Dresden - Weißer Hirsch

Das Gebiet des heutigen Stadtteils Weißer Hirsch war bis ins 16. Jahrhundert weitgehend unbesiedelt und wurde vom Waldgebiet der Dresdner Heide eingenommen. Lediglich die Elbhänge dienten schon frühzeitig dem Weinbau, der meist von begüterten Dresdner Bürgern und Adligen betrieben wurde.

1796 bestand die kleine Gemeinde aus insgesamt 23 Wohngebäuden und zählte nur 75 Einwohner.

 

Um 1840 begann die Entdeckung des Weißen Hirschs als Sommerfrische. Immer mehr Gäste besuchten den 1839 in eine selbstständige Landgemeinde umgewandelten Ort. Für diese richteten die Bewohner in ihren Häusern Fremdenzimmer ein. Später wurde auch eine Gebühr erhoben, Vorläufer der 1891 eingeführten Kurtaxe.

 

1872 erwarb der Seifenfabrikant Ludwig Küntzelmann das Gut Weißer Hirsch und ließ dieses in einzelne Parzellen aufteilen. Nach einer neuen Bauordnung, die gewerbliche Anlagen verbot, entstanden zahlreicheVillen, Fremdenheime und Pensionen. Das alte Herrenhaus von 1756 wurde zum Kurhaus umgebaut und der Ort nun offiziell “Weißer Hirsch - klimatischer Kurort” genannt.

Mit dem Lahmann-Sanatorium erwarb sich der Weiße Hirsch endgültig seinen Namen als Luftkurort von internationaler Bedeutung.

897 war der Weiße Hirsch eigenständige Kirchgemeinde geworden, für die bereits 1889 eine evangelische Kirche erbaut worden war. Eine katholische Kirche folgte 1936.

 

Für verbesserte Verkehrsverhältnisse sorgten die 1899 eröffnete elektrische Straßenbahn sowie die vier Jahre zuvor fertiggestellte Standseilbahn zwischen Luisenhof und Körnerplatz.

 

Am 1. April 1921 erfolgte gegen den Willen der Mehrheit der Einwohner die Zwangseingemeindung der Gemeinde Weißer Hirsch nach Dresden. Ab 7. Januar 1921 wurde die Gemeinde offiziell als “Kurort Weißer Hirsch - Dresden” bezeichnet.

Mit Machtübernahme der Nazis endeten alle Versuche, wieder an den internationalen Standard der Vergangenheit anzuknüpfen. Die Geschichte des Kurortes wurde mit der offiziellen Einstellung des Kurbetriebes per 9. März 1946 endgültig beendet.

 

Stattdessen entwickelte sich der Weiße Hirsch zum beliebten Wohnvorort für prominente Dresdner. U. a. hatten hier nach 1945 der ehemalige Generalfeldmarschall Friedrich Paulus, die Schriftsteller Martin Andersen-Nexö und Ludwig Renn und der sächsische Ministerpräsident Max Seydewitz ihren Wohnsitz. 1955 ließ sich der renommierte Wissenschaftler Manfred von Ardenne nieder, der an der Plattleite sein weltbekanntes Forschungsinstitut ansiedelte. Nicht zuletzt dank privater Initiative gelang es, den Verfall der historischen Bausubstanz zu verzögern. Grundlegende Sanierungen vieler Villen erfolgten jedoch erst nach 1990. Heute dienen viele dieser Gebäude als Büro- und Praxisräume.  Als neues Stadtteilzentrum wurde 1998 am früheren Kurhaus eine Passage mit Gaststätten und Geschäften eingerichtet. Das stark verfallene Lahmann-Sanatorium wird seit 2012 schrittweise saniert und zu einer Wohnanlage umgestaltet.



Vielfältig, idyllisch.  Ich habe heute viel Schönes entdeckt z. B.  die Sternwarte "Manfred von Ardenne" oder die Standseilbahn Dresden. Hier stehen elegante, gepflegte Villen, viele davon im Schweizer-Haus-Stil. Ich kam aus dem Staunen überhaupt nicht mehr heraus. Ein wunderschöner Stadtteil, den ich bestimmt noch öfter erkunden werde.

19.01.2017


Meine Lieblings - Villa


Die Dr. Lahmann - Park - Wohnanlage

Das Lahmann-Sanatorium war eine Kur- und Heilstätte im heutigen Dresdner Stadtteil Weißer Hirsch. Gegründet wurde sie vom Arzt und Naturheilkundler Heinrich Lahmannund trug seinen Namen. Auch wenn es ab 1939 nicht mehr als Sanatorium genutzt wurde und ab 1945 nicht mehr zugänglich war, blieb der Name im Sprachgebrauch erhalten. Das 36.000 Quadratmeter große Gelände liegt am südlichen Rand der Dresdner Heide und wird von der Bautzner Landstraße im Süden und der Stechgrundstraße im Osten begrenzt. Seit 2011 werden die denkmalgeschützten (und noch erhaltenswürdigen) Gebäude saniert sowie neue Wohngebäude auf dem Areal errichtet, das nunmehr als Dr.-Lahmann-Park bezeichnet wird.

 

Das von Kriegseinwirkungen verschonte Sanatorium wurde am 16. August 1945 in „Stadtkrankenhaus Weißer Hirsch“ umbenannt. Die weitläufigen Gebäude dienten als Flüchtlingsunterkunft.

1946 wurde die Familie Lahmann auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) entschädigungslos enteignet. Das nunmehrige Krankenhaus wurde nunmehr bis 1992 als Militärkrankenhaus der Sowjetarmee unter sowjetischer Verwaltung genutzt. In diesen Jahren wurde die Einrichtung des Sanatoriums nahezu unrettbar zerstört und nach dem Auszug des Militärhospitals in einem völlig abgewirtschafteten, teilweise ruinenähnlichen Zustand hinterlassen. Alle Versuche der Alteigentümer auf Rückgabe an sie scheiterten.

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Lahmann-Sanatorium