Reisebericht: Urlaub in Dänemark - Mols & Djursland 2018

Urlaub im Nationalpark Molsbjerge

Nach 1995 haben wir, in diesem Jahr wieder, einen Urlaub in der Region Jütland-Djursland verbracht. Speziell auf Mols, unmittelbar im Nationalpark Molsbjerge, hatten wir unser Haus gebucht. Das Haus war der Hammer und die Aussicht über die Århusbucht nach Århus war wundervoll. Der Skødshovedstrand ist ein schmaler Sand-Naturstrand, mit kleinem Segelhafen, einem lodderlichen Badehotel und für uns nicht sonderlich anziehend. Da wir aber immer unterwegs waren und der wundervolle Fuglsøstrand nicht weit, war uns das egal. In Tved hat der Dagli-Brugsen uns gut versorgt.   

Die Tage verbrachten wir hier und da und dort. Zu sehen gibt es so viel, das wir Djursland nicht einmal verlassen mussten. Wir fuhren auf den kleinen Straßen, die sich hier durch sanfte Hügel schlängeln, bergauf und bergab. Diese Landschaft wirkt so wundervoll sanft und lieblich. Diese Hügel, in braun-, grün- und gelbtönen, sehen so weich und anschmiegsam aus, das es einfach nur eine Freude ist, hier unterwegs zu sein. Auf den Hügeln drohnen Hügelgräber in Vielzahl und auch Dolmengräber , wie das Porskær Stenhus, sind zu sehen. Zeitzeugen der Geschichte, einfach so am Wegesrand. Überall standen Kühe und Pferde auf den Weiden. Wanderer und Radler waren in Vielzahl unterwegs. So einige Straßen „endeten“ im Himmel, im Meer oder an einer Hauswand. Immer wieder öffnet sich die Landschaft und gibt den Blick auf das Meer frei. Die Hügel Trehøje und Bavnehøje besteigen wir, um eine wunderbare Aussicht weit über das Land zu genießen. Die kleinen Straßen sind oft sehr eng, enden im Himmel oder an einer Hauswand, die man direkt umfährt, um dann unmittelbar am Meer entlang zu fahren. Kleine Orte, mit ihren kleinen Häusern säumen sie. Hier ist selbst die Autofahrt Urlaub. Wenig Autoverkehr, kaum Gegenverkehr, langsames fahren und dabei den Ausblick genießen, so kamen wir an fast jedes Ziel.

An den Naturstränden Rugård, Helgenæs-Sletterhagen, Fornæs, dem Strand der Steilküste Fuglsø und am Strand der Kreidefelsen Karlby/Sangstrup, sind wir gelaufen so weit unsere Beine uns trugen. Die Steilküste Karlby & Sangstrup waren der Hammer. 4 km weit, weiße Kreidefelsen, in denen kleine Schwalben ihre Nistplätze finden. Ich war im Traumland. Herz, was willst du mehr. Meer. Die Leuchttürme Sletterhagen und Fornæs geben bis heute ihre Signale an die Fischer. Es gab aber auch Strände, die sich versteckten, um nicht gefunden zu werden. So erging es uns mit der Ebeltoft-Steilküste und den rauen Klippen von Jernhatten, welche der Nationalpark Molsbjerge auf seiner Homepage zeigt. Picknick-Möbel brauchten wir in diesem Jahr nicht, denn wirklich überall, sind Picknick-Sitzgruppen zu finden.

Strand. All meine Sorgen trug der Wind weit hinaus auf das Meer, das oft ganz still und leise seine Wellen an den Strand schickte. Hier war ich frei und meine Seele baumelte zufrieden im Wind. Kieselsteine spielten miteinander und sangen dabei, die schönsten Melodien. Meine Füße mussten achtsam sein, um nicht über diesen oder jenen Stein zu stolpern. Meine Augen suchten zwischen den Steinen, Hühnergötter und Seeigel. 58 Hühnergötter und 24 Seeigel fanden so ein neues Zuhause. Auch schon getrocknete Seesterne fand ich, zu meiner Freude, am Strand. Auf einem großen Stein oder einer Picknickbank saßen wir und ließen die Zeit verrinnen. Ich sah den kleinen Wellen zu, schaute den Booten hinterher, sah Windmühlen im Meer ihre Räder drehen. Im Sonnenlicht zauberten Meer und Sonne fantastische Bilder, gab den Steinen im Wasser ihren Glanz und malten Farbstrukturen in das Wasser. Wir wanderte über den alten künstlichen Damm zur Schlossruine Kalo, die weit hin sichtbar, auf der Insel Kalo, im Meer steht. Auch an ihrem Steilhang verbrachte ich meine Zeit.   

Wir bummelten durch hyggelige Städtchen. Ebeltoft und Randers haben unser Herz im Sturm erobert. Grenaa war leider nicht so schön.

 

Dafür sind wir mehrfach in Ebeltoft gebummelt. Die mittelalterliche Stadt, ist echt hyggelig und viele kleine Häuser reihen sich dicht an dicht in den Kopfsteinpflasterstraßen, wie im Märchen. Das Cafe „Kræmerhuset“ bot uns das größte und leckerste Softeis. Ebeltoft hat wundervolle Museen. Den gamle Farvergården und Den Gamle Rådhus sind kostenlos zu besichtigen und unbedingt empfehlenswert.

 

Die königliche Fregatte Jylland ist, wenn man Eintritt bezahlt hat, eine Woche lang jeden Tag, zu besichtigen. Sie zeigt eindrucksvoll die Seegeschichte, das Leben an Bord, vor 100 Jahren. Ein fantastisches Erlebnis, auf 4 Etagen Schiff. Ruhige Plätzchen zur Kaffeezeit, fanden wir in den beiden kleinen Hafenanlagen, oberhalb der Altstadt. Auf der Suche nach der Steilküste Ebeltoft, fanden wir ein hyggeliges Picknick-Plätzchen im Øer-Maritime Ferieby. Eine Hafenanlage für Segler mit kunterbunten Ferienhäusern.

In Randers befindet sich die längste Fußgängerzone Dänemarks, die Sternförmig um den Rathausplatz angeordnet ist. Kleine Geschäfte, Restaurants und Cafe´s erfreuen die Herzen der Besucher. Das „Lagkagehuset“ am Rathausplatz, hat uns mit leckeren Törtchen verwöhnt.

 

Hier beeindruckte uns das, ebenfalls kostenlose, Museum – Handverkerhus. Auf 3 Etagen sind 24 vollständige Handwerks-Räume ausgestellt. Sie werden von ehrenamtlichen alten Meistern betreut, die gern und voller Stolz, ihr Handwerk und ihre Maschinen erklären. Hier ist zu spüren und zu sehen, mit wieviel Liebe zum Handwerk, die Ehrenamtlichen agieren. In der Schmiede habe ich ein kleines Hufeisen geschenkt bekommen und ein anderes wurde extra für mich angefertigt. Ich war total platt und konnte es kaum fassen. Herzlich geführte Gespräche, wundervolle funktionierende Werkstätten, ließen unseren Besuch zu einem fantastischen Erlebnis der Handwerksgeschichte werden.

Auch in zwei großen Museen haben wir begeistert, viel Zeit verbracht. Den gamle By, ist ein Freilichtmuseum mit herrlichen alten, teilweise ausgestatteten Stadthäusern, die alle zugänglich sind. So geht man durch die Geschichte einer Stadt. Pferdekutschen fahren durch die Straßen, Gänse kreuzen den Weg und einige Lädchen laden zum Shoppen ein. Darüber hinaus konnten wir in einer Sonderausstellung die Garderobe der Königin bestaunen.  

Gamle Elstrup beeindruckt schon vom Parkplatz aus. Ein königliches Schloss, dem das Grøne Museum angeschlossen ist, ist Freitags kostenlos zu besuchen. Das Schloss hat viele wundervoll restaurierte Räumlichkeiten, von der Einrichtung bis zur Tapete. Echter Wahnsinn. Das Grøne Museum, zeigt Landwirtschaft, Milchherstellung, Schlachterei und Küchen sowie Esskultur, im Bild der Jahrhunderte. Besser geht Geschichtsunterricht nicht. Ein Barockgarten sowie ein Gemüsegarten, die „Speisekammer vom Schloss“, rundeten unseren Besuch ab. Kostenlos so eine Vielfalt von Geschichte genießen zu können, hat uns total begeistert.

Tiere beobachteten wir in 2 Tierparks und im Kattegatcenter. Ree Parken Safari-Ebeltoft und Skandinavisk Dyrepark-Kollind haben riesige natürliche Tiergehege und der Mensch ist Gast. Beide Parks sind unterschiedlich und so wird es nicht langweilig. Beide Parks sind konzeptionell wunderbar und haben uns total überrascht und überzeugt. Tiererlebnisse und Entspannung vom Feinsten.

 

Im Ree Parken hatten wir Tier-Aussichten von den Wegen, über Hochstege und aus dem alten Land Rover. In 5 Kontinente gliedert sich der Park. Man braucht etwas Glück um die Tiere zu sehen. Diese halten sich natürlich, nicht immer, in Sichtweite der Menschen auf. Die Löwenfamilie konnten wir, aus verschiedenen Perspektiven, sehr gut beobachten. Die Land Rover-Fahrt würden wir nicht noch einmal machen. 

 

So nah, wie im Skandinavisk Dyrepark, waren wir Tieren noch nie. Von Rotwild, über Polarfuchs, Bären, über Eisbären und Seeadler bis hin zur Kreuzotter, konnten wir Tiere hautnah erleben. Die Fütterungen der Eisbären und Seeadler sollte man auf keinen Fall verpassen. Den Braunbären sahen wir, vor der Fütterung, beim Liebkosen zu. Die Fütterung hat uns nicht so gut gefallen, da sie eher an eine Zirkusnummer erinnerte.

 

Das Kattegatcenter hingegen war unruhig. In den Aquarien gab es viel zu sehen. Das riesige Haifischbecken mit Tunnel ist natürlich genial. Unmittelbar neben und über uns riesige Haie. Sehr beeindruckend. Unser Besuch am Robbenbecken war kurz, da der Himmel seine Schleusen öffnete. Das Essen im Kattegatcenter ist überhaupt nicht zu empfehlen.

Djursland war für uns die wundervolle Verbindung von sanften Hügeln, wunderbaren Stränden, hyggeligen Städtchen, fantastischen Museen und Tierparks, Meer und Meer und Meer. Es war wundervoll überall, egal wo wir waren, diese Ruhe, die Weite, die Natur und die freundlichen Menschen zu erleben und zu genießen, mit ganzer Seele. Diese wohltuende Stille, am Haus, am Strand und in den kleinen Häfen war Seelenbalsam für uns. Selbst in den Städten und Sehenswürdigkeiten war es nicht hektisch, laut oder unruhig, mit einer Ausnahme - dem Kattegatcenter Grenå. Djursland und seine Halbinseln haben uns überzeugt. Wir haben uns verliebt. Als Jammerbucht Fans können wir nur empfehlen, auch mal das Djursland zu besuchen.

Ausführliche Berichte und natürlich mehr Fotos folgen, auf den entsprechenden Unterseiten, in den nächsten Tagen. Schaut vorbei.

Schön, dass du meinen Reisebericht gelesen hast. Anregungen, Ergänzungen oder einfach nur einen lieben Gruß, kannst du gern als Kommentar hinterlassen. Ich würde mich freuen.

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Kommentare: 4
  • #1

    Hildegard Sieben (Samstag, 15 September 2018 18:33)

    Hallo Heike, dein Reisebericht ist so anschaulich und lebendig geschrieben, dass ich fast das Gefühl hatte ich war dabei. Vielen lieben Dank dafür. Liebe Grüße Hilde

  • #2

    Heike Pfennig (Samstag, 15 September 2018 23:08)

    Danke liebe Hilde, das dir mein Blog gefällt. Liebe Grüße Heike

  • #3

    JuHe (Mittwoch, 19 September 2018 16:14)

    Ein ganz toller und informativer Bericht - Danke Heike :-)

  • #4

    Heike Pfennig (Donnerstag, 20 September 2018 17:02)

    Vielen DANK JuHe und liebe Grüße nach Forst.