Depression · 2021/10/01
Wie war dein Urlaub? Gut. Wie war dein Urlaub wirklich? Ich weiß es nicht. Er war irgendwie anders. Ich glaube ich bin nie wirklich angekommen. Ich hatte Urlaub. Einen Traumurlaub auf einer kleinen Insel im Südfünischen Meer. Wir waren eingeladen worden, von Anette. Einfach so. Hier ist es ruhig und das Meer, das du so liebst ist immer in der Nähe. Hier kannst du zur Ruhe kommen und Kraft tanken, sagte Anette.

2021/10/01
Ærøskøbing ist der historische Hauptort der Insel. Es befindet sich in der Mitte der Nordostküste Ærøs und ist ca. 750 Jahre alt. Die Stadt steht unter Denkmalschutz und erhielt 2002 den Europa-Nostra-Preis. Ærøskøbing ist eine Märchenstadt, in der die Zeit stehen geblieben ist. In einer Vielzahl von schmalen Gassen reihen sich kleine Jahrhunderte alte bunte Häuser aneinander. Vergeblich sucht man hier große Läden, eine Gågade, Einkaufzentrum oder diese neuen...

2021/09/28
Vorwort: Wir sind in diesem Jahr einer Einladung auf die Insel Ærø gefolgt. Wir suchten keine lebendigen Orte, keinen Massentourismus. Wir suchte nur Ruhe und Stille. Ich wollte wieder zu mir kommen, nach einer Familientragödie. Dieser Urlaub war anders, als all unsere Dänemarkbesuche bisher. Die kleine Insel kann man mit dem Fahrrad in 2 Tagen umrunden und man hat alles gesehen. Man kann aber auch, wie wir, zwei Wochen auf der Insel verbringen. Noch nie, bin ich so wenig Menschen begegnet....

Trauer · 2021/09/27
Heute verließ ich mit der Fähre die Insel der Stille. Zwei Wochen waren wir dort im Urlaub und nun ging es nach Hause. Zurück in den Wahnsinn dieser Welt. Ich habe 2 Wochen die Stille dieser Insel und das Meer genießen dürfen, soweit ich das konnte. Nun stand ich hier auf der Fähre, sah den Wellen zu, die den Weg der Fähre nachzeichneten, bis hin zum Horizont. Ich schaute über das Meer, hin zu den kleinen Sonnenstrahlen, die Licht in die Dunkelheit brachten und auf dem Waser Glitzer...

Trauer · 2021/09/06
Und dann war er da, der Tag an dem ich Abschied nehmen musste. Die Klinik hatte mir dafür einen Wochendurlaub bewilligt. Nun wurde ich konfrontiert. Unausweichlich. Der Tag war da und ich hoffte ich würde ihn gut überstehen. Früh am Morgen, holten mich mein Mann und mein Sohn ab. Ich selbst hatte es entschieden, von der Klinik aus, nach Warnemünde zu fahren. Es war eine gute Entscheidung, denn ich hatte geschlafen und war ausgeruht, wenn auch unter Hochspannung. Wir hatten ein gutes...

Trauer · 2021/09/05
In meinem Klinikaufenthalt, stand ich irgendwann im Raum der Stille. Nein, das war nicht wirklich ein schöner Raum, aber das Kirchenfenster mit dem Kreuz darunter versöhnte mich. Ich konnte da sitzen und mein Zwiegespräch mit Gott halten, dass darin bestand, ihm Vorwürfe zu machen. Dann ging ich wieder, um wieder zu kommen. Ich rief die Krankenhaus-Seelsorgerin an und vereinbarte einen Termin mit ihr. Ich brauchte einfach jemanden der mir zuhörte und verstand. Vor Beginn meines Gesprächs...

Trauer · 2021/09/01
Liebe Jenny, heute habe ich einen alten Blogbeitrag gefunden, in dem ich mir viele Fragen stellte. Fragen, zu Themen bei denen wir aneinander geraten sind. Das heißt, du hattest eine andere Meinung, einen anderen Standpunkt, eine andere Sichtweise, als ich und hast mich damit unter Druck gesetzt, mit Vorwürfen konfrontiert oder einfach nicht mehr mit mir gesprochen. Deine Ablehnung war dann, mit allen Sinnen, zu bemerken. Ich konnte sie oft nur schwer aushalten. Sie machte mich hilflos. Ich...

Trauer · 2021/08/30
Wieder sitze ich hier und schreibe dir. Meine Gedanken stehen nicht still. Auch wenn ich weiß, ich bekomme keine Antwort, frage ich mich immer und immer wieder warum. 4 Monate nach deinem Tod haben wir noch immer keine vollständigen Obduktionsunterlagen, die uns Fragen beantworten könnten. Wir wissen, dass diese Unterlagen die Fragen auch stehen lassen können. Doch ich möchte Klarheit, denn damit kann man besser leben bzw. trauern. Ich denke die Polizei hat deine Akte schon geschlossen....

Trauer · 2021/08/30
Liebe Jenny, bei einem der letzten Kontakte zu mir, hast du mir die Frage: Was hast du mit meinem Namen gemacht, an den Kopf geknallt. Du wolltest deinen Geburtsnamen annehmen, wie ich später erfuhr und wie "deine Familie" heißen. Nach dem Bundesdeutschen Recht war das unmöglich. Aber von vorn. Dein Vater und ich hatten für dich den schönen Vornamen Jennifer ausgesucht. Als zweiten Namen, der zu DDR-Zeiten, nur in der Geburtsurkunde und im Ausweis erschien, solltest du den Namen deiner...

Trauer · 2021/08/26
Liebe Jenny, meine Gedanken stehen nicht still. Immer wieder spreche ich mit dir, auch wenn du mich nicht mehr hören kannst. Ich habe so viele Fragen, finde Antworten, die mir nicht gefallen. Ein paar wenige Menschen schrieben mir ein wenig aus deinem Leben. Ich glaube dein Cousin M. und dein Freund J. haben wirklich gesehen, was in dir wühlte, was dir dein Leben schwer gemacht hat. Auch wenn M. keine Ahnung davon hatte, dass du schwere depressive Schübe hattest, ahnte er doch unwissend,...

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