Das ultimative Weihnachtsdorf heißt Seiffen, im Erzgebirge. Weihnachtsmarkt und Handwerk, toll geschmückte Stadt, offene Werkstätten, alte Weihnachtslieder und

Kurort Seiffen - Spielzeugdorf

Heute machen wir uns auf den Weg nach Seiffen, im Erzgebirge. Wir müssen 69 Km fahren und je höher wir kommen um so dichter wird die Schneedecke. So dauert unsere Anfahrt etwas länger. Aber wir sind sehr einsam unterwegs. Angekommen werden wir auf einen Parkplatz geleitet und zahlen unsere 7,00 Euro Gebühr. 

 

Gespannt machen wir uns auf ins Weihnachtswunderland. Überall stehen Weihnachtsbäume, Herrnhuter Sterne leuchten in allen Farben, Pyramiden und Schwibbögen zeigen ihre schönsten Formen und Lichter. Überall leuchten bunte Weihnachtslaternen am Wegesrand.

 

Die Marktstände reihen sich die lange Hauptstraße entlang, bieten alles für das leibliche Wohl und aus den Stadtlautsprechern klingen Weihnachtslieder, in alter Weise.

 

Die offenen Werkstätten und Läden der Spielzeugmacher reihen sich hier wie Perlen an einer Kette aneinander. Sie sind geöffnet und laden zum schauen und kaufen ein. 

 

Überall bestaunen wir Räuchermänner/frauen, Engel, Weihnachtsmänner, Bergmänner, Nussknacker und allerlei Holzfiguren. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus. Natürlich gibt es auch Pyramiden, groß und klein in Vielfalt von Form und Gestaltung. Schwibbögen, traditionell bis modern und mit Lichtspielen der unterschiedlichsten Weisen. Fantastisch. Wundervoll. Es ist für uns, wie im Weihnachtswunderland.

Der Schwibbogen

Der Schwibbogen, auch Lichtbogen oder Lichterbogen genannt, erleuchtet seit mittlerweile mehr als 250 Jahren die Fenster im Erzgebirge zur Weihnachtszeit und ist damit ein fester Bestandteil derErzgebirgischen Volkskunst. Der erste Erzgebirgische Schwibbogen entstand in Johanngeorgenstadt. Überlieferungen nach, soll der Bergschmied Johann Teller um 1726 den ersten schmiedeeisernen Leuchter in dieser Art angefertigt haben.

 

Einen Schwibbogen aus dem Jahre 1778 kann man noch heute in Johanngeorgenstadt bewundern, welcher motivisch die drei damaligen Erwerbsquellen der Erzgebirgler – den Bergbau, das Schnitzen und das Klöppeln – darstellt. Bei allen gefundenen Schwibbögen war die Anzahl der Kerzen unterschiedlich, jedoch immer ungerade. In der Mitte des Schwibbogens war folglich immer genau eine Kerze positioniert. Auch wenn heutzutage die meisten Schwibbögen aus Holz gefertigt werden, waren sie beispielsweise bis Anfang des 20. Jahrhunderts oft auch aus Metall hergestellt.

 

Der Schwibbogen bzw. Lichterbogen war zunächst ein Ausdruck der Sehnsucht nach Licht. Aufgrund ihrer langen Schichten Untertage sahen die Bergleute besonders zur Winterzeit kaum Tageslicht. Die früheren Schwibbögen stellten daher oft alltägliche Szenen aus dem Bergwerksleben dar. Heutzutage werden aber auch oft die christliche Weihnachtsgeschichte sowie der Wald mit seinen Tieren und die Heimat motivisch dargestellt.

 

Textquelle: https://www.seiffen.com/

Das „Raachermannl“

Seit Ende des 18. Jahrhunderts werden im Erzgebirge Räucherkerzen hergestellt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden diese offen hingestellt und angezündet. Es gab auch bereits verschiedene Figuren und Modelle, die für das Verbrennen der Kerzen hergestellt wurden. Doch erst 1830 entstand der Räuchermann, wie wir ihn heute kennen.

Das erste erzgebirgische Räuchermännchen war ein sogenannter Pfeifenraucher. Noch heute ist diese Art des Räuchermanns in einer Vielzahl zu finden. Das klassische Räuchermännchen besteht aus einer zweigeteilten Holzfigur. Auf dem unteren Teil wird die Räucherkerze angezündet. Der obere Teil des Räuchermanns ist ausgehöhlt und wird auf die Kerze gesteckt. Durch ein Mundloch gelangt der Rauch nach draußen. So entsteht das altbekannte Bild von einer rauchenden kleinen Holzfigur.

 

Was anfangs als praktische Abdeckung für Räucherkerzen diente, ist heute das Räuchermännchen. Der Räuchermann, auch „Raachermannl“ genannt, ist fester Bestandteil der erzgebirgischen Volkskunst und Aushängeschild für diese Tradition. Aus heimischen Hölzern von Laubbäumen, wie Ahorn, Birke, Buche, Erle, Fichte oder Linde werden diese in liebevoller Handarbeit gedrechselt. Seit jeher zeigen die Räuchermännchen verschiedene traditionelle Berufe der Region. Bergleute, Soldaten oder auch Kloßfrauen sind bekannte Ausführungen. 

Textquelle: https://www.seiffen.com/

Erzgebirgische Weihnachtspyramide

Im Mittelalter gab es in Europa verschiedene Bräuche, um das „Böse“ in dunklen Zeiten abzuwenden. Die einen hangen dafür immergrüne Zweige in der Wohnung auf. Andere versuchten mit der Kraft des Lichtes das Unheil zu vertreiben. Vereint wurden diese beiden Bräuche in Deutschland im 18. Jahrhundert, in den damals bekannten Lichtergestellen.

 

Die Bergleute im Erzgebirge erinnerte dieses Lichtergestell an die Form eines Göpels. Dabei handelte es sich zumeist um eine von Pferden angetriebene Förderanlage, die im Bergbau zum Einsatz kam. Die Bergleute begannen im leeren Göpel handgefertigte Holzfiguren zu stellen. Damit wurde der Grundstein der heutigen Weihnachtspyramide aus dem Erzgebirge gelegt.

 

Erst um 1830, als Paraffin für die günstige Herstellung von Kerzen entdeckt wurde, entstand allmählich die Weihnachtspyramide, wie wir sie heute kennen. Mit Kerzen und verschiedenen Motiven wurden diese Weihnachtspyramiden verziert. Figuren zu Themen, wie die Geburt Christi, dem Bergbau oder den Tieren des Waldes, wurden auf Tellern dazu gestellt. Bewegliche Elemente gab es bis dato aber noch nicht. Mit der Zeit wurde ein Stab in der Mitte des Gestells angebracht, an dem oben ein Flügelrad befestigt ist, welches sich und die einzelnen Ebenen durch die aufsteigende Kerzenwärme in Bewegung bringt. Auf den Ebenen, den sogenannten Drehtellern, wurden handgefertigte Holzfiguren platziert.

 

Die Bewohner im Erzgebirge sind auf dieses Holzkunstwerk besonders stolz. Seit den 1930er Jahren werden die Weihnachtspyramide im Großformat hergestellt, öffentlich aufgestellt und sind weither gut sichtbar. Mittlerweile sind rund 150 solcher Großpyramiden im Erzgebirgskreis zu finden.

Textquelle: https://www.seiffen.com/

Elfpunkt-Engel in langer Tradition

Bei Wendt & Kühn in Grünhainichen erzählen einzigartige Figuren eine faszinierende Geschichte, die 1915 begann. Damals gründeten die beiden Absolventinnen der Königlich-Sächsischen Kunstgewerbeschule, Grete Wendt (1887-1979) und Margarete Kühn ein Unternehmen, das 100 Jahre später weltbekannt sein sollte. Bis heute wird diese Vermächtnis fortgeführt. Noch heute wird aus dem reichen Fundus der künstlerischen Hinterlassenschaft geschöpft. Bis zum heutigen Tag sind sie die Grundlage für alle mustergetreuen Fertigungen.

https://www.wendt-kuehn.de/

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