"Ein Boot auf dem Meer"

Facebook-Selbsthilfegruppe

Vielen DANK Sandra, für das wundervolle Foto von meinem Lieblingsbötchen!
Vielen DANK Sandra, für das wundervolle Foto von meinem Lieblingsbötchen!

Vielen Dank Dirk, für das wundervolle Bötchen.
Vielen Dank Dirk, für das wundervolle Bötchen.

 

Besonders Fischerboote haben eine magische Anziehungskraft auf mich.

 

Ich nenne sie liebevoll Bötchen.

 

Meine Bötchen sind gezeichnet vom Leben.

 

Der Lack ist ab, doch sie werden gehegt und gepflegt und verrichten ihr Tagwerk. Wenn ich traurig bin, lege ich meine Sorgen auf ein Bötchen. Es fährt hinaus auf das Meer.

 

Es nimmt meine Sorgen und Nöte mit und übergibt sie draußen dem Meer. Das Meer trägt sie dann fort, ganz weit.


Ein Boot auf dem weiten Meer

Ich bin ein Boot auf dem weiten Meer.

Ich bin depressiv.

 

Ein Boot auf dem Meer, hat den Anker geworfen, weit draußen.

Es findet den Weg in den Hafen nicht.

Es liegt dort, um sich auszuruhen, von der Hast des Alltags.

Es liegt dort, um sich zu erholen, von den Anforderungen des Lebens.

Es liegt dort, um sich selbst Ruhe zu gönnen.

Es liegt dort, weil der Motor streikt.

Ein Boot auf dem weiten Meer.

 

Es träumt von der Unendlichkeit.

Es träumt von den Ufern, mal flach mal steil.

Es träumt von dem sicheren Heimathafen.

Es träumt von Menschen, die sich auf seine Ankunft freuen.

Es träumt von Menschen, die es mögen.

Es träumt von Menschen, die sich mit ihm freuen, auf das Meer.

Es träumt von Menschen, die mit ihm hinaus fahren, ganz weit.

Ein Boot auf dem weiten Meer.

 

Es ist nicht allein.

Es gibt Menschen die mit ihm fahren.

Es findet Freunde, gute Freunde auf seiner Fahrt.

 

Es sehnt sich nach Verständnis und Mtgefühl.

Es sehnt sich nach Akzeptanz und Respekt.

Es sehnt sich nach Wärme und Liebe.

Es sehnt sich nach Miteinander, nach Austausch.

Es sehnt sich nach sicherem Halt.

Es sehnt sich nach seinem Heimathafen.

Ein Boot auf dem weiten Meer.

 

Es wird über stürmisch hohe Wellen geworfen.

Es fährt mit den Wellen mal hoch und mal runter.

Es setzt die Segel in den Wind.

Es es ruht sich aus, wenn das Meer schläft.

Es genießt die Fahrt, bei ruhiger See.

Es gerät ins wanken und neigt sich sehr tief.

Es geht nicht unter, es schwimmt oben auf.

Ein Boot auf dem weiten Meer.

 

Der Weg in den Heimathafen ist weit.

Der Wind streicht über seine Planken.

Der Regen wäscht es sauber.

Die Möwen begrüßen und begleiten es.

Die Ufer, mal steinig und mal sandig, bieten ihm Rast.

Der Hafen ist weit, doch kommt es ihm immer näher.

Ein Boot auf dem weiten Meer.

 

Ein Boot auf dem weiten Meer, findet seinen Hafen, irgendwann. Ganz bestimmt.

 

Heike Pfennig

13.10.2016


Ein Boot auf dem Meer - Eine Idee nimmt Formen an

Seit Juni 2017 ist dieses Foto das Bannerfoto der Gruppe. Es spiegelt die Gruppe sehr schön wieder: Wir sind alle in einem Boot, sind füreinander da, trotzen den Wellen des Meeres(Lebens) und Land ist in Sicht! Vielen Dank Anna Semmerling.
Seit Juni 2017 ist dieses Foto das Bannerfoto der Gruppe. Es spiegelt die Gruppe sehr schön wieder: Wir sind alle in einem Boot, sind füreinander da, trotzen den Wellen des Meeres(Lebens) und Land ist in Sicht! Vielen Dank Anna Semmerling.

Als ich meine Gedanken zu dem Gedicht "Ein Boot auf dem Meer" auf Papier brachte, entstand auch noch eine andere Idee in meinem Kopf. Gedanken wirbelten hin und her. Kann ich das? Mach ich das? Wie mache ich das? Was will ich? Für wen will ich es? Wird es mehr Menschen geben, die wie Tabea denken? Einen Tag und eine Nacht wirbelte alles in mir herum, dann wusste ich, ich werde es versuchen. Mehr als schiefgehen kann es nicht.

 

Meine Idee:

Ich wollte gern Menschen mit Depressionen, Angehörige von depressiv Erkrankten, Menschen die sich mit dem Thema Depression auseinandersetzen wollen und nach Möglichkeit auch Fachleute, verbinden. Ich wollte gern Menschen, wie Tabea, die Möglichkeit geben, mehr über die Krankheit zu erfahren und wollte selbst erfahren wie es Angehörige erleben, wie es Menschen um uns herum erleben.

 

Ich war noch unsicher. Ich erzählte Tabea und Kornelia von meiner Idee und traf auf offene Ohren. Sie machten mir Mut, die Idee umzusetzen. Auch Anke, eine Fachfrau, bestärkte mich in der Idee.

 

 

Ich gründete eine neue Selbsthilfegruppe.

 

Der Name:

Ein Boot auf dem Meer ist, für mich, ein sehr guter Vergleich für das Leben mit Depressionen. Es ist ein ständiges Auf und Ab. Ich bin dem Wasser, dem Licht, dem Wind und dem Regen ausgesetzt. Ich erlebe den Sturm, den Regenguss, den Sonnenschein und die Windstille. Ich finde das eine oder andere Ufer, an dem ich ausruhen, Freude erleben kann, um dann weiter zu fahren. Auf meiner Fahrt zum Heimathafen, steigen Menschen in mein Boot und fahren mit mir, andere steigen wieder aus. Der Weg ist noch weit, doch gemeinsam mit anderen ist es einfacher. Das Boot ist mein sicherer Ort und es findet immer einen sicheren Hafen.

 

Ich gab der Selbsthilfegruppe den Namen: "Ein Boot auf dem Meer".

 

Mein Weg:

Ich suchte, auf verschiedenen Facebook - Seiten zum Thema Depression, Hilfe und Unterstützung. Auch hier traf ich viele Menschen, die meine Idee begrüßten und weiter trugen. 

 

Ich teilte die Gruppe in der Gruppe "Pflegende Angehörige" - dort standen mir Kornelia und Tabea zur Seite.

 

Das Teilen in meiner Gruppe "Dänemarkfreunde - So schön ist Dänemark" war ein Risiko. Es ist eine Gruppe deren Inhalt Dänemark ist und Werbung verboten ist. Ich würde mich also selbst nicht an die Regeln halten. Ich war mir bewusst, dass es heftigen Gegenwind geben könnte. Doch es kam anders.

Meine Dänemarkfreunde sind Klasse. Ich traf auf Akzeptanz, auf  Verständnis und auf Interesse.  

 

Die Mitglieder:

Depressiv Erkrankte, Angehörige, nicht unmittelbar Betroffene und Fachleute fanden den Weg in die Gruppe. Zu meiner Überraschung und Freude stieg die Mitgliederzahl rasant. Ich freu mich.

 

Inzwischen (Feb. 2018) ist die Gruppe sehr gut gewachsen und vereint sehr viele Betroffene, mit unterschiedlichen psychischen Diagnosen. Darüber hinaus haben Angehörige, Interessierte und Fachleute den Weg auf unser Boot gefunden. Das freut mich sehr und ich bin dankbar. Die Gruppe tut mir und anderen gut.

 

DANKE, an alle, die mich unterstützt haben und die mich weiterhin unterstützen!

 

DANKE, an alle, die Interesse an der Gruppe haben. Wir sind nicht allein!

 

Heike Pfennig

13.10.2016 - Die Gründung der SHG "Ein Boot auf dem Meer" ist erfolgt!

SHG - Verabredungen/Regeln

In der Gruppe möchte ich über meine Krankheit und wie ich damit lebe schreiben können und andere dazu ermutigen es mir nachzutun. Ich möchte aber auch meinen Blick erweitern, über den Tellerrand schauen, wie z. B. Angehörige und nicht unmittelbar selbst betroffene Menschen unsere Krankheit erleben. Ich möchte ihnen Einblicke geben, um sie zu stärken, ihnen Mut zu machen bzw. ihr Verständnis zu fördern. Dabei bin ich für jede fachliche, professionelle Hilfe und Unterstützung offen und dankbar. Eure Heike.

Auf ein Wort, zu deiner Sicherheit

Du bist nun auf meinem Boot. Hier hastdu jeden Freiraum, den du für dich brauchst. Du kannst eigeneBeiträge schreiben und kommentieren oder eben auch nicht. Es istüberhaupt nicht wichtig, dass du in der Gruppe deineLebensgeschichte, dein Schicksal oder deine Lebenssituationmitteilst. Ein ganz kurzes Hallo in die Gruppe würde mich sehr freuen. Aber auch das muss nicht sein.

 

Achte auf dich selbst. Selbstfürsorge steht an 1. Stelle. In dieser Gruppe musst du gar nichts, aber du kannst alles tun, was dir selbst hilft. Du musst nicht jeden Tag in der Gruppe präsent sein, nicht jeden Beitrag lesen und kommentieren, nicht beständig im Logbuch kommentieren. Du bist mir auch als stilles, mitlesendes Mitglied wichtig! Alles zu seiner Zeit und du bestimmst.

Die Bootsladung - Inhalte

  1.  Auf meinem Boot haben persönliche Beiträge, zu unseren eigenen Erlebnissen, Erfahrungen, Erinnerungen, Alltagssorgen, Alltagsleben – positiv wie negativ - absoluten Vorrang. 
  2. Blog/Homepage-Beiträge von Crew-Mitgliedern und Fachexperten (Therapeuten, Psychologische Coach, Traumaexperten, Psychologen) sind ebenfalls erwünscht, da diese und wichtiges Hintergrundwissen vermitteln. 
  3. Das Logbuch ist ein „Moment-Erfasser“. Dort können wir uns am Morgen begrüßen, am Abend verabschieden, über Tageserfolge, Tagesvorhaben, Termine, Fotos, Erlebnisse … berichten.  
  4. Wir gratulieren gern zu Geburtstagen oder auch anderen Lebenshöhepunkten (siehe Dateien). Dazu stellt ein Admin (Marcel) einen Glückwunsch, auf der Hauptseite ein. Diesem können wir uns, mit Wort oder Bild, im Kommentar, anschließen. 
  5. Unsere neuen Mitglieder, werden einmal am Tag, durch einen Admin (Heike), mit einem „Willkommenspost“ aufgenommen.

Zur Sicherheit auf dem Boot - Text-Regeln

  1.  Jedes Crew-Mitglied ist wertvoll. An 1. Stelle steht dein Befinden. Jeder kann, muss aber nicht schreiben. Keiner deiner Beitrag ist zu lang, zu dumm, unwichtig. Hier muss sich NIEMAND für seinen Text rechtfertigen oder entschuldigen. Jeder sorgt für sich selbst! Traue dich zu schreiben, zu fragen und um Hilfe zu bitten, wenn du magst. Ich freue mich, über jeden der sich hier aufgehoben und verstanden fühlt. Jeder schreibt oder kommentiert, wenn er dazu bereit ist. Ich freue mich über jeden der es irgendwann schafft, sich zu öffnen. Wunderbar. Du bist nicht allein! Hier ist der Raum wo du Verständnis findest und in den Arm genommen wirst. Hab Mut.
  2. Bei “schwierigen” Themen wie Kindheit, Trauma, Gedankenstrudel, Selbstzweifel, Fragen an das Leben, Frust... oder Unsicherheit im Bezug auf das Thema, schreibe bitte einen TRIGGER! TRIGGER + STICHWÖRTER + 5 Leerzeilen = Text! Durch Stichwörter wie ... Angst, Kindheit, Missbrauch, Unfall, Tod, Frust ... weiß jeder Leser, um welches Thema es geht, ohne den Text angeschaut zu haben. Gut ist auch, wenn ich hier schreibe, in welcher Stimmung ich gerade bin z.B. frustriet, ärgerlich .... bin. Jeder Leser kann sich dann selbst entscheiden er weiter liest oder nicht. TRIGGER heißt = Achtung Selbstfürsorge beachten!
  3. Wir sind keine Profis. Wir können nicht sagen was Richtig oder Falsch ist. Wir können unsere Erfahrungen teilen und uns damit gegenseitig stärken. Aus diesem Grund schreiben wir in der ICH-FORM! (z.B. ich habe es so gemacht..., mir hat geholfen..., mir hat es gut getan...) 
  4. Wir vermeiden SCHUBSEN und RATSCHLÄGE (z.B. du musst Tabletten nehmen..., du darfst das nicht so machen...), PAUSCHALISIERUNGEN (z.B. Tabletten sind doof..., das hat noch nie geholfen...), WERTUNGEN und BELEHURNGEN (z.B. was du sagst ist falsch...), denn jeder Betroffene hat seine Befindlichkeiten, jede Depression ist anders und jeder von uns, geht seinen eigenen Weg. 

Alle in einem Boot - Regeln im Füreinander da sein

  1. “Das Boot auf dem Meer” ist eine private Initiative, ähnlich einer Selbsthilfegruppe vor Ort, die nach bestem Wissen und Gewissen, geführt wird. Alle Crew-Mitglieder sind Betroffene, keine Therapeuten oder Ärzte! Sie kann und will eine erforderliche Therapie durch entsprechend geschulte Personen, nicht ersetzen.
  2. Die Boots-Regeln dienen nicht dazu dich einzuschränken bzw. dein Verhalten zu reglementieren. Sie sind wichtig, damit eine achtungsvolle Kommunikation in der Gruppe stattfinden kann, jeder in der Gruppe seinen „Freiraum“ hat und Crewmitglieder den Mut finden sich hier zu öffnen.
  3. Wir helfen uns durch Zuhören, Anteilnahme, Einbringen eigener Erfahrungen und Selbstreflexion. Insofern gibt es niemanden in der Gruppe, der für das Wohlergehen oder das Vorankommen eines anderen Teilnehmers Verantwortung trägt oder übernimmt. Selbstfürsorge ist für jeden Einzelnen sehr wichtig.
  4. Wir haben Geduld mit uns selbst und anderen! Wir sind achtsam gegenüber uns selbst und anderen. Wir akzeptieren andere Meinungen.
  5. In jeder Gruppe gibt es Unstimmigkeiten. Wenn Du mit etwas unzufrieden bist oder Du dich durch einen Beitrag verletzt wurdest, habe den Mut dies mitzuteilen. Dabei hast du die Wahl, dies im entsprechendem Beitrag zu tun oder über PN einen Admin anzusprechen. Je rascher wir darüber sprechen, je schneller kann ein Konflikt beigelegt werden. Die Gruppe kann für mich auch ein Übungsfeld sein. Ich kann in der Gruppe lernen, mit Konflikten umzugehen. Das hilft mir, auch anderswo Konflikte besser auszuhalten und zu bewältigen!
  6. Nicht jede Situation oder Frage kann beantwortet werden. Das ist so. Wir verstehen uns selbst, ja oft genug nicht.

Das Boot kentert – Unerwünschtes

  1.  ALLE Beiträge in der Gruppe, bleiben in der Gruppe! Es wird NICHTS aus der Gruppe heraus, auf die eigene Chronik geteilt oder gar kopiert! Keine Bilder, keine Fotos, keine Videos, keine Zitate oder Impulse, keine Fachbeiträge. Wenn dir solche Beiträge gefallen, dann gehe auf die Herkunftsseite. Dort kannst du die Beiträge dann teilen.
  2. Gespräche über Medikamente sind nicht erwünscht, da sie gefährlich sein können (was dem einen hilft, muss noch lange nicht dem anderen helfen). Jedes Medikament wirkt speziell, d.h. bei jedem Menschen anders. Wir sind medizinische Laien und daher mit medizinische Fragen überfordert.
  3. Keine Suizid-Gedanken in der Gruppe äußern! Wenn du selbst akut Selbstmordgedanken hast und Hilfe brauchst, dann äußere dies nicht!!! in der Gruppe. Damit sind wir überfordert. Greife zum Seelefon !!!(Rufnummer 01805 - 950 951 und der Festnetznummer 0228 - 71 00 24 24 sowie der E-Mail-Adresse seelefon@psychiatrie.de. Suche dir bitte umgehend professionelle Hilfe vor Ort.
  4. Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Hass und Hetze oder deutliche Abwertung eines anderen sind nicht erwünscht.

Konsequenzen für Regelverletzungen im Boot

  1.  Crew-Mitglieder, die sich nicht an die Gruppenregeln halten, erhalten einen Hinweis über PN, von einem Admin. Dieser Hinweis dient dem Wohl der Gruppe und steht nicht zur Diskussion. Es wird ein entsprechendes Verhalten erwartet.
  2. Beiträge, die nicht den Gruppenregeln entsprechen, werden konsequent, kommentarlos und schnellst möglich, von einem Admin gelöscht. Das Mitglied bekommt dazu eine PN-Information.
  3. Bei gravierender Regelverletzung (siehe Pkt 4 Diskriminierung...) wird sofort und kommentarlos der Beitrag gelöscht und das Mitglied aus der Gruppe ausgeschlossen und blockiert).

 

Stand 17.02.2018

Niemand ist perfekt und ich arbeite nicht daran!