Klosterpark Altzella

Die ehemalige Zisterzienserabtei Marienzell, heute Altzella, galt im Mittelalter als bedeutendstes Kloster in Mittelsachsen. 1162 wurde das Kloster vom damaligen Markgrafen Otto dem Reichen als Grablege seiner Familie gestiftet.

Im Zuge der Reformation wurde das Kloster 1540 mitsamt Grablege aufgelöst. Erst im 18. Jahrhundert besannen sich die Wettiner ihrer Vorfahren, errichteten das Mausoleum und ließen den einzigartigen Park im englischen Stil anlegen. Noch heute verströmt dieser einmalige Ort eine besondere Spiritualität.

Im 13. Jahrhundert wurde der Großteil der Gebäude fertiggestellt. Unter Abt Ludeger erlebte das Kloster seine erste Blütezeit. In dieser Zeit soll die Bibliothek bereits gut ausgestattet gewesen sein und der »Sachsenspiegel«, das älteste Rechtsbuch in deutscher Sprache entstanden sein. Marienzell dehnte sich stetig aus und zu Hochzeiten lebten hier etwa 250 Mönche. Mit der Gründung des Tochterklosters Neuzelle um 1268 bürgerte sich der Name »Altzelle« ein.

Mit der Reformation löste Herzog Heinrich der Fromme von Sachsen 1540 eines der bedeutendsten Klöster Mitteldeutschlands auf. Die Gebäude ließ Kurfürst August I. ab den 1550er-Jahren systematisch abtragen, um Baumaterial zu gewinnen. Das Renaissanceschloss und die Stadtkirche in Nossen profitierten davon. 

Erst Ende des 17. Jahrhunderts besannen sich die Wettiner ihrer hier begrabenen Vorfahren und ließen eine Begräbniskapelle errichten, die jedoch unfertig blieb und erst 1794 als ein klassizistisches Mausoleum beendet wurde. Hofgärtner Johann Gottfried Hübler gestaltete das Gelände des ehemaligen Klosters in eine romantische Parkanlage um, ließ Ruinenreste abreißen oder integrierte sie in die Parkanlage.

Ein Gärtner pflegte die Anlage im 20. Jahrhundert und bot Führungen an, bis der Park öffentlich zugänglich wurde. Seit 1905 werden feste Eintrittsgelder erhoben. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der Entschluss, die Parkanlage nach dem Vorbild von 1800 nachzugestalten. Ausgrabungen auf dem Klostergelände fanden statt und die Grundrisse der Stiftskirche wurden nachgebildet. 1993 geht der Klosterpark Altzella in den Besitz des Freistaates Sachsen über, der die verbliebenen Gebäude bestmöglich wiederherstellte und Ausstellungsräume einrichtete.

Text - Quelle: www.kosterpark-altzella.de