NEIN - ist der Weg zu mir selbst, um besser zu leben, auch mit der Depression

Ich bin so stark und zeige dir ehrlich meine Grenzen! Ich sage NEIN, wenn ich NEIN meine.

"Nein - ist manchmal der größte Liebesbeweis“ ein Beitrag von Arne Tempel hat mich heute beeindruckt und mich bestärkt mir selbst zu vertrauen.

 

Ich musste und lerne noch Nein zu sagen. Ich neige dazu es ständig zu erklären bzw. mich dafür zu rechtfertigen. Nein, ist ein ganzer Satz - habe ich gelernt. Meistens sage ich, NEIN- das möchte ich nicht, ist mir anfangs sehr schwer über die Lippen gekommen. Es war sehr mit Schuldgefühlen und Verteidigungsbedürfnissen behaftet. Ich hatte ja nie gelernt NEIN zu sagen und sagte viel zu oft JA obwohl ich NEIN meinte.

 

Es war für die meisten Menschen, in meinem Umfeld, ein neuer Satz. Neu war auch, das ich mein NEIN konsequent verfolgte. Natürlich kam es auch vor, dass aus einem klaren Nein, ein klares Ja wurde. Dabei ist von großer Bedeutung, eine klare Entscheidung für sich selbst zu treffen und erst dann eine klare selbstbestimmte Antwort zu geben.

 

Es ist ein langer Weg, von der Erkenntnis bis zur selbstsicheren Anwendung.  

 

Viele Menschen ticken anders, weil sie es anders gelernt haben, selbst Schwierigkeiten mit diesem Wort haben, psychisch Betroffene sind und andere wiederum weil sie es nicht erwarten. NEIN kann, muss aber nicht, ausreichen.

 

Ich mag keine Menschen, die ewig ausholen, um die Dinge herum reden, Probleme totschweigen und nicht zu einer klaren Aussage kommen. Eine klare ehrlich Antwort ist mir wesentlich lieber. Mir muss die Antwort nicht gefallen. Ein klares Ja bzw. Nein, ist eine Antwort und kein Wischiwaschie.

 

Mein Nein stellt keine Verletzung einer Person dar. Nein heißt, ich habe eine klare Entscheidung getroffen. Es ist meine Selbstfürsorge, meine Grenze.

Nein hat seine Wirkung, auf mich und andere

In der letzten Therapiestunde sagte in diesem Zusammenhang meine Therapeutin: "Es ist nicht ihre Aufgabe, darauf zu schauen, welche Bedürfnisse und Trigger ein anderer Patient hat! Das können sie nicht, weil sie nicht jeden kennen. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Nein, ist ihr Bedürfnis und ihre Grenze. Was der andere damit macht, ist allein seine Sache oder Sichtweise". Erst heute nach dem Beitrag von Arne Tempel, habe ich es richtig verstanden. 

 

Immer wieder stoße ich auf Konflikte genau dann, wenn ich für mich Entscheidungen treffe, die auch andere betreffen und ich NEIN sage:

  • jemand fühlt sich verletzt,
  • es führt zu Unverständnis,
  • jemand diskutiert es dauerhaft,
  • es wird strikt abgelehnt, nicht akzeptiert, nicht beachtet,
  • es bedeutet für jemanden Beschneidung der persönlichen Freiheiten,
  • es wird als Ablehnung der Person empfunden,
  • es wird akzeptiere, die Person ist sauer auf mich.

Menschen reagieren unterschiedlich. Unterschiedlich, in Gruppen, in ihrer eigenen Betroffenheit, im Arbeitsleben, in der Familie oder in der Beziehung. Sie alle reagieren unterschiedlich entsprechend ihrer Befindlichkeiten, Betroffenheiten, Bedürfnissen, Triggern und Erwartungshaltungen. Schon an dieser Aufzählung wird mir noch einmal sehr bewusst, ich kann es nicht allen Recht machen. Ich möchte es heute, nach 6 Jahren Therapie, auch nicht mehr.

Klare Entscheidungen für JA oder NEIN

Nicht immer gelingt es mir, eine klare Entscheidung für mich zu treffen. Dies gilt insbesondere in Gruppen oder in der Familie. Ich tappe noch oft in die Falle, es möglichst vielen Recht zu machen und niemanden zu verletzen. Immer wieder zeigt mir meine Psyche, dass es für mich der falsche Weg ist. Sie lässt mir keine Ruhe, bis ich eine Entscheidung für mich selbst getroffen habe.

Auf meinem Weg NEIN-sagen zu lernen und bewusste Entscheidungen für mich selbst zu treffen, habe ich verschiedene Erfahrungen gesammelt.

 

Klare Entscheidungen für JA oder Nein bewirken, dass:

  • es mir selbst gut geht.
  • mein Gedankenkarussel zum Stillstand kommt.
  • meine innere Hochspannung sinkt.
  • ich mich selbst genau hinterfrage – was will ich, was brauche ich.
  • den achtsamen Umgang mit mir selbst.
  • ich ehrlich mit mir selbst und mit anderen bin.
  • ich klar meine Grenzen erkenne und achte.
  • einen großen Schritt, hin zum eigenen Selbstwertgefühl.
  • ich selbst, mein Nein, aushalte.
  • ich für mich selbst einstehe.
  • ich mich selbst überwinde Nein zu sagen.
  • ich an meinem Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl arbeite.
  • ich meinen Schuldgefühlen widerstehe.
  • ich lerne, mich für ein NEIN nicht zu rechtfertigen.
  • ich lerne Konflikte auszuhalten und zu bestehen.
  • ich Menschen, die mir nicht gut tun, los lasse.
  • ich Entscheidungen auch zurück nehmen darf.

Klare Entscheidungen zum JA oder NEIN ist der Weg zu mir selbst, um besser zu leben, auch  mit der Depression. Ich kann nur mein Bestes geben und das tue ich, auch wenn das bedeutet, dass ich NEIN sage! Das hat nichts mit Despoten, General, Macht, Egoismus oder Ablehnung und Abwertung eines Menschen zu tun. NEIN ist meine Grenze! Ich bin so stark und zeige dir offen meine Grenzen! Ich sage NEIN, wenn ich NEIN meine. Wie du damit umgehst, ist deine Entscheidung.