Neumarkt - Ort für Kultur und Kunst

"Kami" - Mediale Götter des Protestes - Kunst auf dem Neumarkt - Protest als Kunstwerk

"Kami" - Mediale Götter des Protestes

An einem von einem Kran gehaltenen Gestell hängen hintereinander durchsichtige Folienwände.

 

An drei Abenden werden sie erleuchtet, füllen sich die Zwischenräume mit tränengasähnlichem Nebel, in denen fünf Gestalten erscheinen: dunkel gekleidet, die Gesichter von Masken verdeckt.

 

Die Betrachter können unter anderem eine Frau mit Pflastersteinen in den Händen sehen oder auch einen Mann mit Tennisschläger - bereit, abgefeuerte Tränengasgranaten zurückzuschlagen. Verstärkt wird der Eindruck der Projektionen von Soundeffekten, die Stoev kreiert hat. 

 

"Kami" haben die Künstler Bony Stoev und Sven Sauer ihr Projekt genannt, das von Freitag bis Sonntag auf dem Neumarkt in Dresden zu sehen ist. Der japanische Begriff bezeichnet Geister oder Götter, aber auch Emotionen wie Angst, Ehrfurcht und Faszination. In den Bann gezogen wurde das Duo von der Bildberichterstattung über Protestbewegungen und Demonstrationen weltweit.

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Kunst auf dem Neumarkt - In Dresden heulen die Wölfe

In Dresden heulen die Wölfe

In Dresden heulen die Wölfe. Auf dem Neumarkt steht ab dem 16. März 2016 ein riesiges Wolfsrudel. Die Wölfe stehen symbolisch für Hasser, Brandsatz Werfer, Neo-Nazis, wütende Pegidisten und AFDler, die auf Flüchtlinge schießen wollen. 

Das Rudel ist ein Ensemble aus 66 bis zu 2 Meter hohen und in Metall gegossenen „Wolfmenschen“.  Umrahmt werden die Wölfe von 3 Meter langen Informationstafeln, die zu Diskussionen über Rassismus und Gewalt anregen sollen. Am Ende befinden sich leere Tafeln, auf denen die Besucher niederschreiben können, was wir tun können damit niemand mehr hassen muss. 

 

Die Wölfe an der Frauenkirche wirken bedrohlich und werfen Fragen auf:

Was passiert, wenn die Formen der Ordnung und des Zusammenhalts zerbrechen und Fremdenfeindlichkeit sich wie ein Virus ausbreitet? Wenn moralisch-ethische Regeln ihre Gültigkeit verlieren und die Gesellschaft zunehmend von Angst, Gewalt und Verrohung geprägt wird? Wenn blinder Nationalismus sich breitmacht? Wenn Menschen aus der Enge der eigenen Lebensverhältnisse eine Sichtweise entwickeln wie Kaninchen im Stall? Wenn Staaten, der inneren Verrohung folgend, auch nach außen aufrüsten und aggressivere Töne anschlagen würden?

Was also passiert, wenn der Mensch des Menschen Wolf wird? Die Ausstellung: „Die Wölfe sind zurück“ soll das zeigen und uns eine Warnung sein. Geschaffen hat die Figuren der Taschenlampenfabrikant Rainer Opolka. Dresden ist der Auftakt zu einer Tour der Wölfe durch die Hauptstädte aller Bundesländer, die über 1 Million Menschen sehen sollen. Der Künstler will mit der spektakulären Aktion die Bürger anregen mehr gegen Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt zu tun und  das Schweigen über die Rechtsentwicklung zu brechen. „Wir müssen mit den Menschen reden“, so sagt er, „denn wir werden der Rechtsentwicklung nicht dadurch begegnen können, indem wir alle nur nach Berlin starren.“

(Text-Quelle: http://www.diewoelfesindzurueck.de/woelfe-in-dresden/)

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