Hansestadt Greifswald - wundervolle Altstadt, tolle Kirchen und ein fantastischer Museumshafen

Hansestadt Greifswald

Auszug aus der Geschichte der Stadt

Um 1199 - Gründung des Klosters Hilda durch aus Dargun vertriebene Zisterzienser. Das später Eldena genannte Kloster liegt südlich der Ryckmündung.

1241 - Fürst Wizlaw I. von Rügen und Herzog Wartislaw III. von Pommern-Demmin genehmigen dem Kloster Eldena, wöchentlich einen Markt abzuhalten. Es ist der Ausgangspunkt für die Entwicklung der späteren Stadt Greifswald. 

1248 - Unter den in einer Urkunde aufgeführten Besitzungen des Klosters Eldena wird das „oppidum Gripheswald“ genannt – erste urkundliche Erwähnung Greifswalds.

1297 - Wizlaw II., Fürst zu Rügen, verleiht der Stadt Greifswald das Recht, einen Hafen an der Mündung des Rycks anzulegen. Bestätigung 1304 durch Fürst Wizlaw III. 

1310-1363 - Blütezeit Gre ifswalds als Hansestadt.   

1466 - Eröffnung der Greifswalder Universität auf Initiative des Greifswalder Bürgermeisters Dr. Heinrich Rubenow.

1945 - Kampflose Übergabe der Stadt Greifswald an die Rote Armee und damit Rettung der Stadt vor der Zerstörung. 

2005 - Die Stadt (seit 1990 „Hansestadt“) führt die offizielle Bezeichnung „Universitäts- und Hansestadt Greifswald“. 

Dom St. Nikolai

Der Greifswalder Dom ist seit 2008 Kulturdenkmal nationaler Bedeutung. 2013 wurde er von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland zur "Kirche des Jahres 2013" gewählt. St. Nikolai wurde 1280 erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche ist benannt nach dem Heiligen Nikolaus von Myra (um 285 - um 350), der im Mittelalter als Schutzpatron der See- und Kaufleute galt. 1456, im Jahr der Universitätsgründung, fand die Weihung zum Dom statt. Bis heute finden hier akademische Ehrungen und Immatrikulationen statt. St. Nikolai ist die Taufkirche des Malers Caspar David Friedrich (1774 - 1840). Der Kirchenraum ist im neugotischen Stil ausgestattet. Seit 2012 ist die Bibliothek des Geistlichen Ministeriums mit mittelalterlichen Handschriften, Inkunabeln und Büchern öffentlich zugänglich. Der 98 Meter hohe, barock behelmte Turm kann erklommen werden. An hohen Feiertagen erklingt ein ergreifendes Glockenspiel der insgesamt sieben Glocken.

Pfarrkirche St. Marien

Die Marienkirche ist wie der Dom ein Denkmal von nationaler Bedeutung. Die gotische Backsteinkirche, die 1280 erstmals urkundlich als Pfarrkirche Erwähnung fand, wurde als chorlose dreischiffige Hallenkirche errichtet. Der imposante Ostgiebel stammt aus dem Jahr 1360. Die kostbare Kanzel, verziert mit zahlreichen Intarsien, wurde 1587 geschaffen. In St. Marien erklingt Musik auf einer der größten erhaltenen Orgeln, die der Stralsunder Orgelbauer Mehmel (1827 - 1888) schuf. Der Kirchenraum, restauriert von 1980 bis 19833, besticht durch seine klare, schlichte Farbgebung, die am Ende des im 14. Jahrhunderts angelegt wurde. Die Wandmalereien mit der Passionsgeschichte Jesu Christi stammen aus dem Jahre 1411. Das Geläut der Kirche besteht aus 3 Glocken.

Pfarrkirche St. Jacobi

Die kleinste mittelalterliche Stadtpfarrkirche Greifswalds wurde 1275 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1400 erfolgte der Umbau zur dreischiffigen Halle und der Anbau des Chores. Während des 30jährigen Krieges wurde die Kirche als Korn- und Mehllager genutzt. Vollends zerstört wurde die mittelalterliche Innenausstattung dann in der Zeit der napoleonischen Besetzung Greifswalds von 1807 bis 1813. Einzig der Taufstein aus dem 13. Jahrhundert blieb bewahrt. Der Architekt und Universitätslehrer Johann Gottfried Quistorp begann 1817 mit der Neugestaltung des Kirchenraumes. Nach einem Brand im Jahr 1955 wurde dem Turm 1966 ein neuer Helm aufgesetzt. Die schönen bemalten Chorfenster und auch das gewaltige Kirchendach wurde im 2002 saniert, nachdem St. Jacobi als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum für die vielbeachte norddeutsche Präsentation „Wege der Backsteingotik“ auserkoren worden war. Caspar David Friedrich fertigte zahlreiche Bleistiftzeichnungen und Ölgemälde wie zum Beispiel „Klosterfriedhof im Schnee“ (1818/19) oder auch „Wiesen vor Greifswald“ (1820/22) mit der Jacobikirche im Blickpunkt.

Rund um den Marktplatz

Die Größe des Marktes ist beeindruckend. Auf 11.000 Quadratmeter spannt sich Lausitzer Granit wie ein „fein gewebter Teppich“ von Hauskante zu Hauskante. Die gotischen Wohnspeicher, die Bürgerhäuser mit ihren vielfarbigen Fassaden auf der Nordseite, das Rathaus und die alte Ratsapotheke geben dem Markt mit seinen einladenden Straßencafés einen wirkungsvollen Rahmen. Handel wurde auf diesem Platz bereits im 13. Jahrhundert getrieben. Auch heute finden hier Frischwarenmärkte, Sondermärkte und vielfältige Veranstaltungen statt. 

Der Museumshafen

Der alte Stadthafen ist heute ein lebendiges Museum, das von den Fähigkeiten unserer Vorfahren in der Kunst des traditionellen Boots- und Schiffbaus und von guter Seemannschaft kündet. Mit diesem Anspruch betreibt der Verein Museumshafen Greifswald e.V. den größten Museumshafen Deutschlands. Er ist Heimathafen für eine beachtliche Sammlung alter Fischerreifahrzeuge und Frachtsegler, darunter Ewer, Tjalken, Kutter, Zeesboote und Quatzen. Das älteste Schiff wurde um 1880 auf Kiel gelegt. Die meisten sind als Sportboote in Fahrt, die übrigen als Traditionsschiffe. Letztere dürfen auch mit Gästen an Bord segeln.

Derzeit gehören rund 50 Schiffe zum Greifswalder Museumshafen, alle sind mit Namen und ein paar Informationen in der Schiffsliste aufgeführt. Wer noch ausführlicher im Schiffswesen stöbern möchte, dem seien diese Seiten empfohlen: schiffshistorisches-archiv.de oder tallship-fan.de

Wer ein altes Schiff hat und auch dazugehören möchte, kann sich hier über die Aufnahmekriterien informieren. Und gleich ein passender Hinweis: In Greifswald ist auch eine Museumswerft, organisiert als Selbsthilfewerft, auf der Eigner alter Schiffe alles vorfinden, was das Herz des Holzschiffbauers erfreut. Mehr dazu auf der Website der Museumswerft Greifswald.

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