Den Fynske Landby

Wir lieben Freilichtmuseen, daher war eines unserer ersten Ziele auf Fünen, das Freilichtmuseum „Fynske Landby“ in Odense.

 

Das Museum wurde 1942 gegründet und am 1. April 1946 eröffnet. „Es zeigt 25 ländliche Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Höfe und Häuser, die hier zusammengetragen wurden, stammen alle ursprünglich aus Dörfern von Fünen und Inseln. „Es ist wie eine Zeitreise in ein Dorf, das so aussieht wie zu H. C. Andersens Zeiten – mit Fachwerkhäusern, Gärten, Dorfteich, Haustieren und bearbeiteten Feldern“, lasen wir auf  Visit Dänemark . Unsere Erwartungen waren sehr hoch und wurden übererfüllt, obwohl wir im September dort waren, denn nur in den Ferienmonaten wird hier die Geschichte lebendig.

 

Durch die Eingangshalle hindurch, ausgerüstet mit einem Dorfplan und einer tollen Dorfbroschüre, begannen wir unsere Rundreise in die Vergangenheit.

Es war wie im Märchen, auf dem Land, mit den Gänsen die über die Dorfstraße watscheln, Schweinen die grunzend vor ihrem Stall liegen, schönen alten Bauerngärten, Dorfteich, Apfelbaumwiese, Kuhweide und Pferdekoppel. Diese herrlichen Gebäude von Armenhaus, Pfarrhaus, Schule, Landarbeiterhaus, Vierkanthäuser, Vierseitenhöfen über Windmühle, Wassermühle und Gefängnis ließen unsere Zeit sehr kurzweilig werden.

Schmiede, Rundofenziegelei, Weber- und Tabakhaus, Löffelmacherwerkstatt, Sattler – und Schumacherwerkstatt sowie ein Korbmacher gaben uns gute Einblicke in das Handwerksleben in den alten Zeiten. Eine Zeitreise ohne Beamer.

 

Wir schauten in Keller, Stall, Küchen, karge Stuben und auch gute Stuben ebenso wie in Schlafkammern und Schlafzimmer. Manches Schrankbett rief schon beim Anblick Platzangst hervor. Der Pfarrhof zeigte ein Stückchen vom „besseren“ Lebensstandard im 19. Jahrhundert. In der alten Schule gab eine Schulstube, die wie im 19. Jahrhundert eingerichtet war. Nicht nur wir versanken in Erinnerungen und setzten uns fröhlich auf eine der Schulbänke. Es fehlte der Rohrstock auf dem Lehrerpult. Den gab es wohl in den dänischen Schulen damals nicht (?). Das Gefängnis lud zum gruseln ein, ein Keller mit Zelle für die Inhaftierten und darüber ein Fachwerkbau als Lagerraum. Ein Blick hinein reichte uns völlig aus.

 

Abwechslung gab es in Hülle und Fülle durch die kleinen, unterschiedlichen Bauerngärten. Es blühten noch viele Blumen, anderswo reifte das Gemüse und Obst, wieder anders der Pfarrhofgarten, da und dort Hopfengestänge und riesige Tabakpflanzen vor dem Tabakhaus. Einfach wundervoll.

 

Darüber hinaus hatten wir auch immer wieder einen anderer Blick auf die schönen Höfe oder die Dorfidylle. Bänke und Sitzgruppen luden an verschiedenen Standorten zum pausieren ein. Wirklichkeit wie es sie nur im Märchenland geben konnte, denn nichts störte dieses wunderbare Paradies. So gar die Sonnen malte den Himmel in seinem schönsten Blau.

 

„Es war so schön auf dem Lande …. „ schrieb einst H. C. Andersen 1844 in seinem Märchen „Das hässliche Entlein“. "Vielleicht dachte er dabei an seine fünische Heimat. …", schreibt die „Den Fynske Landby " - Broschüre zur Einleitung.

 

Ja, Fynske Landby ist jeden Besuch wert. Besonders natürlich mit Kindern in der Ferienzeit, wenn das Dorf zum Leben erweckt wird und auf der Freilichtbühne die Märchen von H. C. Andersen aufgeführt werden.

 

Es war einmal... ein Tag voller schöner Momente.

 

Heike Pfennig

07.09.2016