Eine fürstliche Hochzeit ohne Gleichen - 1719 wurde 28 Tage die Jahrhunderhochzeit des Sohnes Augusts des Starken. Zeitreise 30m x 3m - Leinwand

Eine fürstliche Hochzeit ohne Gleichen

Kurfürst August der Starke hatte große Pläne für seinen Sohn. Also schmiss er für ihn die größte Hochzeitsparty weit und breit. Die 40 legendären Tage von 1719 begannen und Gäste aus aller Welt feierten in Dresden.

 

Im September 2019 jährt sich eines der bedeutendsten Feste der gesamten Epoche zum 300. Mal: Die Jahrhunderthochzeit des Sohnes Augusts des Starken, Friedrich August II mit Maria Josepha von Österreich 1719.

 

Höhepunkte waren die Planetenfeste und Events an zahlreichen Orten in Dresden. So wurde der Zwinger als VIP-Partylocation offiziell anlässlich der Hochzeit eingeweiht. August der Starke schenkte seine musikliebenden Sohn eigens ein neues Opernhaus am Zwinger - die Eröffnungspremiere war integraler Bestandteil der Hochzeitsfeierlichkeiten. Nun wird dieses barocke Großereignis noch einmal erlebbar!

Quelle: https://www.dresden.de/de/

Zehn Jahre wurde an dem Projekt gearbeitet, um die virtuellen Darstellungen historisch genau zu gestalten. Dr. Christian Striefler, Geschäftsführer der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG), bei der Vorpremiere: „Es ist uns sehr wichtig, sächsische Geschichte zeitgemäß zu vermitteln. Wer dies tun will, muss sich mit den Möglichkeiten moderner Technik befassen und sie nutzen, um historische Inhalte gut aufzubereiten.“

Quelle: www.bild.de 

In dieser Kuppel kann man zur Jahrhunderthochzeit August des Starken gehen. Drei Euro Eintritt kostet das Ereignis. In Gruppen von ca. 30 Personen wird man in den Filmsaal geführt. Dort steht man, mit guter Sicht und kann die Hochzeit hautnah erleben. Es ist gigantisch. Mehrfach musste ich meine Begeisterung ausdrücken. Es war einfach toll. Schwierig war es manchmal das Gleichgewicht zu halten, auf Grund der bewegten Bilder. Ich kann es sehr empfehlen, hinzugehen.

Als August der Starke 1719 seinen einzigen Sohn mit einer Habsburg-Prinzessin verheiraten kann, wird an der Elbe ganze 28 Tage lang gefeiert. Mit Lustbarkeiten aller Art von großen Bällen bis zum Hahnenkampf. Höhepunkt war eine Folge von Festen, die von den sieben damals bekannten Planeten des Sonnensystems inspiriert waren. Bei der Saturn-Party ließ man beispielsweise 1400 Bergleute aus dem Erzgebirge in traditionellen Trachten aufmarschieren. Das sah nicht nur beeindruckend aus, sondern machte auch gleich augenfällig, wo das Herrscherhaus der Wettiner seine Geldquellen hatte.

Sein Reichtum wiederum machte August den Starken zu einem attraktiven Verhandlungspartner, wenn es um strategisch geschlossene Ehen auf höchster europäischer Ebene ging. Als Gemahl von Maria Josepha, der Tochter Karls VII., war der Wettiner-Spross Friedrich August eigentlich automatisch Anwärter auf den österreichischen Kaiserthron – den ihm dann aber 1745 doch noch Maria Theresia wegschnappen sollte.

Davon freilich ahnte in Sachsen vor genau 300 Jahren keiner etwas, darum war die Feierlaune ungetrübt.

Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/dresden-feiert-1719

Der König hatte für die Hochzeit eine Reihe von neuen Paraderäumen nach französischem Vorbild einrichten lassen, die mächtig Eindruck machten. Und ab Ende September auch wieder die Besucher von heute blenden sollen. Denn nach zehn Jahren aufwändigster Rekonstruktion ist die Zimmerflucht im 2. Stock des 1945 völlig ausgebrannten Westflügels endlich für das Publikum zugänglich, ein weiteres Highlight im Museumskomplex der einstigen Herrscherresidenz. Teile der erlesenen spätbarocken Einrichtung hatten den Krieg dank rechtzeitiger Auslagerung überstanden. Und auch mehrere Originalgewänder, die August der Starke 1719 trug, sind erhalten, was besonders bei den Kollegen in Versailles Neidgefühle weckt, weil es von Ludwig XIV. kein einziges Kleidungsstück mehr gibt.

Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/dresden-feiert-1719

 

MorgenPost-Reporter waren auch da. Wir waren in der Zeitung, lach.

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