2019-Zingst - Reisebericht - Zingst, ein wunderbarer Ausgangsort um den Zingst, den Darß und Fischland zu erkunden.

Zingst-Urlaub vom Feinsten

Zingst, ein wunderbarer Ausgangsort um den Zingst, den Darß und Fischland zu erkunden.

Wie jedes Jahr sind wir Mitte März eine Woche in Zingst. Wir fahren hinter Karls Erdbeerhof in Richtung Prerow. Nicht über die Meiningenbrücke. Die Route ist schöner, immer direkt am Meer entlang und jederZeit die Möglichkeit über die Dünen zu schauen. Auch einen ersten Blick auf Wustrow, Ahrenshoop und Prerow genießen wir. Unsere Ferienwohnung in der Müggenburger Straße 41 – WG 30 der Familie Siems, ist nun schon mehrfach unser Zuhause in Zingst, mit herrlichen Sonnenbalkonen und Blick durch die Bäume auf das Meer. 

Zingst

Zingst ist herrlich zu dieser Jahreszeit, nicht alle Geschäfte haben hier Winterpause. An der Straße entlang, in Richtung Postplatz-Parkplatz, wuchsen schon die Osterglocken durch die Büsche. Ein herrlicher Anblick. Am Postplatz stehen die Fotokunstwerke wieder in Vielzahl. Herrlich anzusehen in diesem Jahr - „Naturgewalten“. Unweit davon steht die Fotoausstellung „Was Kinder der Welt essen“. Hübsche Kinder umringt von Lebensmitteln, die sie täglich essen. Erschreckend und doch wahr. Die kleine schöne Einkaufsstraße, in zwei Straßen, zu einem Bummel-Rundgang verbunden, führt direkt zur Seebrücke und zum weiten gelben Sandstrand mit niedrigen Dünen. Die Tauchglocke, am Ende der Seebrücke, liegt noch im Winterschlaf. Die kleinen Lädchen bieten von Schmuck, Bekleidung, Tee und Maritimen Schnickschnack ein bunt gemischtes Angebot. Das Zingster Heimatmuseum, liegt mitten im Ort. Wunderbar klein und liebevoll ausgestattet, gibt es zu jeder Jahreszeit einen Einblick in das Leben hier am Meer. Lohnenswert. Der Hafen liegt noch ruhig da. Auch wenn uns eine Eisbude schon von weitem lockt, es gibt kein Eis, geschlossen noch. Glück haben wir mit der Boddenrundfahrt, die am 15.3. wieder beginnt. Der Mississippi-Schaufelraddampfer fährt über eine Stunde gemächlich im Boddengewässer, mit Ausblick über die Inseln und auf die Meiningenbrücke. Wunderbar. Im September und Oktober kann man hier sogar die Kraniche beobachten.Abends essen gehen wir gern an meinem Geburtstag. Doch auch wenn es hier ruhig ist, Vorbestellung ist sinnvoll, da die wenigen offenen Restaurants gut gefüllt sind am Abend.Wir haben sehr preiswert und lecker im Klabautermann Zingst gespeist, sogar Eis gab es, wunderbar. Fisch, Steak, Gemüse und Bratkartoffeln waren auf den Punkt gegart. 

Prerow

Prerow-Weststrand ist unser erstes Ziel. Die Sonne hat uns eingeladen, zum Weststrand zu wandern. An diesem abseits gelegenen Strand, im Zentrum des Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gelegen, kommen wir nur zu Fuß oder mit der Pferdekutsche. Vom Parkplatz am Zeltplatz aus, wandern wir 5,5 km über einen gut ausgebauten Weg bis hin zu Holzstegen, durch den Urwald. Eine Wanderung die wir sehr empfehlen. Belohnung ist dann der herrliche Sandstrand am Darßer Ort, wo der Leuchtturm weithin grüßt. Seine Jahre sind gezählt, dass das Meer sich hier das Land holt. Der Leuchtturm wird unterspült und in ca. 50 Jahren, wird er wohl gefallen sein. Der gelbe Sandstrand zeigt hier sein schönstes Gesicht, von Windflüchtern in den Dünen gerahmt. Treibholz ist selten zu finden. Dafür finden wir Baumholzstücke, in unterschiedlichen Größen und Formen. Ein Plattwurm zerfressener Buhnenpfahl steht lose im Sand. Zum einpacken leider viel zu schwer. Bäume fallen hier in den Sand, die Stämme schauen noch aus dem Sand, wo einstmals noch Wald stand. Herrlich. Natur pur.

Ein anderer Strand liegt hinter dem Deich, am Informationszentrum vorbei. Ausgangspunkt hier, ist der Parkplatz am Edeka. Der Weg führt über den Prerowstrom, durch eine kleine Strandpromenade, hin zur Seebrücke Prerow. Auf dem Prerowstrom machen gerade Wildgänse Theater, die kleinen Ladenbuden und Restaurants sind alle noch geschlossen. So ist es auch hier wunderbar ruhig. Auch hier lädt uns gelber Sandstrand bis an den Horizont zum bummeln ein.

Prerow selbst, als kleiner Ort, ist überhaupt nicht zu vergessen. Hier finden wir noch Reet gedeckte Häuser in Vielzahl, auch alte Darßer Türen sehen wir noch. Auch hier ist fast alles noch geschlossen. Das Darßer Museum und das Bernsteinmuseum haben kurze Öffnungszeiten, die wir unbedingt nutzen. Der Schmuck von Moldenhauers (Bernsteinmuseum) ist mir ein heißes Begehr, sehr schön und zu guten Preisen. Daneben stimmt hier noch alles. Wir dürfen im Laden stöbern wie wir möchten, ein Plausch ganz nebenbei geht immer und natürlich finde ich auch mein Schmuckstück. Im Café Groth machen wir eine leckere Kaffeepause, für angemessene Preise. Leider gibt es auch hier kein Eis, erst ab April wieder. Aber der leckere Kuchen hat uns versöhnlich gestimmt. Auch im Boddenhafen ist es noch ruhig. Die alte Seefahrerkirche gegenüber ist leider nur Mittwochs auf, was wir vergessen hatten. Na dann eben im nächsten Jahr wieder.

Ahrenshoop

Ahrenshoop besuchen wir ebenfalls jedes Jahr. Auch hier reihen sich in der Straße wunderschöne Reetgedeckte Häuser in Vielzahl. Auch im Grenzweg und Hohe Dünenweg sind herrlich Häuser zu bestaunen. Der Ort ist bei Künstlern und Leuten mit Geld sehr beliebt. Leider zieren auch hässliche Neubauten die Straße. Die Restaurants auch hier, fast alle noch geschlossen, auch wenn ein handgeschriebenes Hinweisschild leckere Kaffeepausen verspricht. Die Türen verrammelt und ein Schild – geschlossen bis April. Macht nichts, wir wollen ja nur an den Strand und einer die Darßer Töpferei besuchen. Zum Strand unserer Wünsche gehen wir in diesem Jahr über den Grenzweg. Grenzweg, weil sich hier seit hunderten Jahren, die Grenze zwischen Fischland und Darß entlang zieht. Angekommen am Strand wenden wir uns nach links. Wir wollen zum Steilufer hin. Hier ist die Natur so wunderbar und zeigt ihr urtümliches Gesicht. Das Meer und der Wind nehmen hier die Ufer in ihre Kontrolle. Ein Hinweisschild macht uns auf die Gefahr aufmerksam. Doch es kümmert hier niemanden, auch uns nicht. In gebührendem Abstand zum hohen Ufer bummeln wir am Strand entlang. Die Steilhänge zeigen ein deutliches Bild von der Macht des Meeres im Wind. Hangrutsche sind hier nicht selten. Doch heute bleibt alles ruhig. Ich werde fündig. Hühnergötter, Holzreste und schöne Steine wandern in meinen Beutel. Ein Hangrutsch bis an den Meeressaum, beendet unseren Strandbummel hier. Zurück in die Ort steigen wir die Treppe hinauf zum Hohe Düne Weg. Komisch sieht es heute hier aus. Das Geheimnis lüftet sich schon bald. Der Weg ist nackt, ganz ohne seine alten hohen Pappeln, zu beiden Seiten des Weges. 58 Pappeln hat man hier gefällt, sie liegen nun am Wegesrand und geben den Blick auf die Reetgedeckten Häuser frei. Sie haben wohl zu viel Schaden gemacht, so daß man sich zum fällen und Neupflanzungen entschloss. Wir aber waren sehr erschrocken, denn der wunderbare Weg, war für uns nicht mehr schön. 

Fischland-Keramik-Schild am Grenzgraben Ufer, gleich unter dem Straßenschild Fischland, weist uns den altbekannten Weg, zum 350 Jahre alten ehrwürdigen „Dornenhaus“. Hier erwartet uns ein fantastisches altes Reet gedecktes Haus mit Kunstgarten und Galerie. Der Keramiker Friedemann Löber hat hier seine Oase und zeigt seine und andere Kunstwerke. Kunstwerke, die wir gern in dem schönen Garten anschauen, mit wunderbarem Flair. In diesem Jahr viel Neues, zwischen ernst und lustig. Der alte Fischerschuppen ist auch noch da. Irgendwie haben wir von der alten Fischlandkeramik nicht viel gesehen, oder haben wir es übersehen? Egal, im nächsten Jahr werden wir aufmerksam danach schauen.

Steilküste Wustrow

Auf der anderen Seite der Steilhänge von Ahrenshoop musste auch ein Zugang zum Hohen Ufer sein. Onkel Google half uns, diesen zu finden. Wir fuhren zum Parkplatz Niehäger Straße und von dort aus führte ein guter Weg durch die Felder zum Steilufer hin. Wir sahen schon das Meer leuchten, als auf dem Feld ein pinkfarbener Mann uns irritierte. Da, mitten auf dem Feld, stand der Riese. Onkel Google beantwortet unsere Frage. Es ist der „Bakelberg“, Fischlands höchster Berg mit 17,9 m. Seit 2017 thront anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Künstlerkolonie Ahrenshoop die Ahrenshooper Wegmarke "Schreitender Paul Müller-Kaempff" von dem Künstler Moritz Götze (bedeutender Pop Art - Künstler) auf dem Bakelberg. Jetzt lag der Blick über das Meer vor uns. Ein himmlischer Blick von oben, weit über das weite Meer. Im Sommer ist hier eine Saisontreppe, die jetzt noch fehlte. Wir hielten uns also links, in Richtung Seebrücke Wustrow. Ein herrlicher Wanderweg über die hohen Dünen mit fantastischem Ausblick. Hier entdeckten wir auch Bunkeranlagen, in den Dünen, wie wir sie bisher nur von Dänemark kannten. Auch im Wasser liegen hier Bunker. Nach ca. 1 km gelangten wir an den Strandaufgang 1 – Wustrow, der unweit der Seebrücke befindet. Nun ging es rechts entlang der Steilhänge.

Die Steilhänge hier, sind wesentlich zerklüfteter als die auf der Ahrenshooper Seite. Wunderbar. Auch hier gelber Sandstrand so weit das Auge reicht, auch Steine und Muscheln gibt es hier. Aber die Sandhänge sind das Schönste, hier am Strand. Nach einem ausgiebigen Strandbummel ging es, auf dem Wege wie gekommen, zurück zum Parkplatz. Wir schauen uns noch in Niehagen um. Hier stehen ebenfalls schmucke Reetgedeckte Häuser. Auch einen Reiterhof entdecken wir. Islandpferde stehen hier und am Zaun, hängen hübsch aufgereiht ihre alten Eisen. Wunderbare Mitbringsel für die Ostergeschenke, für je 1 Euro. Wieder lockt uns ein Hinweisschild zu einer Kaffeepause und wieder die Türen verschlossen. So ist es hier, im März.

Zingst-Boddenrundfahrt und Jagdschloss Gelbensande

Wenn das Wetter nicht so prall, setzt man sich auf einen Dampfer oder geht in ein Museum. Wir haben beides an einem Tag verbunden. Wir fuhren mit dem Mississippi-Schaufelraddampfer schipperten wir über den Bodden. Ausblicke über die Boddenlandschaft und Inseln, die Meiningenbrücke von Deck aus, waren wunderbare Augenblicke. Wir hatten Glück, das Wetter war noch ganz gut. Die Sonne lugte noch hervor und kämpfte mit den Wolken.Auf dem Damper hörten wir vom Nachbartisch eine Beschreibung vom Jagdschloss Gelbensande.

Da der Tag noch jung war, entschlossen wir uns kurzerhand, dorthin zu fahren. Der Himmel öffnete alle seine Schleusen. Das Jagdschloss ist ein wundervoll restauriertes Gebäude. Leider wird es, entgegen der Planungen, nur in der ersten Etage genutzt. Dort hat man liebevoll die Räumlichkeiten wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt und mit gesammelten Möbeln ausgestattet. Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert und wir wünschen dem Schloss, dass es bald als Ganzes wieder eine Bestimmung erhält.

Ein Urlaub im März ist lohnenswert. Nichts von der Hektik im Sommer zu spüren. Überall lehre weite Strände, keine Reihen von Strandkörben, überall blühen Krokusse, überall Ruhe und Natur pur. Fantastisch. Wir kommen wieder, im nächsten März.

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