Assens & Halbinsel Helnaes

Wieder malte die Sonne den Himmel wunderbar blau. Wir fuhren nach Assens.

 

Assens liegt südlich von Middelfart am kleinen Belt. Die Stadt erhielt 1524 die Stadtrechte und war im Mittelalter wichtigste Überfahrtstelle nach Schleswig. Die Frue Kirche mit ihrem achteckigen Turm stammt aus dem 15. Jahrhundert.

 

Angekommen parken wir hinter der alten Tabakfabrik und haben vor uns die „preisgekrönte“ Einkaufsstraße, die Hauptstraße der Stadt - „die bei vielen als die schönste Einkaufsstraße Dänemarks gilt“ - schreibt Visit Assens.

Irgendwie müssen wir in der falschen Stadt gewesen sein, denn wir haben nicht sehr viel von Schönheit oder Preisgekröntem gesehen. Abgesehen vielleicht von den gut gestalteten Parkbuchten entlang der gesamten Straße, die natürlich zu geparkt waren. Ein paar Geschäfte und ein paar schöne Fachwerkhäuser luden vielleicht zum einkaufen ein, aber nicht zum flanieren. Einer der ältesten und besterhaltensten Kaufmannshöfe Dänemarks ist wieder ein Blickfang, wenn die Baugerüste einmal verschwunden sind.

Je näher wir dem Hafen kommen um so schöner wird die Straße, die hier von kleinen bunten Häusern auf der einen Seite und auf der anderen von einer bootsähnlichen Ruheinsel gesäumt wird. Eine gelungene Schlusskomposition zum Hafen hin.

 

Vor uns liegt nun der Hafen, mit seiner Willemoese Statue, ein paar Booten und der Fähre. Der Leuchtturm am Ende der Mole ist so klein, dass wir ihn fast übersehen hätten. Am Kaiende nahe dem kleinen Leuchtturm liegt ein alter Segler vor einem tiefroten niedrigem Gebäude. Ein Blick der verzaubert.

Der Hafen selbst hat wenig Flair und lud uns nicht zum verweilen ein. Am Hafenkiosk gönnen wir uns ein lille Softeis, mit Blick zurück auf die Stadtsilhouette. Der schönste Blick auf die Stadt, das alte Badehotel und das alte Hafenkontor. An diesen beiden ehrwürdigen Gebäuden vorbei gelangten wir in die schönen Gassen von Assens. Diese alten Gassen, die wir lieben, zum flanieren, bummeln und schauen.

 

Wir fuhren 20 km weiter in den Süden, zur Halbinsel Helnaes.

Über einen Damm ist die ehemalige Insel heute mit Fünen verbunden. Direkt hinter dem Damm liegen die Hügel Bobakkerne. Sie öffneten uns einen fantastischen Blick über die Insel, hin zum Leuchtturm. Sonnenblumen und eine alte Windmühle luden uns zur Pause ein. Das ist Dänemark, das ist Fünen, das ist Märchen.

 

Wir fuhren die kleine Straße über die Insel, an schönen Reet gedeckten Häusern und großen Landhöfen vorbei, bis Linde Hoved. Dort erhebt sich der 28m hohe Leuchtturm Helnaes Fyr. Vom Parkplatz aus entdeckten wir einen Dolmen, hinter dem Feld. Leider führte kein Weg dorthin und über das Feld wollten wir nicht laufen.

Pech, der Leuchtturm war heute auch nicht zu besichtigen. Ein kleiner Weg, direkt am Leuchtturm vorbei, endete an einem sehr kleinem Aussichtspunkt mit 4 Stühlen, oberhalb des steilen Meeresufers. Über eine kleine Treppe konnten wir noch ein paar Meter laufen, aber das Ufer lud hier nicht zum wandern ein. Ein schönes Fleckchen Erde. Wir setzen uns auf die Stühle, schauten in die Ferne, hörten dem leisen Plätschern des Meeres zu und genossen das Dasein. Schmetterlinge tanzten über uns im Blütenstrauch.

Auf dem Rückweg, legten wir auf einem Park- und Picknickplatz, kurz vor dem Damm, noch eine Pause ein. Das Ufer dort war eine kleine Steilküste. Oh ja, dass ist Urlaub wie wir ihn mögen.

 

Heike Pfennig

08.09.2016


Fotoimpressionen aus Assens

In der Frue Kirche

Der kleine Hafen


Impressionen von der Halbinsel Helnaes