Keine Antwort ist auch eine Antwort oder ist eine Antwort zu viel verlangt?

Keine Antwort ist auch eine Antwort?

Es gibt immer wieder Situation, wo ich glaube anders zu sein.

Empfinde ich zu viel? Bin ich zu leicht verletzbar? Erwarte ich unangemessene Leistungen? Habe ich zu hohe Anforderungen an Menschen? Vielleicht gibt es ja einen Grund, dass mich Menschen so behandeln? Vielleicht sind diese Menschen aber auch einfach nur oberflächlich und zu selbst-bezogen und merken gar nicht, dass sie mich verletzen. Fragen über Fragen, die mein Kopf mit Chaos füllen.

 

Ich bat einen, mir sehr vertrautem Menschen, per WhatsApp, um Hilfe.

 

Auf meine WhatsApp bekam ich tagelang keine Antwort. Mein Bauchgefühl warnte mich, doch ich hörte nicht zu. Ich wollte nicht alte Erfahrungen gelten lassen. Ich glaubte ehrlich, wir hätten ein gutes Verhältnis und würden uns gegenseitig helfen. Ich blieb dabei, daran zu glauben, dass es schon erledigt würde, ansonsten hätte ich bestimmt schon eine Antwort. Doch mein Bauchgefühl wurde stärker, je länger die WhatsApp unbeantwortet blieb.

 

Warum bekam ich keine Antwort? Was hatte ich getan? Ich fragte per WhatsApp nach und wollte nur eine einfache Antwort: JA oder NEIN. Es ist doch keine Schwierigkeit eine Antwort zu schreiben, oder doch? Auch diese Nachricht blieb unbeantwortet.  

Habe ich zu hohe Erwartungen? Bin ich eine Antwort nicht wert? Was habe ich getan, dass ich keine Antwort erhalte? Habe ich irgendwo einen Fehler gemacht? Welchen Fehler habe ich gemacht, dass ich so ignoriert werde? Bin ich nicht gut genug? Fragen über Fragen.

 

 

Ich bin tief verletzt darüber, so gar keine Antwort zu erhalten, einfach ignoriert zu werden. Ich kann damit nicht umgehen. Ich fand nicht den Mut mit Michael darüber zu sprechen. Doch er entdeckte die Nachrichten gestern „Gut, wenn das so ist, werde ich eben morgen, nach der Arbeit, rüber fahren und es selbst erledigen“, war seine Reaktion. Oh mein Gott, dieser Mensch ist einfach zu gut für diese Welt. Ich bat ihn, lieber erst einmal selbst telefonisch nachzufragen. Vielleicht irrte ich mich ja doch.  

„Ich muss einkaufen, dann muss ich einen Karton suchen, alles einpacken, dann muss ich schauen wann die Post auf hat (sie ist nicht immer geöffnet, aber in jedem Kaufland kann man Päckchen abgeben), Porto, ich muss das Päckchen abgeben, ich muss alles bezahlen, ich brauche aber mein Geld jetzt, Heike schreibt nur wenn sie was braucht, es ist mir zu viel Aufwand“, war die Begründung, dass meine Bitte nicht erfüllt wurde. Diese Ausflüchte hätte ich alle nicht gebraucht. Eine klare Antwort hätte mir vollkommen gereicht.

 

Einkaufen, Päckchen packen, abschicken war die Hilfeleistung, die ich mir gewünscht hatte und das Geld hätte ich, online im voraus, überwiesen. Und ja, ich habe in diesem Jahr schon geschrieben, Fotos gesendet und von Usedom eine Postkarte geschickt. Und ja, wir haben in diesem Jahr schon so einige Dinge für diesen Menschen erledigt. Wir haben noch keine machbare Bitte ausgeschlagen. Vergessen? Selbstverständlich, dass wir es tun? Wir tun es gern, aber auch für uns bedeutet es, so manchen Aufwand, den wir nie ansprechen würden, weil für uns die Hilfe selbstverständlich ist. Ein Päckchen zu packen ist für mich sehr schwer. Das es, für andere Menschen, auch eine Belastung ist, habe ich nicht bedacht.

 

Ich hatte eine einzige Bitte, in diesem Jahr! Diese war nicht einmal eine Antwort wert. Und das macht mich verrückt und es tut mir weh. Dieses ignorieren kann ich nicht nachvollziehen und es macht mich kirre. Ich fühle mich wertlos, abgelehnt und schuldig. Ich suche die ganze Zeit nach Antworten. Chaos pur.

Was war der Hinderungsgrund mir nicht zu antworten? Was ist so schlimm daran, mir zu antworten: nein, das möchte ich nicht tun? Warum, zur Hölle, kann man mir nicht sagen, was Sache ist? Warum werde ich einfach ignoriert? Was habe ich getan, dass ich so abgewatscht werde? Womit habe ich das verdient? War meine Bitte wirklich so unverschämt? Bin ich nicht gut genug? Bin ich es nicht wert, eine Antwort zu bekommen?

 

Ich habe mich auf einen Menschen verlassen, dem ich nicht mal eine Antwort wert bin. Ich bin auf die Nase gefallen.

 

Es tut mir echt leid, so einen riesigen Aufwand angefragt zu haben. Ich habe mich getäuscht und habe eine stumme Ohrfeige erhalten. Ich bin tief verletzt über die Art und Weise wie ich behandelt werde. Manchmal wünschte ich, so zu sein wie Michael - es einfach als gegeben hinnehmen können. Doch ich kann es nicht. Ich bin anders. Ich bin verletzt und in mir wühlen die Gedanken.

 

Ich denke ich bin es wert, auf eine Frage, eine Antwort zu erhalten. Wenn einer eine Frage stellt, gibt man eine Antwort, für mich so selbstverständlich wie Bitte und Danke, jedenfalls in einer guten Kommunikation und erst recht in einer guten Beziehung. Ja, es sind meine Erwartungen. Und ja, ich denke, dass ist nicht zu viel verlangt.

 

Nur Menschen, für die ich nicht gut genug bin, die mich nicht wertschätzen, antworten nicht und ignorieren mich. Ich bin so traurig darüber. Ich bin so enttäuscht. Ich hatte es in meinem, nur sehr begrenzten engen Umfeld, von niemandem erwartet. Nicht mehr. Ich habe mich getäuscht. Die alten Wunden sind aufgerissen und tanzen mit der neuen Wunde Ringelreihen. Ich will das nicht! Die Beziehung ist mir zu wichtig. Ich habe so viele schöne Momente gehabt. Und doch bin ich tief verletzt.

 

Ich will das nicht! Ich will nicht so behandelt werden! 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0