02.04.2018-Niederwaldwanderung-Rüdesheim-Assmannshausen-Sessellift-Niederwaslddenkmal-Kabinenlift-Rüdesheim

Niederwaldwanderung

Am Ostermontag machte der Frühling seinem Namen alle Ehre. Er kam mit Sonne und Wärme. Wir fuhren nach Rüdesheim. Heute wollten wir ein kleines Stück UNESCO-Weltkulturerbe Rheingau erwandern. In Rüdesheim, raubte uns die Parkplatzsuche (sehr begrenzt) die Zeit. Auf den letzten Drücker bestiegen wir den Dampfer, der uns nach Assmannshausen brachte. Mit dem Sessellift (für mich gar nicht lustig) ging es hinauf zum Jagdschloss Niederwald.

Von dort aus führte ein guter und ebener Wanderweg zum Niederwald-Denkmal. Aus dem Wald heraus öffnet sich ein großer offener Platz. Dessen Mittelpunkt ist das monumentale Gedenkbauwerk – 38,18 Meter hoch und 75 Tonnen schwer - aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs. Von hier aus haben wir einen wunderbaren Blick über die Weinberge hinunter nach Rüdesheim und hinüber auf Bingen, sowie den Rhein der munter durch das Tal fließt. Mit der Kabinenseilbahn geht es, über die Weinberge hinunter, zurück nach Rüdesheim. Jetzt war Kaffeezeit – Belohnungszeit angesagt. Lecker heiße Waffeln, mit Erdbeeren, Eis und Sahne waren unsere Wahl. Durch die Drosselgasse ging es zurück zum Auto. Ein wundervoller Tag, im wundervollen Rheingau.

Auf dem Rhein - Rüdesheim-Bingen-Assmannshausen

Assmannshausen

Assmannshausen ist ein kleiner, malerisch gelegener Ort an der romantischsten Stelle des Rheins, im nordwestlichsten Zipfel von Hessen. Die Weinbaugemeinde verfügt mit 75 Hektar Rebfläche über die größte zusammenhängende Spätburgunderfläche Deutschlands. Die Rotweintradition in Assmannshausen reicht bis zur Gründung der Gemeinde im Jahre 1108. Berühmt ist der Assmannshäuser Rote vor allem, weil die Reben in sonnenverwöhnten Steillagen direkt über dem Rhein wachsen, deren schieferhaltiger Boden für einen besonders rassigen Wein sorgen. Heute ist Assmannshausen vor allem Erholungsort und Ausflugsziel für Rheinurlauber aus der ganzen Welt und bietet hervorragende Hotels und Pensionen. 

Vom Jagdschloss bis Niederwalddenkmal durch den Niederwald

Am Niederwalddenkmal

Vor dem Niederwalddenkmal zu stehen, ist schon aufgrund der schieren Größe beeindruckend. Die gesamte Anlage ragt 38,18 Meter in die Höhe und wiegt in der Gesamtheit etwa 75 Tonnen. Der auffälligste und gleichzeitig größte Teil ist die auf den oberen Sockel gestellte und weithin sichtbare Germania, die es allein auf 12,5 Meter Höhe und ein Gewicht von rund 32 Tonnen bringt. In den Sockel zu ihren Füßen ist die Hauptinschrift eingemeißelt, die an den Deutsch-Französischen Krieg und die Einigung des Reichs erinnern soll. In Großbuchstaben ist dort zu lesen: „Zum Andenken an die einmuehtige siegreiche Erhebung des deutschen Volkes und an die Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches 1870 – 1871“.

Links und rechts des Hauptreliefs stehen zwei weitere Figuren, die Krieg und Frieden symbolisieren sollen. Die auf der linken, in Richtung Frankreich deutenden Seite stehende Figur ist ein geflügelter Genius, der im antiken Rom als Schutzgeist galt. Mit seiner linken Hand bläst er eine Posaune, in der rechten liegt ein Schwert. Dass dieses nicht erhoben, sondern gesenkt ist, wird als Zeichen des Sieges interpretiert. Der Frieden wird durch einen auf der rechten, deutschen Seite platzierten Engel symbolisiert. Seine Attribute sind ein Füllhorn und ein Ölzweig, die seit Jahrhunderten als Zeichen für Wohlstand und Frieden verstanden werden. Hinter den beiden Figuren sind zwei weitere Nebenreliefs zu finden, die die Themen Krieg und Frieden noch einmal aufgreifen. Auf der linken Seite ist der „Abschied der Krieger“ angebracht, der den Auszug von Soldaten und Landmännern zeigt, während auf der rechten Seite die Rückkehr dargestellt wird.

Direkt darunter befindet sich das Hauptrelief, auf dem insgesamt 133 Personen dargestellt sind. Dabei handelt es sich in erster Linie um Generäle und Fürsten, die bei der Reichsgründung und im vorangegangenen Krieg gegen Frankreich eine wichtige Rolle gespielt haben. Zu sehen sind außerdem ein preußischer Gardist mit Fahne und ein sächsischer Infanterist, der eine Trommel mit sich trägt. Im Zentrum des Reliefs ist Wilhelm I. abgebildet, der als einzige der Figuren auf einem Pferd sitzt und von allen anderen umringt wird. Dadurch wird seine Bedeutung noch einmal gesondert hervorgehoben. Alle gezeigten Personen sind in Lebensgröße dargestellt.

Unterhalb des Hauptreliefs findet sich am Niederwalddenkmal eine weitere Inschrift. Diese zitiert die fünf der sechs Strophen des Liedes „Die Wacht am Rhein„, das vor allem bei den Soldaten während des nur wenige Jahre zurückliegenden Krieges äußerst beliebt war. Darunter steht das letzte wichtige Element des Denkmals: Hier ist dargestellt, wie „Vater Rhein“ ein Wächterhorn an Tochter „Mosel“ übergibt. Damit wird auf die im Zuge des Krieges 1870 und 1871 gemachten Eroberungen angespielt, durch die der Rhein vom Grenzfluss zu einem innerdeutschen Fluss geworden war.

 

Mit der Kabinenseilbahn zurück nach Rüdesheim

Kaffeepause

Drosselgasse

Gerade einmal 144 Meter lang und nur zwei Meter breit ist diese kleine Gasse. Und dennoch hat sie Geschichte geschrieben wie keine andere. Auch aus der Stadtgeschichte von Rüdesheim ist die Drosselgasse einfach nicht mehr wegzudenken. Hier trifft sich die Welt und für manch einen steht sie still – vor Glück. Wer einmal eine laue Sommernacht durchtanzt und weinselig dem Klang des alten Glockenspiels gelauscht hat, der weiß, wovon Drosselgassen-Liebhaber auf der ganzen Welt schwärmen: Es ist die RHEINISCHE FRÖHLICHKEIT.

Die Drosselgasse ist 144 Meter lang und zwei Meter breit.37.508 Pflastersteine wurden verbaut. Das erste Weinhaus - der Drosselhof - eröffnete 1727.Öffnungszeiten: 10.00 bis 24.00 Uhr und manchmal länger. Die Drosselgasse ist das ganze Jahr über geöffnet. Im Januar und Februar gibt es wechselnde Ruhetage. Täglich von Ostern bis Weihnachten spielt die Musik. Eintritt frei.

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