Mein Reisebericht Rügen 2019 - 4 Tage für die Insel - 4 Tage Sonnenschein - 4 Tage pures Leben - 4 Tage Meer und Strand - Glowe, Sassnitz, Kap Arkona, Vitt, Loh

Reisebericht Rügen

Ende April ist eine sehr gute Zeit um Rügen zu erkunden. Zu dieser Zeit ist es auf der Insel noch ruhig.

Rügen, ich verneige mich vor deiner Natur. Rügen, du hast den Spagat zwischen Natur, Tourismus gut gemeistert. Ich hoffe sehr, es bleibt so.

Rügen, im Norden, da wo die Küsten steil ansteigen, die Kreidefelsen weithin leuchten, der Blick weit über die Felder gleiten kann, wo riesige Rapsfelder im satten gelb erstrahlen, die Alleen im frischen Grün ihre schönste Seite zeigen, wo die Straßen eng und ruhig sind, da wo die Strände viele Steine haben und noch einsam sind. Rügen, ja da war ich gern und ich werde wiederkommen. Ganz bestimmt.

Ein besonderer Dank geht an "Bernsteinteufel" - Facebook. Ohne ihre tollen Fotos und Hinweise zu den Stränden, wären wir sicher nicht dort hingefahren und hätten den Uferweg von Vitt nach Arkona nicht gewagt. DANKE

Fewo in Glowe

Unser Fewo haben wir über Touristik Paradies Rügen gebucht. Die Fewo Windland 3, in Glowe. Die Fewo war gut. Wir würden sie aber nicht noch einmal buchen, da der Balkon in gemeinsamer Nutzung mit der Fewo Windland 2 war, was bei der Buchung nicht zu erkennen war. Wenn beide Fewos belegt sind, dann noch Raucher und Nichtraucher aufeinander treffen, ist es anstrengend. Daneben war die Küche minimalistisch ausgestattet, maximal 4 Teile von Teller bis Löffel. So kamen wir nicht in die Verlegenheit, den Abwasch einen Tag stehen zu lassen, lach. In den Betten haben wir gut geschlafen, alles sauber. Die Kopfkissen jedoch, gehören ausgetauscht. Für unsere Bekleidung gab es einen guten riesigen Kleiderschrank. Alles gut, wir waren ja nur zum Frühstück und am Abend dort.

Glowe lag für unsere Urlaubsplanung ideal. Unweit von Sassnitz, Lohme und Kap Arkona. Glowe selbst ist schön. Einkaufen konnten wir im Ort bei Netto. Der Lila Bäcker hatte gute Brötchen, eine Eisdiele bot leckere Eisbecher mit Ausblick über das Meer zum Kap Arkona und eine Räucherei hatte sehr guten Fisch. Glowe bietet einen Jachthafen, Sandstrand und Steilküste mit Blick auf Kap Arkona. Die Steilküste war von unserer Fewo nur ein kurzer Weg, aus der Siedlung heraus, über die Hauptstraße, durch den wunderschönen Kurpark, die Treppe hinunter und rechts halten. Hierher verirrten sich nur wenige Urlauber. Für mich war das natürlich einmalig. Von hier aus war auch der Sonnenuntergang im Meer zu sehen. Ja, auch in Glowe gibt es ganze Ferienhaussiedlungen, sogar mit wunderschönen Reetgedeckten Häusern. Erschreckend, denn hier darf man nicht ständig wohnen. Es sind reine Ferienhaussiedlungen, die im Winter gespenstisch leer sind. Was gut ist, dass sich alle Siedlungen aneinander anpassen und große Bettenhäuser nicht zu finden sind. So bleibt das Ortsbild gewahrt. Glowe ist auf jeden Fall, ein Ort an dem ich auch länger Urlaub machen würde.

Sassnitz - Hafen & Steilufer

Klara, die Sonne begleitete uns alle Tage. Sie malte den Himmel meistens im schönsten blau. So hatten wir viel Zeit für wunderschöne Strandwanderungen, tolle Ausblicke über Land und Meer und unsere dicken Jacken konnten im Koffer bleiben.

Der einzige Tag, der nicht ganz sonnig war und auch ein paar Regentropfen fielen, war Samstag. Den Tag nutzten wir für Sassnitz. Wir parkten im Hafen-Parkhaus und hatte das große Hafengelände unmittelbar vor uns. Wir schlenderten durch die Geschäfte und entschlossen uns eine Bootsfahrt zum Königstuhl zu machen. Die Kreidefelsen sind in ihrer Größe, am besten vom Meer aus zu sehen. Da es regnete wurde es auf Deck schnell ruhig und so konnten wir die Aussicht auf die Kreidefelsen genießen. Im Anschluss trieb uns der Hunger in das Ostpreußische Hafenräucherei & Fischrestaurant im Hafen. Herrlich urig, freundliche Bedienung und leckerer Fisch. Wunderbar und sehr zu empfehlen. Satt und zufrieden ging es nun die kleine Promenade entlang, am Musikpavillon vorbei zum Steilufer Sassnitz. Steine, Steine und Steine. Hier brauchten wir gutes und festes Schuhwerk um mit sicherem Schritt hin zu den weißen Kreidefelsen zu gelangen. Vorbei an Baumstämmen, Wurzeln in den schönsten Formen bis nach Helgoland. Helgoland ist, mit einem Umfang von ca. 16 m, der sechsgrößte Findling auf Rügen. Ein wunderschöner Tag, voller schöner Augenblicke und Ausblicke.

Von Putgarten nach Vitt zum Kap Arkona

Sonne pur am frühen Morgen schon. Da ich unbedingt von Vitt zum Kap Arkona, am Strand entlang, wandern wollte, fiel uns die Auswahl vom Tagesziel für den Sonnensonntag nicht schwer. Auf ging es nach Kap Arkona. Vom Parkplatz Putgarten schlenderten wir über den Rügenhof nach Vitt. Weithin konnten wir über die Felder schauen. Rechts Raps in voller Blüte und links Wiese mit Löwenzahnblüten. Gelb war hier eindeutig die Tagesfarbe. An der kleinen, leider geschlossenen, Kapelle vorbei ging es durch das Fischerdorf Vitt. Kurze Rast mit dem besten Räucherfisch-Brötchen der Welt, ging es nun den Strand entlang zum Kap. Steine, Steine ... Nein, zum Steine sammeln bin ich nicht gekommen. Meine Aufmerksamkeit brauchte jeder Schritt. Wunderschön, der Blick über das Meer und über die immer steiler werdenden Hänge bis hin zu den Kreidefelsen am Kap Arkona. Das letzte Stück, das "befestigte" Ufer unterhalb der Leuchttürme, brauchte alle meine Nerven und Halt von Michael. Hier war der Hang schräg Mauer-befestigt und große Steine lagen hier. Das machte jeden Schritt angstvoll und unsicher, für mich. Vorbei an einer Ruine der ehemaligen Telegrafenstation von 1900 und die Königstreppe hinauf, dann ist es geschafft. Ein kurzer Wanderweg führt uns nun zu den Leuchttürmen. Für den Rückweg zum Parkplatz Putgarten nehmen wir die kleine Bimmelbahn. Beeindruckend und empfehlenswert, auch wenn auf allen Internetseiten vor dieser Wanderung gewarnt wird. Die Treppe und der Strand hat keine Verbotsschilder mehr. In eigener Verantwortung, der Gefahr bewusst, haben nicht nur wir, diesen Weg von Vitt nach Kap Arkona gewählt. Natur von ihrer schönsten Seite. 

Lohme - Wanderung zum Königstuhl

Wieder beginnt der Tag voll Sonne. Heute wollen wir nach Lohme, um dort an der Steilküste zum Königstuhl zu laufen und die Werkstatt "Rügensteine" ( http://www.ruegensteine.de) von Peter Müller zu besuchen.

Ein kurzer Bummel im kleinen Zentrum von Lohme führt uns schnell zum kleinen Hafen, der unterhalb von Lohme liegt. Wir haben die Wahl eine Treppe hinab zu steigen oder eine steile Straße zu laufen. Hinab wählen wir die Straße, für den Aufstieg nach der Wanderung die Treppe. Von oben haben wir einen wundervollen Ausblick auf Kap Arkona, über den Hafen und auf den riesigen Findling "Schwanenstein". Am Café "Niedlich" vorbei geht es nun auf den Hochweg in Richtung Königstuhl. Ein guter Waldwanderweg oberhalb des Ufers, der zu dieser Jahreszeit immer wieder tolle Natureindrücke - Meerblicke freigibt. An einer Weggabelung entscheiden wir uns für den jetzt unteren Wanderweg. Ein sehr schmaler Weg, der manchmal etwas Nerven braucht (meine) um eine enge Kurve zu nehmen oder eine Abhangstelle zu umschreiten. Aber die Begeisterung über die märchenhaften Ausblicke lässt mich meine Angst überwinden. Immer wieder einmal gehen wir hinunter an den Strand, der auch hier voller Steine ist. Leider ist meine Konditionierung heute nicht so gut, so daß mir der Weg über die Steine verwehrt ist. Ich habe heute zu viel Angst und schon jetzt einen unsicheren Tritt. Nach ca. einer Stunde bummeln auf dem Wanderweg, ist dieser zu Ende. Enttäuscht drehen wir um. Später erhalten wir im Touristenbüro die Auskunft, dass nur der obere Weg zum Königstuhl führt. Eine Sonnenkaffeepause im Café Niedlich, mit Meer-Ausblick, beendet unsere Wanderung. Die Treppe hinauf führt uns der Weg nun in den kleinen Laden "Rügensteine". Klein und urig, voller Bernstein-, Seeglas- und Stein-Schmuck. Ein herzliches Gespräch nebenbei und der Kauf ein paar Seeglas-Ohrringe beenden unseren Tag in Lohme. Wundervoll wars.

Strandwanderungen in Dranske & Kerptiz

Die Sonne macht keine Pause. Heute geht es nach Dranske und Kerptiz. Nur Strand steht heute auf dem Programm. Danske ist der letzte Punkt hier oben auf Rügen. Eine alte Betonstraße führt zum Endpunkt. Hier ist der Strand mit flachem Ufer und überall stehen die Angler im Wasser. Der Leuchtturm von Hiddensee leuchtet herüber.

Dranske auf der Boddenseite bietet einen schönen Ausblick, eine große Hotelanlage und Sandstrand. Lange bleiben wir hier nicht. Wir fahren weiter nach Kerptiz. Dorthin führt eine sehr kleine Straße, bis zum "Letzten Imbiss vor der Küste Dänemarks". Und ja, wir fühlen uns ein wenig wie in Dänemark. Einen Parkplatz finden wir nicht, so dass wir uns an den Feldrand stellen, wo schon andere Autos parken. 

Ein kurzer Weg führt direkt an die Steilhangtreppe. Ups, diese ist sehr steil, aus Metall, mit guter Durchsicht durch die Stufen. Aber mit Konzentration auf Michaels breite Schultern, meistere ich den Abstieg und erlebe einen wundervollen Ausblick die Küste entlang. Herz was willst du mehr? Steilküste, Strand, Meer, Steine und ein Ausblick auf den Leuchtturm Hiddensee. Wunderbar. Michael mit Fernglas und ich mit den Augen überall, oben zum Steilufer, unten auf den Steinen und rückwärts immer neue Eindrücke vom Leuchtturm sammelnd, laufen wir zwei Stunden am Strand. Seelenzeit pur.

Wiek am Bodden - eine Enttäuschung

Auf dem Rückweg entschließen wir uns zu einem Stop in Wiek. Ein wenig  bummeln und vor allem etwas essen. Wir hatten Hunger. Auch Wiek ist sehr still. Ein paar schöne Häuser und eine tolle alte Kirche. Die Hafenanlage ist neu und gut. Essen? Hafenmeisterei mit Imbiß. Hilfe, nein dass konnte nicht wirklich wahr sein. Ein kleines Lädchen, voller Regale mit ... eine Verkaufstheke und dahinter zwei Damen, die auf einer ca. 1,5 m langen "Kochplatte" Fischbrötchen und mehr frisch zubereiteten. Die beiden konnten sich kaum drehen. Es sah aus ... Gruselig. Vor 50 Jahren in der DDR wäre es sicherlich normal gewesen. Heute, verschlug es uns nur die Sprache und den Appetit. Gruselig. Na gut, es gab ja auch noch einen Italiener im Hafen. Alles schick - Eiscafé und Pizzeria. Als wir dann aber die Karte aufschlugen, das Angebot und die Preise sahen, waren wir satt. Ähm, wir wollten nicht die Kellnerin mitbezahlen. Pizza ab 10,00 Euro aufwärts, Pasta ab 14,00 Euro aufwärts. Frustriert machten wir uns auf den Weg zum Auto. Der Italiener, mit guten Preisen und vielfältigem Angebot im Ort, hatte leider noch zu. Die Bäckerei, gegenüber der Kirche rettete uns. Ein schnuckeliger Garten, leckerer Kuchen und guter Kaffee bzw. sogar Cochiato für mich, ließen unsere Nerven wieder zur Ruhe kommen und verhinderten eine Magenrebellion. 

Kurzstop in Binz, auf dem Heimweg

Auf dem Heimweg, hielten wir noch in Binz an. Wir wollten noch etwas bummeln und die herrschaftlichen weißen Villen bestaunen. Wir bummeln die Strandpromenade entlang, mit Blick auf die Villen und das Meer. Alles wirkt hier sehr fein. Die alten Villen strahlen in ihrer Schönheit und zeigen die wundervollen Ideen der Architekten im 1900 Jahrhundert. Holzbalkone und Holzverzierungen in wundervoller Vielfalt. Auch der Strand ist piksauber und am Meer entlang führt ein breiter Trampelpfad, an dem sich viele Leute tummeln. Die Strandausblicke, über die Strandkörbe hin zu den Villen gefällt mir am besten. Nein, Urlaub würde ich hier nicht machen. Hier sieht die Natur so glatt rasiert aus, auch wenn es herrlich ist.

Rügen, wir kommen wieder

Wir hatten wundervolle Sonnentage auf Rügen, in wundervoller ursprünglicher Natur. Nein, viele Steine habe ich nicht gefunden. Dazu waren die Strandwanderungen zu lang und ich musste mich sehr auf meine Schritte konzentrieren. Doch ein Herzstein, ein Donnerkeil, ein Kreidestein, zwei Hühnergötter, ein DDR-Mark-Stück und ein paar Steine für Steinmännchen, habe ich im Gepäck. Ich bin zufrieden und glücklich, mit diesen Fundstücken. Wir nehmen viele wunderbare Eindrücke von unseren Wanderungen mit und die Sehnsucht dies alles bald noch einmal zu erleben. In der Nebensaison bis 30.04. ist die Insel sehr ruhig. Auf den engen Straßen und am Strand waren wir oft allein. Es hat so niemanden gestört, dass wir langsam gefahren sind und hier und da auch mal angehalten haben. Ja, Restaurants und Läden sind nur begrenzt offen, aber das hat uns nicht gestört. Wichtig ist, bei einem Urlaub auf Rügen aber, Bargeld in der Tasche zu haben. Bargeldlos bezahlen ist hier nicht erwünscht, auch in Restaurants nicht. Auf unsere Nachfragen dazu, bekamen wir die Antwort, dass ein Kartenlesegerät zu teuer ist.

Ein Urlaub auf Rügen ist sehr empfehlenswert. Wir kommen wieder, ganz bestimmt.

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