Schloss Weesenstein - Barockgarten - Brauerei - königliche Zeit für die Seele

Schloss Weesenstein

Schloss Weesenstein erhebt sich auf einem Felsvorsprung aus Knotenglimmerschiefer mit Quarziteinlagerungen über dem Tal der Müglitz etwa 3 km südlich von Dohna im Ortsteil Weesenstein der Gemeinde Müglitztal, 15 Autominuten entfernt von Dresden.

Ort Weesenstein

Weesenstein ist von seiner Siedlungsform her eine Gutssiedlung mit Häuslerzeilen. Der Ort befindet sich im ca. 30 Meter tiefen Kerbsohlental, am linken Ufer der Müglitz, die nach Norden fließt.

Weesenstein wurde im Jahre 1318 als Weysinberg erstmals urkundlich erwähnt und war damals als Hus verfasst. 1436 ist Wesenstein / Weißenstein als castrum bezeichnet und untersteht der Pflege Dohna, später dem Amt Pirna.

Die Grundherrschaft lag beim Rittergut Weesenstein, welches zwischen 1551 und 1858 dokumentiert ist.

Der Ort Weesenstein wurde beim Hochwasser im Osterzgebirge 1927 verheerend betroffen. (Quelle: Wikipedia)

Das Augusthochwasser von 2002 hatte für den Ort sowie für den Schlosspark verheerende Auswirkungen. Der alte Ortskern in der Nähe der dramatisch angeschwollenen Müglitz wurde fast vollständig zerstört. Der Schlossgarten war nach dem Rückzug des Flusses in das alte Flussbett mit Unrat und Schlamm bedeckt. Die Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten dauerten bis 2007. (Quelle: Stadtwiki Dresden)

Schlossansichten

Vor mehr als 800 Jahren begann archäologischen Funden nach die Geschichte von Schloss Weesenstein. Als mittelalterliche Wehranlage wurde sie zum ersten Mal 1318 urkundlich als »Weysinberg, dem huse«. erwähnt . Zu diesem Zeitpunkt gehörte Weesenstein zur reichsunmittelbaren Burggrafschaft Dohna.

Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts vertraten die Burggrafen von Dohna als Unterbeamte die Interessen des Kaisers in der Burggrafschaft.

Über zwölf Generationen hinweg – von 1406 bis 1772 – hatte die Familie von Bünau die Herrschaft Weesenstein inne. Vor allem im 15. und 16. Jahrhundert zählte die Weesensteiner Linie des Geschlechtes zu den einflussreichsten und vermögendsten Adelshäusern in Sachsen.

Entgegen des Zeitgeistes erwarb eine Frau, Johanna Christiana von Uckermann, Gemahlin des hessischen Geheimrates und Generalpostintendanten Johann Jacob, das Schloss Weesenstein im Jahr 1772.

 

1830 konnte Anton der Gütige (König Anton von Sachsen) sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen und erwarb Weesenstein für 360.000 Taler. Bis 1917 verblieb Weesenstein im unmittelbaren Besitz des Hauses Wettin. Berühmtester Weesenstein-Besitzer war jedoch dessen Neffe, der spätere König Johann von Sachsen, der weniger als Staatsmann denn als Philosoph und Wissenschaftler bis heute große Achtung genießt. Unter dem Pseudonym Philalethes - Freund der Wahrheit - schuf er eine Übersetzung der „Göttlichen Komödie“ des mittelalterlichen Gelehrten Dante Alighieri, die noch heute als unübertroffene wissenschaftliche Leistung gilt.

1933 erwarb der Landesverein Sächsischer Heimatschutz mit Hilfe von Spenden der Bevölkerung die Weesensteiner Anlage und gründete ein Jahr später das bis heute bestehende Museum. Im Zweiten Weltkrieg wurden in den Räumen des Schlosses zahlreiche Dresdner Kunstschätze untergebracht. Nach 1945 waren Schloss und Park in Trägerschaft der Gemeinde Weesenstein. Heute sind Schloss und Park Weesenstein im Besitz des Freistaates Sachsen.

Blick von der Schlossbrücke auf den Garten 2002 und 2017

Lustwandeln im barocken Schlossgarten

Rosen aus aller Welt

Lustwandeln im englischen Schlossgarten

Hinter den Schlossmauern

Schlossbrauerei und Schlossküche - hier wird noch selbst Bier gebraut

. . . Die Schlossbrauerei Weesenstein braut seit dem 8. August 1999 wieder Bier. Das Brauen auf dem Weesenstein lässt sich bis in das Jahr 1510 zurückverfolgen. Gebraut wurde bis in das Jahr 1863. Wir machen diese Tradition nach einer Pause von 136 Jahren wieder lebendig. 

Der Söller des Schlosses dient als Biergarten und so ist dort neben  dem  alten  Brunnen  zur  damaligen  Förderung des Brauwassers  ein  wundervoller  Blick  über  das  Müglitztal geboten.

 

Es finden alte Maischverfahren (Rezepte) Anwendung. Doldenhopfen aus dem eigenen Hopfengarten wird zum Würzekochen gegeben. Kalte Gär-Temperaturen und lange Lagerzeit schaffen ein Bier (so die Beurteilung eines Brauereilabors), wie es ein solches sonst nirgends gibt: "Wir hatten selbst mehr gesoffen als analysiert". Der Gerstensaft wird aus Holzfässern im Braukeller oder auf Festen ausgeschenkt. Sie können unser Bier natürlich gern mit nach Hause nehmen: So z.B. in der Geschenkkanne, gefüllt mit 2l unseres bernsteinfarbenen Vollbiers... 

Die evangelisch-lutherische Schlosskapelle: Barocke Pracht und kleine gotische, katholische Kapelle in einem Schloss

Die barocke Schlosskapelle bildet den architektonischen und künstlerischen Höhepunkt der gesamten Anlage. Nach den Wünschen der Familie von Bünau ersetzte der 1741 feierlich geweihte repräsentative Kirchenneubau eine kleine gotische Kapelle. Baumeister war Johann George Schmidt, Schüler und Nachfolger des Erbauers der Dresdner Frauenkirche, George Bähr.

 

König Johann von Sachsen, der sich  selbst  um 1850 eine kleine katholische Kapelle im ehemaligen Waschhaus einrichten ließ, öffnete die Schlosskapelle 1870 den Weesensteiner Dorfbewohnern als Pfarrkirche. Heute gehört die Schlosskapelle zum Pfarrbezirk Burkhardswalde. Es finden regelmäßig Andachten und Konzerte statt.

Katholischen Kapelle König Johanns

Evangelisch-Lutherische Kapelle

Das Schlossmuseum

Festsaalarchitektur auf dem Dachboden, Pferdeställe in der fünften Etage, darunter die Kellergewölbe und noch ein Stockwerk tiefer gelegen die herrschaftlichen Wohnräume: In Schloss Weesenstein scheint alles Kopf zu stehen, denn das Gebäude wuchs von oben nach unten. Das Fundament des Schlossturms, der älteste Teil Weesensteins, liegt fünf Etagen über dem Jahrhunderte später gebauten klassizistischen Wintergarten.

Heute lädt unsere Dauerausstellung zu einer Reise in die sächsische Vergangenheit ein. Jedoch in umgekehrter Reihenfolge, denn: Der Weg ins Mittelalter führt nach oben.

"Ein Prinz im Orient. Johann Georg von Sachsen als Reisender, Sammler und Schlossbesitzer" 08.04.2017 bis 03.10.2017

Johann Georg von Sachsen, der letzte wettinische Besitzer von Schloss Weesenstein, gilt als überaus interessante Persönlichkeit. Der Bruder des Königs Friedrich August war als leidenschaftlicher Geschichts- und Kunstkenner bekannt. Frühe Reisen hatten den Prinzen unter anderem nach Griechenland und Russland geführt, wo er Kunstschätze in orthodoxen Kirchen und Klöstern studierte und zahlreiche Ikonen erwarb. Später bereiste er das Osmanische Reich sowie Palästina, Syrien und Ägypten. Hier besuchte er Museen und Ausgrabungen und fotografierte viel. Außerdem kaufte er eine Fülle von Objekten, die für sein Interesse von Bedeutung waren.