Ich ignoriere mich nicht mehr. Ich treffe MEINE Entscheidungen! Ich stehe zu MIR selbst! Ich glaube an mich selbst! Ich vertraue meinen Sichtweisen!

Ich ignoriere mich nicht mehr. Ich stehe zu mir selbst!

Ich selbst, habe in der Therapiestunde, auf eine Nachfrage, geantwortet: ICH HABE MICH IGNORIERT! Es hat mich tief erschüttert. Es ändert aber nichts, da es die ungeschönte Wahrheit ist.

 

Ignorieren ist eine schlimme Erfahrung für mich, die ich schon sehr früh machte. Ich kann es nicht aushalten und fühle mich sofort minderwertig und suche die Schuld bei mir.

 

Es gab und gibt in meinem Leben Menschen, die dieses Verhalten hinnehmen und nicht so schlimm empfinden, dass mag sein.

Aber ich für mich, möchte es nicht erleben, weil es mir weh tut.

  

Ich erlebe Ignoranz als deutliches Zeichen,

dass ich dem anderen nicht wichtig bin,

ich nicht angenommen werde,

ich dem anderen keine Antwort wert bin.

 

Es raubt mir meine Kraft.

 

Ich möchte das nicht mehr, denn ich bin es wert als Menschen angenommen zu werden.  

Eine altbekannte Situation, in altbekannter Reaktion

Vor ein paar Wochen, kam es zu so einer Situation, in unserer Familie. Nicht zum ersten Mal. Ich stellte eine Frage, mit einer Bitte verbunden und bekam keine Antwort. Meine Nachfrage: ja oder nein, blieb ebenfalls unbeantwortet. Eine Nachfrage von meinem Mann, wurde sofort und ausführlich beantwortet. Das verstärkte noch meine Gedanken, meinen Vertrauensverlust. So unternahm ich einen weiteren Versuch, ins Gespräch zu kommen und das Problem für mich zu lösen. Ich schrieb ihr, wie ich mich fühlte, dass ich verletzt war und doch einfach nur eine Antwort erwartet hatte. Ich fragte sie, warum sie mir nicht antwortet, sich aber mit anderen über das Thema unterhält. Ich bekam keine Antwort. Es war eine furchtbare Situation für mich, in der ich allein stand. Ich war so tief enttäuscht, weil ich so ein Verhalten, mir gegenüber, nicht mehr erwartet hatte. Ich fühlte mich wertlos, so ohnmächtig und glaubte wieder einmal, ich hätte einen Fehler gemacht. Auch ein Gespräch mit meinem Mann, änderte daran nichts. Ich schrieb einen weiteren Brief, in dem ich noch einmal erklärte wie ich mich fühlte, welche Gedanken mich leiteten und entschuldigte mich für mein Verhalten. Mit einem Anruf nahm sie meine Entschuldigung an. Kein Wort zum Thema, kein Wort, dass es auch ihr leid tun würde. Für sie war das Thema damit geklärt.  

Therapie-Erkenntnisse und meine Entscheidung

Das Problem war für mich nicht geklärt. Meine Gedanken und Fragen rumorten in mir. Es war wieder so ein Tropfen, in mein Fass – unbeantwortete Fragen, eine Verletzung und ich lies es zu.

Drei Stunden meiner Therapie verbrachte ich damit, mir klar zu werden, wo ich bei dem Thema stehe. Warum es mir so weh tut. Woher ich diese Ignoranz kannte und was sie in mir auslöste. Welche Erwartungen ich hatte. Warum ich ihr geschrieben hatte. Warum ich mich entschuldigt hatte. In der Therapie wurde ich bestärkt an mich und meine Sichtweisen zu glauben. Meine Sichtweisen sind nicht falsch. Es folgte ein sehr langes Gespräch mit meinem Mann. Ich hatte für mich eine Entscheidung getroffen und ich stand dazu. Wieder schrieb ich einen Brief. Noch einmal erklärte ich meine Sichtweisen und ich nahm meine Entschuldigung zurück. Natürlich bekam ich auch auf diesen Brief keine Antwort. Ich hatte auch keine erwartet. Nun war das Problem für mich geklärt. Ich hatte für mich selbst gesorgt.

Ich stehe zu meinen Sichtweisen, für ein gutes Miteinander

Für mich ist es eine völlig normale Grundregel der Kommunikation, auf eine Frage zu antworten.

Für mich ist das eine Grundlage für gegenseitigen Respekt, Achtung und Wertschätzung.

Ich spreche ehrlich aus, was mich verletzt, wo ich ein Problem habe.

Ich erkläre, was mich verletzt, wie ich mich fühle und wie ich denke, wenn mir der Mensch wichtig ist. Ich kann damit Verständnis erreichen, Missverständnisse beseitigen, das Problem lösen und somit die Beziehung stärken. Ist mir der Mensch unwichtig, spare ich mir diese Mühe.

Ich spreche über das Problem mit der betreffenden Person.

Ich löse mein Problem nicht mit oder über eine dritte Person.

Ich lasse nicht mehr zu, dass eine dritte Person, die Verantwortung zur Problemklärung übergeben bekommt und diese selbstverständlich annimmt.

Eine dritte Person kann weder für mich sprechen, noch für mein Gegenüber.

Ich kann nicht dafür, wenn Menschen nicht gelernt haben, sich ihren eigenen Verhaltensweisen zu stellen und ihre Probleme selbst zu lösen. Ich kann es akzeptieren, so lange es mich nicht selbst betrifft. Es ist ihr Leben.

MIR gegenüber, muss ich dieses Verhalten NICHT tolerieren und wortlos hinnehmen. Ich möchte Veränderung, für mich!

Ich habe mich nicht ignoriert!

Ich ignoriere mich nicht mehr! Ich habe es geschafft, das erste Mal! Ich weiß nicht, ob ich es beim nächsten Vorkommen auch wieder umsetzten kann. Es ist sehr schwer für mich, es fühlt sich noch so falsch an. Ich weiß, dass es meine alten Glaubenssätze sind, die da wirken. Es braucht seine Zeit, bis sie dauerhaft positive Veränderung annehmen.

 

Ich habe noch einen weiten Weg vor mir. Egal, für diese Situation habe ich MEINE ENTSCHEIDUNG getroffen. Mir war der Mensch wichtig, ich aber nicht für ihn! ICH LASSE LOS!