Schloss Nossen

1185 werden erstmals die Ritter von Nuzzin als Besitzer einer Burg auf dem Felssporn benannt. Wie die Burg aussah, ist jedoch unbekannt. 1315 übernehmen die Bischöfe von Meißen die Burg, bis sie sie 1436 an das Kloster Altzella verkaufen. Bis zur Klosterauflösung 1540 bleibt das Schloss Rückzugsort für den Abt. 

Nach der Reformation wurde der einstige Klosterbesitz von Altzella zum Amt Nossen. Seinen Sitz erhielt es auf der Burg Nossen, die der Kurfürst August ab 1554 mit Abbruchmaterial aus dem Kloster zum repräsentativen Renaissanceschloss umbauen ließ. Aus dieser Zeit stammt der Westteil mit den drei an das Moritzburger Schloss erinnernden Rundtürmen sowie dem Riesensaal, von dem heute noch Teile als Veranstaltungsräume dienen. Seine heutige Gestalt hat das Schloss seit dem Ende des 17. Jahrhunderts.

1630 wurde Schloss Nossen auch Sitz des Amtshauptmannes und diente bis zum 19. Jahrhundert vor allem zur Verwaltung. Hier befanden sich das Rentamt sowie das Justizamt mit Gerichtsamt und Kerkern. Ab dem 19. Jahrhundert »verwaiste« es zunehmend und wurde unter anderem als Außenstelle der Waldheimer Strafanstalt, als städtisches Heimatmuseum und als Wohnraum genutzt. 

1945 wurde das Amt Nossen aufgelöst. Das Heimatmuseum Nossen bezog weitere Räume im Westflügel. 1993 übernahm der Freistaat Sachsen das Schloss und zog es mit dem Kloster Altzella zu einer Verwaltungseinheit zusammen. Seit 1996 präsentieren Dauer- und Sonderausstellungen die wechselhafte Geschichte des Ortes und erinnern an den fast vergessenen Adel in Sachsen.

Sonderausstellung - Reformation und Adel

"Bekenne dich! Der sächsische Adel im Glaubensstreit"

Die neue Sonderausstellung zeichnet vor dem Hintergrund der einschneidenden Entwicklungen im Zuge der Reformation im 16. Jhd. die Lebenswege und Positionen sächsischer Adliger nach. Denn unter Ihnen gab es Sieger wie Verlierer. So ist das Wirken der Herren von Einsiedel auf Gnandstein als frühe Anhänger der Reformation gut dokumentiert. Beispielhaft scheint auch die Familie von Schönberg, die quasi zerrissen war: während Anton von Schönberg seine Lehngüter aufgeben musste, da er zum Luthertum übergewechselt war, machte dessen Bruder Nikolaus Karriere an der päpstlichen Kurie in Rom.

Schloss Nossen diente als Ritterburg, Abtssitz und kurfürstliches Jagdschloss. Später dann als Amts- und Richtstätte, wovon heute noch Turmverlies und Gefängniszellen erzählen. Die Ausstellungsteile erzählen über die wechselvolle Geschichte des Schlosses, von hohen Gästen wie Napoleon und der Gräfin Cosel und zeichnen die Spuren sächsischer Adelsgeschlechter fernab des hohen Hofes nach.

Seit 2012 widmen sich jährlich wechselnde Sonderausstellungen dem sächsischen Adel, seinem Leben und Wirken.

Schloss Nossen diente in seiner Vergangenheit als Ritterburg, Abtssitz, kurfürstliches Jagdschloss und Amtssitz. Im 1. OG des Westflügels erfahren Sie mehr zur Amts- und Jagdschlossgeschichte, können sich über die Entwicklung des Münzwesens und die neuzeitliche Rechtssprechung informieren. Eine Figurenszene mit Audioinstallation inszeniert eine authentische Gerichtsverhandlung auf dem Amt Nossen. Im Kurfürsten- und Kaminzimmer lassen sich die einstige Pracht des Jagdschlosses erahnen.

Der Keller im Südturm des Westflügels - auch Lips-Tullian-Turm genannt - beherbergt ein ca. 10m tiefes Verlies. Ein Hörspiel illustriert das Schicksal eines der Insassen. In der Frohnfeste können ein Folterverlies (Rekonstruktion) und neuzeitliche Zellen aus der Zeit als Strafanstalt besichtigt werden.

Text - Quelle: www. schloss nossen de.