Odense

Odense wo man auf den Spuren H. C. Andersen wandeln kann oder die Odyssee auf dem Weg zum H. C. Andersen Hus.

 

„Die Stadt wurde erstmals 988 in einem Dokument, das von König Otto III.erstellt wurde, erwähnt. Der Name der Stadt kommt wahrscheinlich aus der Wikingerzeit, als die Kultstätte "Odins Vi" zu Ehren des Gottes Odin errichtet wurde. Während eines Bürgerkriegs wurde die Stadt im Jahr 1240 teilweise zerstört. 1355 bekam Odense die Rechte einer Handelsstadt. Von 1654 bis 1658 war Odense dänische Hauptstadt. 1805 wurde Hans Christian Andersen, der wohl berühmteste Sohn der Stadt, geboren. Der Dom, die gotische Sankt Knuds Kirke aus dem 14. Jahrhundert, zählt zu den bedeutendsten dänischen Sakralbauten und besitzt einen berühmten Altar des Lübeckers Claus Berg (1520). Das Rathaus der Stadt wurde 1880 errichtet“ (Quelle: Wikipedia).

 

Unser Besuch in Odense begann, wie ja meistens, mit der Parkplatzsuche. Wir hatten uns im Stadtplan schon einen ausgesucht, doch der Weg dorthin war durch eine große Baustelle versperrt. Diese riesige Baustelle sollte uns noch mehrfach ärgern. Unweit des Doms aber fanden wir einen kleinen Parkplatz mit Automat. Der Automat bekam unser Kleingeld und ließ uns 4,5 Stunden Zeit für die Stadt.

Der Sct. Knuds - Dom war unsere erste Station. Er ist im gotischem Stil erbaut und hat ein sehenswertes Inneres. Hier wurde H. C. Andersen 1819 konfirmiert. Leider wurde sie gerade renoviert, so dass wir nicht so viel sehen konnten. Auch die Krypta war durch die Baustelle verdeckt.

 

Am Rathaus vorbei, über den großen Platz gelangten wir dann in die Fußgängerzone, die insgesamt 3 km lang ist. Ja, heute wollten wir bummeln. Hier gab es links und rechts große und kleine Geschäfte in allen Preiskategorien. Wir schauten hier und schauten dort. Wir hatten unseren Spaß. „Inspiration“ - ein Laden der mich magisch anzog. Ach was gab es hier zu sehen, so viele schöne Dinge. Ich glaube kein Dänemarkfan kann an diesem Laden vorbei gehen. Voll inspiriert, lach, wanderte eine rote Eieruhr zu mir. Oh mein Gott und dann sah ich sie. Hoptimisten in Reih und Glied, ein ganzes Regal voll, groß und klein. Ja, einer sollte heute mein werden. Aber welcher bloß? Der Wikinger, der Gardesoldat, der Dänemarkfan, der Frosch …. Der Dänemarkfan wackelte in meinen Rucksack. Wir schlenderten die lange Straße hinunter, entlang an prächtigen Häusern und unter Beachtung der rasenden Fahrradfahrer. Auffallend waren für uns die Skulpturen der Andersenmärchenfiguren, die wir hier und dort entdeckten.

 

Pause. Vom bummeln hatten wir genug. Wir machten uns auf den Weg zum Elternhaus H. C. Andersen. Ein kleines gelbes Fachwerkhaus, was sich an die Straße schmiegte. „Hier verbrachte der Dichter seine Kindheit, als Sohn eines Schuhmachers und einer Waschfrau. Seine liebste Beschäftigung war das Leben der Phantasie. Mit 14 zog es ihn dann in die Welt. Die sehr kleinen Räume vermittelten uns einen Blick in das sehr bescheidene Leben der Familie Andersen. Auch ein kleiner Garten gehört zum Haus, in dem viele Blumen und Pflanzen blühen, die Andersen beschrieben hat. Bleibenden Eindruck hinterließ die quirlige Angestellte des Museums. Sie strahlte eine Freude und Begeisterung aus, wenn sie über Andersen erzählte, dass uns eine Freude war ihr zuzuhören. Sie erzählte uns vom „Hässlichen Entlein“ - „Andersen hat sich oft so gefühlt, da er 1,85 groß war und Schuhgröße 47 hatte. Die Fußabdrücke auf der Straße, sind genau in seiner Größe. Wenn du ihnen folgst, kannst du auf den Spuren des Dichters gehen. Du kommst an vielen Orten vorbei, wo der Dichter einmal war“. Nun wussten wir auch, was die Fußspuren, die wir schon entdeckt hatten, zu bedeuten hatten. Wir entschlossen uns den Weg zum H. C. Andersen Hus diesen Spuren zu folgen.

 

So begann unsere Odyssee dorthin. Die Spuren führten uns vorbei am Dom, am Kloster der Grauen Brüder - in deren Garten Hans Christian Andersen sich oft aufhielt – bis hin zum Theater. Dort verloren wir die Spuren. Der Stadtplan musste uns den weiteren Weg zeigen. Wir gingen weiter weiter am Schloss vorbei – in dem Andersens Mutter gearbeitet hat und Andersen im Schlosshof mit den Kronprinzen spielte. Hinter dem Schloss fanden wir dann die Fußspuren wieder, die uns zur Sct. Hans Kirche brachten. In dieser Kirche wurde Hans Christian Andersen am Ostermontag 1805 getauft. Sie ist wunderschön und einen Besuch wert. Dann waren die Spuren wieder verschwunden, eine Baustelle versperrte uns den weiteren Weg, mit Ausblick auf das Museum. Unsere Füße wurden langsam müde. Wir irrten eine Weile herum, die richtige Straße, um die Baustelle herum, zu finden. Als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten, fanden wir das wundervolle H. C. - Andersen-Viertel. Hier liegt das Haus, in dem der Dichter, der Überlieferung nach, am 2. April 1805 geboren wurde. Es ist eins der schönsten alten Viertel, mit wunderschönen Gassen. Ups und dann waren wir am Andershaus, auf der Rückseite und wieder der Blick auf die Baustelle. Mein Blick wurde aber von einem Lädchen abgelenkt, an dem über der Tür ein Schwan hing. Das war der Hammer, alles was das Dänemarkfanherz begehrt und eine Weihnachtsstube dazu. Es gab kein Entkommen. Die Verkäuferin erklärte uns dann auch den Weg zum Museum. Einen Umweg weiter, mit Sicht auf die Baustelle, erreichten wir den Eingang vom Museum „H. C. Andersen Hus“.

 

Das Museum ist wirklich toll, doch muss man die dänische oder englische Sprache verstehen, um etwas mitnehmen zu können. Wir verstehen leider beide Sprachen nicht. In großen Glasvitrinen wird hier die Geschichte des Lebens des Dichters dargestellt. Die Ausstellungen hinterfragen die Person und die Welt, in der er von 1805 – 1875 lebte. So sahen wir Dokumente, Fotos, Informationen zu seinen Reisen und eine Vielzahl Scherenschnitte und Zeichnungen des Dichters. Zu sehen ist auch ein umfassende Büchersammlung aus der ganzen Welt.

 

Den Weg zurück in die Fußgängerzone fanden wir zum Glück sehr schnell. Wie? Keine Ahnung? Wir hatten durch die Baustelle total die Orientierung verloren. Nur ein Straßenhinweis an der Baustelle und die Erinnerung daran, dass wir dort gewesen waren, brachte uns zurück. Eine Stück Apfeltorte und ein Kaffee beendete unseren Tag in Odense.

 

Odense, eine wunderbare große Stadt, die viel zu bieten hat. Toll zum bummeln und einkaufen, Museen zu besuchen, auf den Spuren Andersens zu wandeln. Wir haben längst nicht alles gesehen, längst nicht alle Gassen durch wandert. Für einen Besuch in Odense sollte man sich besser vorbereiten und sich entscheiden – gehen wir bummeln und einkaufen – wollen wir Museen besuchen – wandern wir auf den Spuren H. C. Andersen. Wir werden wieder kommen, ganz bestimmt. Dann werden wir uns mehr Zeit nehmen für den Spurenweg und das H. C. Andersen – Viertel.

 

Heike Pfennig

15.09.2016


Odense - auf den Spuren von Andersen

Sct. Knuds Dom - Andersens Konfirmationskirche

Andersen Märchenfiguren im Stadtbild von Odense

Haus der Andersen - Kindheit

Auf Andersens Spuren

Sct. Hans Kirche - Andersens Taufkirche

Hinter dem Andersen - Museum - Lieblingsladen

Andersen Hus - Museum

Andersen - Geburtshaus (im Andersen Hus)