Therapiestunde - Gedenkzeit - "Erschossen" funkt dazwischen

Gedenken an meine Engel – "Erschossen" funkt dazwischen

Foto: Februar 1984 (Fotoapparat war kaputt)
Foto: Februar 1984 (Fotoapparat war kaputt)

Montag, für heute hatte ich mir einiges vorgenommen. Ich wollte pünktlich zu meiner Therapiestunde sein, die nun um eine Stunde früher beginnt. Danach wollte ich meinen „Gedenkzeit“ mit meinem Engel Daniele verbringen. Ich hatte an ihrem Todestag zwar eine Kerze im Freiberger Dom angezündet, doch irgendwie war es nicht richtig, sagt mir meine Seele.

 

Guten Mutes startete ich in den Tag. Die Straßenbahnfahrt wurde meine erste Belastungsprobe. Sie war leider rammelvoll. Ich fand ein sicheres Steh-Plätzchen und konzentrierte mich darauf, nach draußen zu schauen und aufzuzählen was ich dort sah: Fenster, hübsche Gardinen, grünes Gras, welkes Gras, braune Blätter, spitzen Zaun, komische Mütze … So regulierte ich meine Panik und schaffte es pünktlich zur Therapie.

 

 

Nach dem wir diese Fahrt besprochen hatten, kamen wir zum eigentlichen Thema: Wie war es mir nach der Imagination ergangen, hatte sich etwas verändert. Ja, es hatte sich positiv verändert. … Dann sprach meine Therapeutin, dass Wort aus, was ich tunlichst vermied und wiederholt durch andere Wörter ersetzte.

 

Da war es dieses Wort – ihr Stimme klang schrill – das Wort tat mir in der Seele weh und es begann sofort in meinem Kopf zu hämmern – erschossen... erschossen... .

 

Zum Glück hatten wir danach noch andere Themen, die mich erst einmal in Anspruch nahmen. Wir klärten, wie viele Wörter es zu meinem Gefühl – gut – gibt. Ich war sehr überrascht und freute mich. Das Thema werde ich aber gesondert bearbeiten. 

 

Heute fand ich eine Antwort, auf meine Frage: warum ich mich in katholischen pompösen Kirchen wohl fühle und ich dort meinen Engel besuche. Es ist ein Ort meiner Kindheit. Ein positiv besetzter Ort. Ich war als Kind immer mit meiner Oma in der katholischen Kirche. Ich ging dort gern hin und der Pfarrer freute sich stets, wenn er mich sah. Als Belohnung durfte ich dann immer an Heilig Abend die Krippe sehen. Bei meiner Oma durfte ich Kind sein. Da waren keine Verbote, kein schimpfen und meckern, da waren Menschen die mich nahmen wie ich war, Kind. Dort konnte ich frei sein. Das hat sich auf meine Gefühle bzw. deshalb habe ich eine Verbindung zur katholischen Kirche, bis heute. Früher, vor meinem Zusammenbruch, saß ich oft in der katholischen Kirche und weinte. Dort konnte ich um mein Kind weinen und auch Gott, in Gedanken, anschreien. Meistens stehen dort die Gedenkkerzen auch unterhalb von „Maria mit dem Kind“, nicht irgendwo in einer kahlen Ecke. Heute habe ich meine Tränen noch nicht wieder gefunden. Aber ich kann dort, im Herzen, ganz nah bei meinem Engel sein.

Zum Abschied sagte meine Therapeutin: Ich wünsche ihnen eine gute Zeit des Gedenkens und vielleicht können sie ja auch eine Kerze für ihren Bruder anzünden, aber nur wenn es möglich ist.

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Mein Sternenkind hat Geburtstag. Ein Tag der freudigen und traurigen Erinnerungen. Wir hatten eine schöne gemeinsame Zeit, heute!

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Ein trüber grauer Novembertag begann. Der Himmel schickte seine Regentropfen herunter und zeigte ein helles grau. 

Du hast Geburtstag heute. 37 Jahre alt bist du nun schon und ich komme mir so unsagbar alt vor, wenn ich daran denke. 

Ich habe mir für deinen Tag etwas Besonderes vorgenommen. Ich wollte dem Rat meiner Therapeutin folgen. Ich wollte mir, an deinem Tag, etwas Gutes tun. Ich wollte ein paar Stunden mit dir verbringen und froh in schönen Erinnerungen schwelgen.

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Sternenkind oder Engel - Erinnerung, Dankbarkeit und irgendwie Trauer

Sternenkind oder Engel - Erinnerung, Dankbarkeit und irgendwie Trauer

Montag, hast du wieder Geburtstag. Du wirst 37 Jahre alt und bist 35 Jahre ein Sternenkind.

 

All die Jahre ist nur der Schmerz in mir gewesen.

All die Jahre, immer nur die Selbstvorwürfe, besser jedem Wissens.

All die Jahre viele Tränen.

All die Jahre, mit den schrecklichen Bildern.

All die Jahre, mit den schrecklichen Tönen und Lauten und immer wieder mein Schrei in die eiskalte Nacht.

All die Jahre, tief in meinem Herzen, tief in meiner Seele.

 

Die Erinnerungen sind so leibhaftig, dass es schwer ist, ihnen zu begegnen. Es ist als war es gestern.

Damals war kein Mensch da, der hören wollte was in mir tobte. Kein Mensch, der mich in den Arm genommen hat, mir Trost und Zuversicht gegeben hat. Mein Kind war tot und mein Leben lief einfach weiter, als hätte es dich nicht gegeben. Es wurde einfach totgeschwiegen. Ich war mit meinem Kampf, mit meinem Überlebenskampf allein. All die Jahre habe ich nicht wirklich darüber gesprochen. Ich konnte es nicht. Erst in den Jahren der Therapie gelingt es, hin und wieder, Bruchteile davon zu erzählen und es wird der Tag kommen, wo ich alles erzählen kann. Jetzt gibt es Menschen, die mir zuhören und mich halten.

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24.02.1983 - als du über die Regenbogenbrücke gegangen bist. Es ist als wenn es gestern war. Immer noch.

Es ist, als wenn es gestern war, noch immer.

Februar 1983
Februar 1983

Heute, ja heute …

24.02.1983 der Tag, nein die Nacht, in der dein Stern am Himmel aufging.

Eine Nacht, die ich niemals vergessen kann.

Die Erinnerung lebt in mir, in Bild und Ton.  

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Brief an mein Sternenkind. Ich liebe dich. Du bist ganz tief in meinem Herzen.

Liebe Daniele, mein Sternenkind, mein Engel


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Ich habe heute ein Licht angezündet. Ein Licht für mein Sternenkind. Es tat gut ganz nah bei dir zu sein.

Ein Licht für dich, Daniele


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