3. April - Ein Tag der Erinnerungen, wundervoller Augenblicke und Ausblicke

3. April - Stadt unserer Liebe

14 Jahre ist es her.

Eine wortlose stille Fahrt nach Dresden.

Wir bummelten durch die Altstadt,

wo die Frauenkirche gerade gebaut wurde

und erste Häuser am Neumarkt entstanden.

Die Glocken der kath. Hofkirche klangen herab.

Eine Bank auf den Brühlschen Terrassen,

 

lud uns zur Bummelpause ein.


 

Nebeneinander, noch zaghaft mit Blick über die Elbe.

In unserer Lieblingsgasse (Münzgasse) unser erstes Essen. Kaffee gab es mit Ausblick über die Elbe, später dann.Ein warmer, sonniger Tag in Dresden. Ein Tag, der schön war und nichts versprach.

Unser erster gemeinsamer Tag.


Es folgten fast endlose Telefonate, täglich.

Nur am Wochenende blieb Zeit, uns zu sehen.

Eine erste Schnupperwoche hatte Konsequenzen.

Mein Umzug nach Guben, an deine Seite.

Nein, es war ganz bestimmt keine einfache Zeit.

Sorgen um die Kinder und Existenzangst plagten uns.

Alte eingefahrene Gleise, in deinem Leben,

waren nur schwer zu verlassen.

Es folgten sehr schwere Entscheidungen.

Sie schweißten uns zusammen und wir bauten unser gemeinsames Nest.

Jahre, in denen wir beständig auf der Flucht waren.

Leben? Wir rannten durch die Zeit.

Arbeit über alle Maße, Sorgen um die Kinder, Sorgen um den Arbeitsplatz,

finanzielle Nöte trieben uns. Nicht viel Zeit für Fröhlichkeit oder Gelassenheit.

Wir funktionierten, wie es erwartet wurde. Von jedem und allen.

Kämpften mit Widerständen, Mobbing, Forderungen und Erwartungshaltungen.

Zwei „erfahrene Hasen“, die sich zusammenrauften und ums Überleben kämpften.

Dem gemeinsamen Leben, dass Beste gaben, was für sie möglich war.

Sich gemeinsam in starker Liebe tragend und vertrauend.

 

An einem warmen Sommertag wurden wir zu Familie „Glückspfennig“ getraut.

Flitterwochen in Dänemark. Der 7. Himmel war so nah.

Psychische Belastungen forderten ihren Tribut, bei dir und mir.

Gemeinsam standen wir deinen Weg, in die Gesundheit durch.

Doch er hatte seinen Preis. Meine psychische Gesundheit.

Eine wunderbare Tür öffnete sich.

Wir gingen hindurch, dem Leben zugewandt.

Dresden war nun unsere Heimatstadt.

Ich bin noch immer psychisch krank und du noch immer an meiner Seite.

Wir haben gemeinsam lernt, das Beste daraus zu machen.

Gelernt, miteinander zu reden und zuzuhören, zu verstehen und zu akzeptieren.

Wir sind gewachsen, miteinander. Miteinander und zugewandter.

Unsere Ehe ist tiefgründiger und ehrlicher geworden, trotz meiner Krankheit.

Wir lassen uns den Freiraum zu leben, Entscheidungen für uns selbst zu treffen

und auch mal allein etwas zu tun.

 

Heute wandeln wir wieder auf unseren, altbekannten Spuren.

In den Straßen unserer Stadt der Liebe, unserer Heimatstadt.

Jedes Jahr waren wir hier, staunten über den Fortgang der Sanierung.

Sahen die Frauenkirche liegen und wieder erstrahlen.

Verfolgten zweifelnd die erste Bebauung von Häusern am Neumarkt,

der sich bis heute wandelte.

Nun erstrahlt er in seiner ungeahnten Schönheit und Weite.

Wir genießen den Blick und sitzen gemütlich im Straßenlokal.

Dann schlendern wir durch die Münzgasse, im unverändertem Flair,

hinauf auf die Brühlschen Terrassen.

Auch heute klingen alle Glocken der Stadt, laut aus der Höhe herab.

Am Brühlschen Garten, unsere Bank, lässt uns lächelnd zurückdenken.

Die erste zaghafte Berührung, vor 14 Jahren.

Ganz vorsichtig, den Arm auf der Banklehne entlang auf meine Schulter.

Auch von hier aus hat sich der Ausblick in die Altstadt verändert.

Die Frauenkirche drohnt hinter neuen Fassaden, in den Straßen.

Die Sonne strahlt im letzten Abendlicht.

Sendet uns ihre wunderbaren warmen Strahlen und sagt „gute Nacht“.

Ein schöner Abend geht zu Ende.

Erinnerungen, Wärme im Herzen, schöne Augenblicke und Ausblicke,

gutes Essen und ein Bummel im Herzen unserer Stadt.

Wie jedes Jahr am 3. April.

 

14 gemeinsame Jahre und kein bißchen leiser im Herzen.

Ich bin unendlich dankbar dafür.


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Kommentare: 1
  • #1

    Conny (Donnerstag, 04 April 2019 22:14)

    Ich wünsche euch beiden noch viele gemeinsame schöne Jahre zu zweit. Fühlt euch gedrückt aus der Ferne ��