonnenstrahlen im tiefen Grün der Bäume und die hell erleuchteten Felswände erzeugten pure Herzenswärme und ich dachte: so schön ist die Natur. An dieser Stelle nun, musste ich noch einmal tief in mich hinein horchen, um heraus zu finden, ob ich den Aufstieg über die Himmelsleiter wirklich wagen wollte. Ich war fest entschlossen es zu wagen, trotz Höhen- und Platzangst. Der Knackpunkt an dem Aufstieg war auch, erst mal angefangen, gab es kein Zurück. Trotzdem, heute war ich mutig, wie schon ewig nicht mehr.

Mein Mut-Ausbruch nahm seinen Lauf. Durch einen kleinen Höhlendurchschlupf stand ich nun vor der Himmelsleiter. Feste Metallstufen ohne Durchblick und Felsuntergrund, düsterer enger Aufstieg, aber zum Glück niemand weiter auf der Leiter. Michael ging hinter mir, um eventuell weitere Aufsteiger in einem Abstand von mir zu halten, den ich brauchte. Schon nach 18 Stufen, die ich leise mitzählte, was ich immer tue, um mich zu konzentrieren bzw. von meiner Angst abzulenken, kam die Angst. Ich begann laut und nachdrücklich zu zählen. Meine Hände wanderten an den Felswänden entlang und gaben mir Sicherheit. Mein Blick war fest auf die kleinen Stufen geheftet. Hoch oder zur Seite sehen war nicht möglich, dann wäre es vorbei gewesen.  Mein Angst bubberte im Körper, doch es gab nur noch vorwärts. An einer Stelle war es die Hölle. Auf der rechten Seite fehlte hier die Felswand und ein Geländer überbrückte den Felsspalt. Da ich aber nicht dort hin sehen konnte, weil ich dann auch meine Höhe gesehen hätte, fand ich mit meiner rechten Hand nicht sofort das Geländer. Michael führte dann meine Hand zum Geländer. Fünf Stufen weiter und ich hatte wieder die Felswand zum markieren. 

Auf dem Gipfel des "Neuen Wildenstein"

Die letzten Stufen wurden immer höher, doch dann konnte ich das Ende sehen und die Stufen lagen wieder auf dem Felsboden auf. 27 Höhenmeter und 113 Metallstufen weiter und ich war oben! Ich hatte es geschafft. Ich war ein Gipfelstürmer. Ich war oben! Ich schrie es laut aus mir heraus. ICH BIN OBEN!!!!!!!

 

Es war ein wunderbares Gefühl! als die Angst dem Stolz und der Freude wich. Ich hatte es geschafft! Der Ausblick über das Plateau und über die Felsgipfel,auf denen Kletterer gerade pausierten, war meine Belohnung. Es ist so fantastisch, oben zu stehen und über die Landschaft zu schauen. Für den Abstieg brauchte ich keine Nerven, da Michael an steilen Treppen vor mir ging und ich auf seine breiten Schultern schaute. Es waren sichere Stufen (135) vorhanden und keine steilen offenen Abhänge zu sehen. Unten angekommen, war mein Mut übermütig.

Abstecher zum "Schneiderloch"

Wir wanderten weiter, zum unweit gelegenen, "Schneiderloch". Der Weg dorthin, war die Herausforderung. Ein Weg, vom Abgrund getrennt durch ein Geländer! Früher wäre hier das Ende gewesen. Heute nicht. Selbst der Übertritt über den Felsen, bei dem das Geländer in Oberschenkelhöhe ist, war heute kein Hindernis. Die Augen auf die Füße gerichtet und in Richtung Felswand, schaffte ich es bis zum Eingang der Felsenhöhle. Der Einstieg war dann aber unmöglich. Doch die Aussicht von hier aus, war wieder neu und wieder wundervoll.

 

Was ich mich hier ernsthaft fragte, ich auch noch erkunden werde, wie Huf-ähnliche oder Fußabdrücke in den Sandstein kommen. Am Einstieg zum "Schneiderloch", konnte man glauben der Teufel hätte in dieser Höhle gewohnt, denn für Pferde war der Eingang viel zu klein. Ca. 5 Huf-ähnliche Abdrücke war dort erkennbar.

Auch dies war noch nicht das Ende meines MUT-AUSBRUCHS.

Rund um "Die krumme Emma"

Vom sicheren Wanderweg aus, zwischen "Schneiderloch" und "Kuhstall", schaute ich auf einen Felsen, der mich heute ebenfalls zur Erkundung einlud. Von unten hinauf gesehen (1. Bild) sah ich, dass es beschwerlich würde, erst einmal den Einstieg zu meistern.

Wanderer ermutigten mich "Danach wird es einfach und es lohnt sich. Es geht um den Felsen herum und hier kommen sie dann wieder raus. Auf ging es, einmal um "die krumme Emma" herum.

Auf das Eingangs-Plateau geklettert, im Entengang durch das kleine niedrige Felsentor mit dem Ausgang zur schmalsten Stelle, mit einem Geländer zur Schlucht hin. Heute konnte mich einfach nichts mehr schrecken. Es gelang, ohne Angst. Früher einfach unmöglich. Heute nicht. Ich wurde belohnt mit schönen Felsformationen durch die wir hindurch schlüpften und sicher wieder am Ausgangspunkt angelangten.

Noch immer pocht mein Herz. Noch immer kann ich diesen Mut-Ausbruch nicht verstehen. Muss ich auch nicht. Ich nehme ihn gern und sehr dankbar an. Ich freue mich auch schon auf nächstes Jahr, wenn wir diese Tour mit all unseren Kindern und Enkelkindern machen werden. Da läuft der Fotoapparat bestimmt heiß.

 

Der Aufstieg ist mit 20min ausgewiesen. Das müssen aber fitte und schnelle Wanderer sein. Wir brauchten für unsere Wanderung insgesamt 3,5 Stunden. Wir denken, mit Kindern dauert diese Tour gern noch 1 Stunde länger, da es super viel zu erklettern und zu erkunden gibt.

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