"Kami" - Mediale Götter des Protestes - Kunst auf dem Neumarkt - Protest als Kunstwerk

"Kami" - Mediale Götter des Protestes

An einem von einem Kran gehaltenen Gestell hängen hintereinander durchsichtige Folienwände.

 

An drei Abenden werden sie erleuchtet, füllen sich die Zwischenräume mit tränengasähnlichem Nebel, in denen fünf Gestalten erscheinen: dunkel gekleidet, die Gesichter von Masken verdeckt.

 

Die Betrachter können unter anderem eine Frau mit Pflastersteinen in den Händen sehen oder auch einen Mann mit Tennisschläger - bereit, abgefeuerte Tränengasgranaten zurückzuschlagen. Verstärkt wird der Eindruck der Projektionen von Soundeffekten, die Stoev kreiert hat. 

 

"Kami" haben die Künstler Bony Stoev und Sven Sauer ihr Projekt genannt, das von Freitag bis Sonntag auf dem Neumarkt in Dresden zu sehen ist. Der japanische Begriff bezeichnet Geister oder Götter, aber auch Emotionen wie Angst, Ehrfurcht und Faszination. In den Bann gezogen wurde das Duo von der Bildberichterstattung über Protestbewegungen und Demonstrationen weltweit.

Bilder lenken Denken

Besonders Sauer verfolgte deren Entwicklung und vor allem deren Darstellung in den Medien. Gibt es stereotype Bildmotive von Demonstrationen, die besondere Emotionen beim Betrachter auslösen, vielleicht auch sein Denken in eine bestimmte Richtung lenken? Die Kunstinstallation in Dresden kann als ein Antwortversuch angesehen werden. Sauer wählte besonders prägnante Motive und setzte die Charaktere künstlerisch um.

SZ-Online schreibt: "Der Wind fährt durch fünf Folienkästen, die an einem riesigen Kran hängen. Plötzlich Licht: Zwischen den Folien erscheinen lebensgroße Figuren, eingehüllt von Nebelschwaden. Je nach Beleuchtung sind sie gut mit ihren neonroten oder grünen Masken im Gesicht zu erkennen oder nur zu erahnen. Aus den Lautsprechern um die Figuren ertönen fast sphärisch anmutende Klänge."

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