Schloss Pillnitz

Das Schloss Pillnitz aus dem 18. Jahrhundert liegt an der Elbe in dem ehemaligen Dorf Pillnitz, das heute als Stadtteil zu Dresden gehört. Es besteht im Wesentlichen aus drei Gebäudeteilen, dem an der Elbe liegenden Wasserpalais, dem zum Hang hin gegenüberliegenden Bergpalais und dem diese an der Ostseite verbindenden Neuen Palais.

Der von den Gebäuden eingeschlossene barocke Lustgarten wird durch einen umliegenden Schlosspark ergänzt. 

Schloss Pillnitz ist ein hervorragendes Beispiel für die Chinamode des 18. Jahrhunderts.            

 

Kurz nach Fertigstellung fand 1791 hier eine Fürstenzusammenkunft statt, deren Ergebnis als Pillnitzer Deklaration in die Weltgeschichte einging.

Heute befindet sich im Neuen Palais das Schlossmuseum Pillnitz, während im Berg- und Wasserpalais , das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden untergebracht ist.

Das etwa an dem Platz des heutigen Neuen Palais befindliche Rittergut war eines von zweien auf Pillnitzer Flur, deren Anfänge bis in die Zeit um 1400 zurückreichen. Jenes erstgenannte (untere) Rittergut wurde als verteidigungsfähige Wohnburg ausgebaut (mit Wallgraben und Zugbrücke) und deshalb später auch als Schloss bezeichnet.

 

August der Starke ließ das Renaissanceschloss ab 1720 im barocken Stil um- und ausbauen, nachdem er die Baumaßnahmen bereits 1718 geplant hatte. 1721 wurde am Elbufer das Wasserpalais in Form von drei getrennten Pavillons fertiggestellt. Die Dächer und Gesimse des Wasserpalais vermitteln einen chinesischen Eindruck. August wollte das Schloss „indianisch“ gestaltet wissen, womit orientalisch beziehungsweise asiatisch gemeint war. In den Jahren 1723/24 entstand das Bergpalais als Spiegelbild zum Wasserpalais. Zwischen beiden lag der Lustgarten, südlich das alte Schloss. 1724 wurde die vom Wasserpalais zur Elbe hinunterführende Treppe als Anlegestelle für die aus Dresden eintreffenden Gondeln fertiggestellt und zwischen 1723 und 1725 die Weinbergkirche erbaut. 1725 ließ August den Venustempel errichten, einen oktogonalen Festsaal mit vier angrenzenden Pavillons. 

Das Schloss und der Venustempel fielen am 1. Mai 1818 einem Brand vollständig zum Opfer unversehrt blieben. König Friedrich August I. lies ein neues Palais zu errichten. Bereits 1822 war das Hauptgebäude, in dem sich ein klassizistischer, kuppelgewölbter Festsaal befindet, fertiggestellt. Von 1822 bis 1823 entstand der zur Elbe gelegene Küchenflügel mit der königlichen Hofküche und der Brauerei. Bis 1826 wurde der zum Bergpalais gelegene Kapellenflügel mit der 1830 geweihten katholischen Kapelle errichtet.

Im neuen Palais - Schlossmuseum Pillnitz

Lustwandeln in den Schlossgärten

Während die Gärten am alten Schloss lediglich der Wirtschaft dienten, wurden diese nach Inbesitznahme durch die sächsischen Kurfürsten intensiv erweitert und umgewidmet. Gräfin von Cosel ließ 1712 die Heckengärten pflanzen. Zwischen dem Berg- und dem Wasserpalais entstand der barocke Lustgarten mit Springbrunnen und Boskettanlagen, oberhalb des Bergpalais um 1723 der große Schlossgarten mit seinen zwölf Baumreihen. Andere Erweiterungen waren 1778 der Englische Garten und 1790 der Chinesische Garten. Von 1874 bis 1880 wurde eine Nadelgehölzanlage mit seltenen in- und ausländischen Nadelbäumen angelegt. Die so geschaffene Sammelstätte von Pflanzen aus aller Welt umfasst heute sechs zusammenhängende Gärten auf einer Fläche von 28 Hektar.

Die über 230 Jahre alte und etwa 8,90 Meter hohe Pillnitzer Kamelie gilt als eine botanische Sehenswürdigkeit. 1801 an ihren heutigen Platz gepflanzt, ist sie eine der ältesten japanischen Kamelien in Europa. Im Zeitraum Februar bis April erscheinen bis zu 35.000 Blüten.

Das von 1859 bis 1861 unter Johann von Sachsen als moderne Stahlguss-Konstruktion errichtete Palmenhaus galt damals als das größte Gewächshaus Deutschlands und ist heute eine der ältesten erhaltenen Stahlguss-Glas-Bauten Europas.

Quelle: Wikipedia

Sommer 2016