Burg Stolpen, eine Wehranlage aus Basaltstein, Festung, Gefängnis, teilweise Ruine

Burg Stolpen, eine Wehranlage aus Basalt

Stolpen liegt im Grenzbereich des Lausitzer Granitmassivs zum Elbsandsteingebirge. Ein Vulkanschlot durchbrach im Erdzeitalter des Tertiär den Granit und bildete die gewaltige Basaltkuppe mit ihren überwiegend fünf- und sechseckigen markanten Säulen. Der Stolpener Basalt ist ein geologisches Naturdenkmal von herausragender Bedeutung. Er prägt ebenso die äußere Erscheinung der Burg und vieler Bauwerke der Stadt, in denen er als Baustein Verwendung fand. Eine vollständig aus Basaltstein errichtete Wehranlage wie Stolpen ist eine bauliche Besonderheit. Der örtliche Säulenbasalt zählt zu den bekanntesten vulkanischen Gesteinsvorkommen im sächsisch-böhmischen Raum. Der Basalt ist ein äußerst harter, zäher und schwarzer Naturstein, der in Stolpen vor 25 Millionen Jahren entstand.

Das kulturhistorisch bedeutende Baudenkmal Burg Stolpen hatte sowohl als Nebenresidenz der meißnischen Bischöfe, als auch für die Zeit der kurfürstlichen Herrschaft, immer landesgeschichtliche Bedeutung. Entsprechend den Erfordernissen und Möglichkeiten der jeweiligen Epoche unterlag die Burg ständigen baulichen Änderungen. Sie erfuhr den Ausbau zum Schloss Stolpen, wurde Festung und ist heute teilweise Ruine. 

Erste unsichere Nachrichten über die Befestigung des Basaltberges gibt es um das Jahr 1100. Der Name Stolpen ist abgeleitet aus dem Slawischen und heißt so viel wie Säule oder Säulenort.

Durch den Ausbau zur Festung im Jahre 1675 erhielt Stolpen eine stärkere militärische Bedeutung. Nach dem Ende des augustinischen Zeitalters 1763 wurde die Garnision aufgelöst. Zwei Jahre später starb die berühmteste Gefangene Stolpens, die Gräfin Cosel, fast 85 jährig auf der Festung. Die bekannteste Mätresse des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs, August des Starken, verbrachte 49 Jahre ihres Lebens unfreiwillig auf Stolpen. Ihre Grabstätte befindet sich in der Stolpener Burgkapelle.

Die Burg zerfiel zunehmend,1773 wurden erste Burgteile wegen Einsturzgefahr abgerissen. Im 19. Jahrhundert bemühten sich Altertumsvereine um die Burgruine, erste Restaurierungsarbeiten fanden statt. Seit 1875 ist die Burg Museum. 1992 kam die Burg wieder in den Besitz des Freistaates Sachsen und wurde als Staatlicher Schlossbetrieb geführt. Seit dieser Zeit erfolgen bis heute unter der Federführung des Freistaates  umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen, um die Burg Stolpen für den Besucher noch attraktiver zu gestalten und die teilweise ruinenhafte Bausubstanz zu sichern.

Der Brunnen auf der Burg Stolpen ist mit seinen reichlich 84 Metern der tiefste Naturstein belassene (unausgebaute) Basaltbrunnen der Erde, der sein Wasser auch in Basalt fasst. Um eine  unabhängige Wasserversorgung mit Wasser auch im Belagerungszustand zu sichern, ordnete der sächsische Kurfürst Christian II. den Bau eines Brunnens an. 

Vier sächsische Bergleute aus Berggießhübel benötigten 24 Jahre bis zur Fertigstellung des beeindruckenden Bauwerkes im Jahre 1632. Mit den traditionellen Werkzeugen Schlegel und Eisen und der Technik des Feuersetzens erreichten sie einen durchschnittlichen Vortrieb von 3 bis 4 Meter pro Jahr, das entspricht 1 bis 1,5 cm pro Arbeitstag. Die Förderung des Wassers erfolgte über ein Tretrad. 

Tief im Keller trafen wir auch das Schlossgespenst