Dresden - Striesen

Der aus einem slawischen Platzdorf hervorgegangene Stadtteil Striesen wurde 1350 erstmals als Stresen urkundlich erwähnt, wobei der Name von einem Personennamen abgeleitet wurde (Dorf des Streza). Das Dorf, dessen Kern nördlich der heutigen Schandauer Straße lag, besaß ein Vorwerk und bestand aus mehreren Bauerngütern.

Schwer getroffen wurde Striesen während der Napoleonischen Kriege. Da der Ort im Vorfeld der Festung Dresden lag, wurden 1813 über 70 Gehöfte rund um den alten Dorfplatz bei Gefechten zwischen Franzosen und Russen niedergebrannt. Erst nach Ende der Kämpfe konnten die Bewohner ihr Dorf wiederaufbauen, welches bis 1945 sein ländliches Aussehen behielt.   Auch die häufigen Überschwemmungen brachten Not und Leid über den Ort, so in den Jahren 1784 und 1845, wo weite Teile der Dorfflur bis zu zwei Meter hoch unter Wasser standen.

1856 begann mit der Errichtung des ersten Wohnhauses außerhalb des Dorfkerns ein neues Kapitel der Ortsgeschichte. Die Bebauung war in offener Bauweise vorgeschrieben, so dass Striesen zu einem “grünen” Wohnvorort Dresdens wurde. Um die Jahrhundertwende hatte die Bebauung die Ortsgrenze erreicht. Da Striesen im Westen mittlerweile mit der ab 1874 angelegten Johannstadt zusammengewachsen war, wurde der Ort am 1. Juli 1892 nach Dresden eingemeindet.

Um 1900 begann in Striesen die zunehmende Industrialisierung. Von überregionaler Bedeutung war die Striesener Kameraproduktion sowie die Zigarettenherstellung. Bevorzugt siedelten sich diese Unternehmen an der Schandauer Straße an, wo mit dem Ernemann-Turm 1923 ein neues Wahrzeichen des Stadtteils entstand.

Die Luftangriffe vom Februar 1945 trafen auch den Stadtteil Striesen und richteten hier erhebliche Verwüstungen an. Vor allem die Gebäude des früheren Dorfkerns fielen mit wenigen Ausnahmen den Bomben zum Opfer. Getroffen wurden auch die Wohn- und Gewerbegebiete an der Borsberg- und der Schandauer Straße, während die Villenviertel relativ glimpflich davonkamen.

Nach 1990 begann die Sanierung der vorhandenen Altbausubstanz, so dass Striesen heute wieder zu den gefragtesten Wohnlagen in Dresden gehört.

Im früheren Stammhaus der Ernemann-Werke haben seit 1997 die Technischen Sammlungen der Stadt Dresden ihren Sitz. Striesener Industrietraditionen werden heute von der f6 Cigarettenfabrik fortgeführt.


Im Stadtteil Striesen unterwegs

Zwischen Altenberger und Schandauer Straße unterwegs

Heute war ich im Stadtteil Striesen unterwegs, zwischen Altenberger Straße und Schandauer Straße. Hier stehen noch viele alte Villen, mit ihre wundervollen Holzbalkonen. Überrascht war ich von der alten Zigarettenfabrik, die noch immer produziert und dem alten Pentaconwerk, in dem heute die Technischen Sammlungen der Stadt Dresden untergebracht sind. Es gab viel zu entdecken, seht selbst.

Frühling im Stadtteil

mehr lesen