Happy-Coaching zum Thema Gewohnheiten verändern. Was sind Gewohnheiten? Ich möchte meine Gewohnheiten verändern, weil ich keine Maschine bin ...

Ich möchte meine Gewohnheiten verändern, weil ich keine Maschine bin, die einfach funktioniert.

Grundwissen – Gewohnheiten

von Anke Vogler – Happy Coaching

…. Unser Gehirn erzeugt (grob gesagt) Programme, die abgespult werden, wenn ein gewisses Verhalten erzeugt werden soll (die Abläufe werden in den Basalganglien im Gehirn gespeichert und bei Bedarf zusammen abgerufen) - du gehst also einfach ins Bad und greifst zur Zahnbürste und dein Gehirn weiß, was es zu tun hat. Du musst nicht erst überlegen, welche Schritte du nacheinander machen musst. Zu unserer Gewohnheit gehört auch eine Belohnung. Routinen sind also nicht nur bedingt durch einen Auslöser, sondern auch durch eine Belohnung!

 

Was uns oft ein wenig im Weg steht, ist das Gefühl, dass eine neue Gewohnheit am Anfang hat. So als ob man etwas tut, dass nicht zu einem gehört. Aber denk daran: jede Gewohnheit besteht aus einem erlernten Verhalten. Und auch das war mal neu und komisch. Durch die stetige Wiederholung wird es "normal" und fühlt sich dann zugehörig an.

 

"Eine Angewohnheit kann man nicht aus dem Fenster werfen. Man muss sie die Treppe hinuntertragen, Stufe für Stufe." Mark Twain

 

Veränderung MEINER Gewohnheit

Vorwort

Lange stand ich in Abwehrhaltung, diesem Thema gegenüber. Bis ich das nachfolgende Thema „Nein-Sagen“ annahm und bearbeitete. Gewohnheiten habe ich immer mit Handlungen verbunden, wie zum Beispiel das Rauchen oder Kaffee trinken. Natürlich sind es Gewohnheiten, es ist auch Suchtverhalten. Doch für mich ist es auch Belohnung. Ein Veränderung dieser Gewohnheiten kommt für mich, derzeit, noch nicht in Frage. Also was für eine Gewohnheit kann ich verändern?

 

Ich fand die Antwort: Ich verändere die Gewohnheit meiner automatisierten Denkweisen, die durch meine Glaubenssätze belastet sind und damit verändere ich mein Handeln. In der Happy Coaching – Zeit und über die Therapie bin ich mir sehr bewusst, dass meine Gedankenwege mir selbst im Weg stehen. Sie es sind, die meiner Depression Kraft und Halt geben.

Benenne die Gewohnheit, die du ändern willst

Ich möchte die Gewohnheit verändern, ohne vorher nachgedacht, mich selbst beachtet zu haben, wirklich zu wissen was ich möchte – was mir gut tut, Entscheidungen zu treffen. Ich möchte kein JA-Sager mehr sein, der sich ständig anpasst und sich selbst dabei ignoriert.

Erkenne den Auslöser/Reiz

(Gedanken, Situation, Aktion) 

Der Auslöser meiner schnellen Entscheidungen sind meine automatisierten Gedankenwege. Gedanken wie: ich bin nicht gut genug, ich mache es sowieso nicht richtig, ich muss mich anpassen, es ist für …. gut, ich möchte keinen Streit, ich kann nicht anderer Meinung sein, ich bin zu emotional, ich überbewerte die Situation/das Verhalten, ich bin zu sensibel, ich verliere sowieso ...

Wahrnehmen und Beobachten des Auslösers

  • Ich antworte, auf eine Frage, vorschnell mit JA.
  • Ich akzeptiere das Verhalten oder Äußerungen von Michaels jüngster Tochter wie es ist, auch wenn sie mich damit verletzt.
  • Ich ordne mich in die Familie ein, wie es für Michael selbstverständlich ist und es IHM gut tut.
  • Ich ignoriere meine Befindlichkeiten, mein Denken, wenn es um die Familie geht.
  • Ich stelle mein Befinden sofort hinten an, wenn mich jemand um Hilfe bittet.

Belohnung erkennen

  • Ich erfülle mir damit mein Bedürfnis nach einer heilen Familie und guten Beziehung.
  • Ich erfülle mir meinem Bedürfnis Auseinandersetzungen, in denen ich verliere, zu vermeiden.
  • Die Depression belohnt mich damit, dass sie mir zeigt, dass ich falsch entschieden habe. Sie sendet mir Gedankenstrudel und dunkle leere Tage.
  • Spreche ich meine Gedanken aus, setze ich ein STOP, sage ich NEIN, treffe ich Entscheidungen die mir selbst entsprechen, geht es mir besser.
  • Meine Gedankenstrudel lösen sich auf und meine innere Anspannung weicht. Mein Leben ist leichter.
  • Achte ich auf mich selbst, kann ich mit meinen Entscheidungen selbst besser umgehen, mich selbst besser annehmen und habe mehr Energie aktiv zu sein.

Neue Gewohnheit finden, die das Bedürfnis befriedigt

Ich lerne, bei Fragen und Problemen, folgende Wegstrecke einzuhalten.

  • STOP!
  • Halte inne!
  • Wie war die Frage?
  • Wie geht es dir mit der Frage?
  • Was sind deine Möglichkeiten?
  • Für wenn triffst du deine Entscheidung?
  • Geht es dir wirklich gut, mit deiner Entscheidung?
  • Kannst du wirklich mit dem Kompromiss gut umgehen?
  • Ich treffe MEINE Entscheidung, die mir gut tut.

Anwenden und Üben! Belohnung nicht vergessen!

Ich kenne meine Auslöser und ich weiß, dass ich mich verändern möchte, damit ich besser leben kann und für mich selbst einen respektvollen Umgang einfordere.

 

Geduld ist nicht meine Stärke. Doch ich weiß, dass ich nur so an mein Ziel komme, besser zu leben. Ja, ich reagiere auf meine Entscheidungen mit Stress, mein Kopf sendet mir immer wieder Gedanken, zu vermeiden oder mich anzupassen. Er hat es schwer 55 Jahre alte Glaubenssätze und Gedankenwege sowie die daraus folgenden Handlungen zu verändern und zu verinnerlichen. Er lässt mich immer wieder zweifeln, nimmt mir meine Selbstsicherheit.

 

Ich habe gelernt, dass es sich lohnt, dass es immer besser wird, wenn ich konsquent übe. Natürlich gehe ich noch oft auf meinen alten Gedankenwegen, aber ich erkenne es inzwischen sehr gut und habe den Mut genau dann STOP zu sagen und meine Entscheidung entweder zu bestärken oder zu verändern.

 

 

Ja, es ist ein schwerer innerlicher Kampf, der auch oft sehr weh tut. Weh tut, weil ich wieder erkenne, dass ich mich gerade zum 1000sten Mal ignoriere, weil ich einen Weg allein gehen muss, weil ich Menschen loslasse.

 

Ja, es ist ein schwerer innerlicher Kampf, der mir auch gut tut. Gut tut, weil ich mich selbst erkenne, weil ich Selbstbestätigung bei mir selbst finde, weil ich mich nicht verbiege, weil ich sein kann wie ich bin.

Meine Belohnung!

Meine Belohnung (im Kopf) bin ich selbst! Ja, ich selbst!

Diese Überraschung über meine eigenen Gedanken und Erkenntnisse.

Diese Sicherheit richtig zu denken und zu handeln.

Diese Zufriedenheit, wenn ich meine Gedanken geordnet habe.

Diese Erleichterung, wenn ich meine Gedanken und Entscheidungen ausgesprochen habe.

 

Ich bin meine Belohnung! Ich vertraue mir selbst! Alles in mir ist was ich brauche, ist in mir!

 

Belohnung - Zeit für MICH

Ich gehe jetzt auf mein Balkönchen.

Setzte mich zu meinen wunderbar blühenden Geranien und zu meinen lila blühenden Heidekrautpflanzen. Ich schlürfe heißen Kaffee, aus einer große Kaffeetasse, ausgewählt nach meiner Stimmung (Dänemarktasse, Snoopytasse, Meertasse, Bayerntasse oder Michaeltasse). Dazu rauche ich eine, ja auch manchmal zwei, Zigaretten. Ich schaue in den Himmel, auf die bunten Blätter der Bäume, suche das letzte Gänseblümchen auf der Wiese, höre den Vögeln zu, höre die Regentropfen trommeln, höre den Wind um die Häuser sausen, die Straßenbahn surren …

 

Ich bin einfach nur da, so ganz für mich.