Ich möchte, dass es mir gut geht. Es liegt in meiner Verantwortung. Ich erkenne, beachte und halte meine Grenzen ein.

Ich möchte, dass es mir gut geht. Dafür bin ich selbst verantwortlich.

- Mein Therapiestunden-Rückblick -

 

Es geht mir schlecht! Warum? Was ist der wirkliche Auslöser? Handle und entscheide ich wirklich so, dass es mir gut geht dabei? Wie kann ich mich verändern, damit es mir nicht mehr schlecht geht? Was möchte ich tun, damit es mir gut tut?

 

Auf der Suche nach dem Auslöser – Warum ging es mir schlecht?

 

Ausgangspunkt meiner heutigen Therapiestunde, war meine Aussage zu Freitagnacht und Samstag, als es mir sehr schlecht ging. Ich konnte die Last auf meinen Schultern sogar körperlich spüren, hatte Beklemmungen, habe mich übergeben, befand mich im Gedankenkarussell und war zu nichts fähig.

Wo war der Auslöser dafür? Meiner Meinung nach lag es daran, dass Michael kurzfristig für einen Tag zu seiner Tochter fuhr. Ich glaubte, dass ich damit haderte, dass für ihn und seine Tochter die Welt in Ordnung war, nur eben meine nicht und das aber nicht von Bedeutung ist. Doch diese Situation, mir ihrer ungelösten Problematik, war nicht der Auslöser. Sie hat nur meinen direkten Auslöser noch wesentlich verstärkt.

 

Mein Gespräch, die Nachfragen und das fortwährende zurücksetzen auf den Punkt, durch meine Therapeutin, brachten mich zu einer anderen Erkenntnis.

 

Auslöser meiner schlechten Phase war, dass Michael am Freitag zwei mal meine Grenzen überschritt, ohne dass ich es ihm ehrlich mitteilte bzw. ich aus der Situation heraus ging. Ich habe meine Grenzen selbst nicht beachtet.

Zwei Situationen – Zwei Grenzverletzungen

Die erste Situation war, dass Michael, nicht wie verabredet, mit mir zum Einkaufen zu Rewe fuhr, sondern einfach in Richtung Altstadt fuhr, weil er vorher noch etwas anderes einkaufen wollte, was ich nicht wusste. Als ich es bemerkte, mehrfach nachfragte und dann selbst die Lösung selbst fand, war ich völlig überfordert. Ich sagte mehrfach, dass ich nicht in die Altstadt wolle und dann reagierte ich nicht mehr. Ich war sauer und wütend. Warum fügte mich der Situation? Weil ich aufgegeben hatte, weil ich Michael nicht verärgern wollte und weil ich dachte, bei so einem Pillepalle kann ich nicht einfach streiken.

 

Die zweite Situation kam dann nach dem einkaufen, als Michael verschiedene Dinge zusammenpackte. Verwundert stellte ich eine Nachfrage dazu. Erst da, teilte er mir mit, dass er sich entschieden hatte, am Abend oder nächsten Morgen, nach Guben zu fahren. Ich habe kein Problem damit. So lies ich ihn fahren und überlegte nicht weiter. Doch tief in meinem Inneren bohrte etwas.

  

Was war also anders? Anders war, dass seine/unsere erste Planung: wir haben ein Sonnenwochenende vor uns, da können wir gemeinsam etwas unternehmen, irgendwohin fahren, mit einem Schlag, für mich keinen Bestand mehr hatte. Anders war, dass er mich diese mal nicht, in seine Entscheidung, einbezog. Das er einfach so voraus setzte, dass seine Entscheidung von mir akzeptiert wurde. Das er an einem schönen Sonnentag in Guben sein würde.

Der Auslöser – Fragen und ehrliche Antworten

Genau dort lag aber der Auslöser. Meine Grenzen wurden überschritten, in Wiederholung.

Für andere mag es Pillepalle sein, wenn sie ungefragt etwas tun sollen oder kurzfristig und unbesprochen eine Planänderung eintritt. Für sie ist es aber nicht Pillepalle! Sie sind damit überfordert. Ihnen geht es schlecht damit, für sie ist es Stress! Sie sind nicht mehr wie früher, sie können das nicht leisten. Plums, das saß. Ich wußte sie hat Recht.

 

Ist für sie einkaufen leicht? NEIN, es ist eine harte Überwindung, kostet Kraft und Nerven, ist Stress.

Ist für sie einkaufen in der Altstadt leicht? NEIN, es ist purer Stress und nur an sehr guten Tagen möglich. Können sie funktionieren, ohne dass es ihnen hinterher schlecht geht? NEIN, es rächt sich immer.

Können sie mit Entscheidungen, die ohne sie, getroffen werden umgehen? NEIN, ich fühle mich ausgeschlossen, ignoriert und wertlos.

Können sie mit kurzfristigen Planänderungen umgehen? NEIN, weil ich mich nicht vorbereiten kann, keine Zeit habe, mich darauf einzustellen.

Woher soll ein andere wissen, wo meine Grenzen sind?

Woher soll Michael wissen, dass er ihre Grenzen überschreitet, wenn sie es ihm, nicht sagen. Wenn sie sich nicht verändern? Wenn sie ihre Grenzen nicht achten und funktionieren? Wenn sie es selbst immer wieder zulassen.

Es geht nicht darum, was er getan hat oder auch nicht. Es geht darum was sie möchten, wo ihre Grenzen sind und dass sie diese nicht nur erkennen, sondern selbst einhalten und sie klar aussprechen.

Meine Erkenntnisse der Therapiestunde

Wenn mich Michael heute Abend fragt, wie die Therapie war, werde ich ihm sagen:

Ich habe in der Therapie angesprochen, dass es mir schlecht ging. Ich habe den Auslöser dafür gesucht und gefunden: Ich habe meine Grenzen nicht beachtet und eingehalten.

 

Ich kann nicht umgehen ungefragt einkaufen zu gehen. Es stresst mich hochgradig. Einkaufen ist für mich immer ein riesiger Kraftakt, der sich durch ungeplante Zusatzaufgaben, noch wesentlich verstärkt. Ich kann mit unbesprochenen Planungsänderungen nicht umgehen. Sie überfordern mich und lassen mich Entscheidungen treffen, die mir nicht gut tun. Es geht mir damit nicht gut. Ich brauche Zeit um sagen zu können, was ich wirklich möchte.

Was ich möchte - Meine Veränderungen

WAS ICH MÖCHTE

Ich möchte, dir ehrlich meine Gedankengänge und Empfindungen sagen.

Ich möchte gern in Entscheidungen einbezogen werden.

Ich möchte gefragt werden und ehrlich antworten.

Ich möchte zeitig genug über Planänderungen oder Aufgaben sprechen, damit ich mich darauf einstellen kann.

Ich möchte meine Grenzen beachten, ohne schlechtes Gewissen.

Ich möchte und kann nicht funktionieren.

Ich möchte MEIN Möglichstes tun.

 

Michael möchte wissen was in der Therapie vorgeht, er ist interessiert. Deshalb erzähle ich ihm davon und wir können gemeinsam lernen, uns vielleicht gemeinsam verändern. Damit es uns gemeinsam gut geht und unsere Beziehung noch besonderer wird. Sie ist für mich etwas Besonderes. Ich liebe ihn. Ich möchte mit ihm leben, bis ans Ende meiner Tage und genau aus diesem Grund, lasse ich ihn gern teilhaben.

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