Verantwortung für mich selbst und für meine Gefühle und ein Stein auf meinem Weg. Er ließ mich nicht stolpern. Er zeigte mir den Weg.

Verantwortung für mich selbst. Ein Stein auf meinem Weg!

Heute habe ich mich zur Therapie gequält. Wieder eine Nacht in der ich im Traum umhergejagt bin und die Angst in mir brodelte. Ich überstand die Straßenbahnfahrt und mühsam erklomm ich den kleine Anstieg zur Klinik. Wie immer versuchte ich die Welt um mich herum wahrzunehmen.

 

An der kleinen Mauer, beim Café "Minou" unterhalb der Klinik, blieb mein Blick an einem Stein hängen. ???

Ein Stein der beschrieben war. Er lag da, einfach so.

Ich nahm ihn auf und las "Verantwortung".

 

"Das war ein Wink mit dem Stein", denn Verantwortung war das Thema, das da in mir brodelte und heute die Therapiestunde füllte.

Auf der Suche nach dem WOHER

Weihnachten, Adventszeit und ich fange wieder an Panik zu schieben. Angst zu haben. Angst diese Zeit mit ihren Anforderungen, unseren Planungen und dem Besuch des Enkelkindes nicht zu bestehen. Wieder zu versagen. Alle finden Advent schön, freuen sich auf Weihnachtsmusik und an mir geht es wieder vorbei ...

Wer stellt die Anforderungen? Wer macht die Planung? Warum macht der Besuch meiner Enkeltochter mich heute schon verrückt? Womit ist die Angst verbunden? Woher kommt die Angst? Fragen über Fragen und alle können sehr gut und leicht beantwortet werden. Ich bin verantwortlich, welche Anforderungen, welche Planung gemacht wird, wie hoch meine eigenen Erwartungen an mich sind und wie es mir damit geht.

Familien-Silvester-Tag mit Hindernissen

Der anstehende Besuch meiner Enkeltochter, zwischen den Feiertagen, war für mich mit heftiger Ablehnung und Angst verbunden. "Schauen sie in sich hinein. Warum ist das so? Woher kommt die Angst?", war der Abschluss der letzten Therapiestunde. Ich habe es getan und meine Lösung gefunden.

 

Ich habe mich selbst hinterfragt, habe mit Michael dazu gesprochen und noch einmal in mich hinein geschaut. Dabei wurde mir sehr bewusst, dass mich das Verhalten meiner Enkeltochter, bei ihrem letzten Besuch an Silvester, getriggert hatte. Der Trigger kommt aus der Vergangenheit und gehört zu einem anderen Kind. Er gehört demnach nicht in diese Zeit.

Darüber hinaus habe ich das Verhalten der Mutter mir gegenüber und meine Konsequenz daraus, auf mein Enkelkind projektiert. Das geht überhaupt nicht. Das Kind kann nichts für das Verhalten der Mutter. Ich schaffte es allein, mit meiner Enkeltochter zu telefonieren. Gemeinsam haben wir besprochen, wie wir ihren Besuch, so gestalten können, dass negative Erfahrungen, möglichst ausgeschlossen werden. So wuchs die Entscheidung, meiner Enkeltochter ihren Wunsch zu erfüllen, auch an Silvester in Dresden sein zu dürfen.

 

Wir werden gemeinsam üben, einen wundervollen Familien-Silvester-Tag zu verbringen.

 

Gemeinsam muss jeder für sich selbst, seine Verantwortung übernehmen. Insbesondere ich, muss für mich selbst Verantwortung übernehmen und nicht für die anderen. Es ist kein anderer dafür verantwortlich wie es mir geht. Ich habe die Verantwortung achtsam mit mir umzugehen und mir genug lange Pausen zu gönnen. Entscheidungen zur Tagesplanung genau, in mir selbst, hinterfragen. Ich muss nicht überall dabei sein! Ich muss nicht den Haushalt, Kind und Aktivitäten wuppen! Ich muss nicht perfekt sein. Ich bin krank und darf für mich selbst sorgen.

Ich darf es mir erlauben. Ich bin für mich verantwortlich. Ich übernehme diese Verantwortung.

Innehalten und üben

Das hört sich jetzt sehr ungewohnt an. Aber wer so wie ich, nie gelernt hat, für sich zu sorgen, für den ist es sehr schwer. Ich muss es immer wieder üben. Einige Dinge, schon lange Zeit gelernt, hervor holen und ganz bewusst anwenden. 

  • Bewusst auf mich achten und meine Grenzen wahrnehmen und selbst!!!! einhalten.
  • Bei Entscheidungen nicht sofort antworten. Pause machen, in mich hinein hören, mich fragen für wen ich die Entscheidung treffe, ob mir die Entscheidung gut tut. Erst, wenn ich mir selbst ganz sicher bin, es tut mir gut, antworten.
  • Der Angst ins Gesicht sehen. Reflektieren wo sie her kommt, zu wem sie gehört und ob sie noch Zeitgemäß ist. Die Angst da lassen wo sie hingehört, in der Vergangenheit.
  • Meine eigenen Erwartungen an mich zurück nehmen und annehmen was ist, Geduld haben.

"Lebenskarte" gibt Bestätigung

Zum Abschluss der Stunde, ließ mich meine Therapeutin eine Karte ziehen. Sie hat jetzt die "Lebenskarten" für sich entdeckt. "Mal sehen, ob die Karte zum Thema passt". Als ich meine Karte (links) gezogen hatte, musste ich lachen. Sie passte genau.

Dann suchte sie mir noch eine Karte heraus. Beide Karten werden mich nun durch die Weihnachtszeit begleiten, mich erinnern und dann ist ja da auch noch der STEIN! 

Ja, ich habe diese Karten eine Zeit lang, jeden Tag genutzt - vergessen. Ich werde sie nun wieder einsetzen, denn sie sind wunderbare Impulsgeber.


Ein Stein auf meinem Weg. Kein Stolperstein - Ein Wegweiser!