Versöhnungskirche

Die Versöhnungskirche an der Schandauer Straße entstand 1905/09 als zweites evangelisches Gotteshaus in Striesen, nachdem die bisher genutzte Erlöserkirche zu klein für die gewachsene Gemeinde geworden war. Die Pläne für den architektonisch interessanten Bau lieferten die Architekten Gustav Rumpel und Arthur Krutzsch. Beide waren Sieger eines Wettbewerbes, an dem sich zahlreiche Architekten und Professoren der Dresdner Kunstakademie beteiligt hatten. Die Grundsteinlegung erfolgte am 14. September 1905, die endgültige Fertigstellung am 20. Juni 1909.

Der Kirchenbau wurde im neoromanischen Stil unter Einbeziehung von Jugendstilelementen gestaltet. Erstmals in Dresden wurden Kirche und Gemeindehaus zu einem einheitlichen Bau verbunden. Dieses konnte bereits 1907 eingeweiht werden, während bis zur Fertigstellung der Kirche noch zwei weitere Jahre vergingen. Die Innenausstattung der Gebäude stammt von Max Helas und Otto Gußmann. Altar und Kanzel wurden von Georg Wrba bzw. Karl Groß geschaffen und waren wegen ihrer modernen Gestaltung heftig umstritten. Drei bemerkenswerte Glasfenster schuf der Dresdner Glasmaler Paul Rößler. 1908 konnte in der Versöhnungskirche das erste Gußstahlgeläut in Sachsen geweiht werden. Die Glocken überstanden beide Weltkriege und läuten bis heute im Turm, der bis zur Spitze 62 Meter misst.

 

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand in Striesen der Wunsch nach einer Ehrung der gefallenen Soldaten des Stadtteils. Im Gegensatz zu vielen anderen Orten entschied man sich jedoch nicht zur Aufstellung eines Kriegerdenkmals, sondern ließ stattdessen einen Brunnen im Innenhof des Kreuzganges anfertigen. Die Brunnenfigur stellt “Christus als Tröster der Mühseligen und Beladenen” dar und wurde vom Bildhauer Selmar Werner geschaffen. Am 19. 8. 1928 konnte der durch den Sächsischen Kunstfonds finanzierte Denkmalsbrunnen eingeweiht werden.

In der 1945 unzerstörten Kirche finden heute, neben kirchlichen Veranstaltungen, auch gelegentliche Ausstellungen und Lesungen statt. 1983 wurde mit der Restaurierung des unter Denkmalschutz stehenden Baues begonnen. 2004/06 konnten schließlich auch die in den 50er Jahren teilweise übermalten Wandbilder im Gemeindehaus originalgetreu wiederhergestellt werden. 

 

 

Öffnungszeiten für Besichtigungen: Mittwoch 17-19 Uhr