Gedanken um Suizid – Selbstmord – Freitod – Wenn das Leben zu viel wird - Wenn du den Glauben an das Leben verlierst

Wenn das Leben zu viel wird

Vorwort:

„Die Zahl der Selbstmorde ist seit den 80er Jahren kontinuierlich gesunken, trotzdem sterben in Deutschland nach wie vor deutlich mehr Menschen durch Suizide als durch Verkehrsunfälle, Mord, illegale Drogen und Aids zusammen.

 

Laut offizieller Statistik nehmen sich jedes Jahr ca. 10.000 Menschen das Leben, weitere 100.000 versuchen es – seit 2010 steigt die Tendenz wieder leicht.“

 

„Das bedeutet, dass sich alle 53 Minuten ein Mensch das Leben nimmt.“

 

Textquelle: www.fuerstenberg-institut.de

Nachricht über einen Suizid

Heute erschreckt mich die Freitod-Nachricht eines Promis.

Sie ist in allen Nachrichten, in aller Munde.

Wer berichtet über die vielen anderen Menschen, die des Lebens müde?

Niemand. Vielleicht die Todesanzeige in der regionalen Tageszeitung.

Jede Stunde geht ein Mensch freiwillig aus dem Leben.

Jeder dieser Menschen, ist einer zu viel.

Er hinterlässt Angehörige und Freunde, in tiefem Schmerz und

mit unbeantworteten Fragen, die ein Leben lang in der Seele bohren.

Ja, auch ich habe versucht mir das Leben zu nehmen.

Damals, als ich mein Kind verlor.

Mein Leben war die Hölle und mein Kind war alles was ich hatte.

Es war niemand da, der mir half, der mir zuhörte, der sich um mich sorgte.

Das Schicksal, Gott und mein ungeborenes Kind wollten das ich lebe.

Es kam kein Zug, obwohl ich unendlich lange wartete.

Dann stieg ich von den Gleisen und ging zurück in meine Hölle.

Ja, auch ich dachte über den Tod nach, manchmal.

Als die Depression mich aus dem aktiven Leben nahm,

ich vor dem Scherbenhaufen meines Lebens stand,

mein ganzes Leben, mein ganzer Schmerz, all meine Verletzungen über mich herfielen,

meine Gedankenstrudel sich tagein, tagaus in mir drehten,

kein positiver Funke meine Seele erreichte,

meine Augen keine Farben des Lebens wahrnahmen,

meine Ohren nichts mehr hören wollten,

kein Mensch mehr mein Herz erreichte,

dachte ich darüber nach, wie es wäre, am Morgen nicht mehr aufzuwachen.

 

In den Tagen, als jeder Schritt ein Schwerlasttransport meiner Selbst war,

ich tagelang ungewaschen, ungekämmt einfach nur da saß oder schlief,

es mir egal war ob es gerade Tag oder Nacht war,

meine Wohnung ein Schmutz- und Durcheinander - Asyl war,

meine Gedanken im negativen Nichts schwirrten,

meine Nerven wie Glühwürmchen durch die Blutbahn tanzten,

meine Gefühle und Emotionen versiegten,

die Angst vor allem und nichts mich beherrschte,

ich mich von der Außenwelt komplett zurück zog,

ich kaum Menschen ertragen konnte,

ich war so unheimlich leer und dachte darüber nach aufzugeben. 

Warum ich über den Tod nach dachte

Ich dachte und glaubte:

ich bin nicht gut genug für das Leben,

mit mir könnte niemand glücklich leben,

ich bin immer schuld, da ich nichts richtig machen kann,

ich bin nur eine lästige Belastung für andere Menschen,

ich mache anderen Menschen das Leben nur schwer,

ich wollte, dass mein Mann glücklich ist, sich eine neue Frau suchen konnte,

um fröhlich durch sein Leben zu gehen,

Ich dachte nur daran, dass es allen, ohne mich, viel besser gehen würde,

jeder Tag ein Kampf um die selbstverständlichen, kleinen Alltäglichkeiten

ohne Licht und Farbe, in unendlicher Leere

und dann kommt der Gedanke „aufgeben“, „ich will nicht mehr kämpfen“...  STOP!

STOP – Diese Gedanken sind nicht die Wirklichkeit und nicht die Wahrheit!

Ich dachte nicht daran, dass es anderen Menschen weh tut, wenn ich fort bin.

Ich dachte nicht daran, dass andere Menschen, mit MIR glücklich sein möchten.

Ich dachte nicht daran, wie weh Trauer und Verlust tut.

Ich dachte nicht daran, wie schmerzhaft unbeantwortete Fragen sind.

Ich dachte nicht daran, dass ich alle meine Lieben nie wieder sehen würde.

Ich dachte nicht daran, dass ich dann nie mehr ein Gänseblümchen sehen würde.

Ich dachte nicht daran, dass ich dann nie wieder am Meer sein könnte.

 

Als ich meinen Mann weinen sah, brach es mir das Herz.

Ich möchte meinen Mann nie wieder weinen sehen.

Ich hatte und habe Glück! Großes Glück!

Der letzte Funken des Lebens war immer stärker, als die Gedanken an den Tod.

Ich habe einen Mann, der mich wirklich versteht, der mich liebt wie ich bin, weil ich so bin.

Ich habe eine Familie, die mir Verständnis und Freiraum geben, wie ich es brauche.

Ich kann sein wie ich bin, ich brauche keine Maske mehr und muss mich nicht verbiegen.

Mein Willen zurück in das wirkliche Leben zu wollen, hält mich aufrecht.

Ich habe es verdient endlich glücklich zu sein, lässt mich kämpfen.

Ich will mit meinem Mann noch schöne aktive Jahre erleben.

Ich nehme Therapie an und kämpfe um jeden kleinen Schritt. Es geht um MICH.

Nach nun schon 6 Jahren, geht es mir endlich besser.

Ich sehe wieder Licht am Ende des langen Tunnels.

ICH – DU – WIR – MENSCHEN

Ich habe überlebt, nicht um aufzugeben!

Ich habe es verdient zu leben, zu lieben, zu lachen und zu sein wie ich bin!

Ich kann und möchte nun endlich MEIN LEBEN leben!

Ich bin ein wertvoller Mensch, so wie ich bin!

 

Ich habe Hilfe gesucht, gefunden und angenommen. Ob stationär, teilstationär oder ambulant – alle Angebote helfen mir, MEIN ICH zu finden, Erlebnisse zu verarbeiten und MEINEN WEG zu gehen.

 

Bitte, nimm auch du Hilfe an!

 

Ich wünsche jedem einzelnen Betroffenen da draußen, in dieser Welt,

den Mut und die Kraft, geduldig seinen eigenen Weg zu gehen,

sich zu verändern, neu zu lernen und den Glauben an ein schönes Leben!

 

Eure Heike