Schloss-Burg Lauenstein - Ein wunderschönes Schloss hoch oben auf dem Felsen

Schloss-Burg Lauenstein

Hoch über dem Müglitztal thront malerisch auf einem steil abfallenden Felsen das Schloss Lauenstein. Es ist ein Kleinod sächsischer Renaissancearchitektur.

 

Auf dem Weg über die A17 nach Altenberg entdeckten wir hoch oben über der Landstraße das Schloss. Google sagte uns dann, das es zu besichtigen ist und versprach spannende Einblicke in die Geschichte des Erzgebirges.

Wir wurden nicht enttäuscht. Für unglaubliche 4,00 Euro Eintritt (nur) bekamen wir eine Fülle von Sehenswertem, Interessantem und Wissenswertem. Das Schloss und die Ausstellungen sind mit viel Liebe bedacht worden. Wir sind total begeistert und wünschten uns, dass noch sehr viele Menschen, dieses Schloss besuchen. Auch die nette Dame an der Kasse, war für uns eine Freude. Sie war sehr dankbar für unsere Worte und vermittelte selbst den Eindruck, dass sie dieses Schloss liebt. Einfach ein wunderbares Erlebnis. Wir kommen wieder, im Sommer, wenn der Schlossgarten und der Kräutergarten in der Blüte steht.

Geschichte

Über den Ursprung der Burg schweigen die historischen Quellen. Gegründet wird Lauenstein sehr wahrsceinlichh um 1200 als eine Grenzburg. Ob diese die Markgrafen von Meißen oder das böhmische Adelsgeschlecht der Hrabischitzer zur Sicherung ihres Landes anlegen lassen, ist ungewiss. Erstmals schriftlich erwähnt ist Lauenstein 1241.

Noch heute erinnert die Ruine auf dem äußeren Felssporn an die mittelalterliche Burg. Das Schloss ist im Wesentlichen vom Stil der Renaissance geprägt. Vom einst dreiflügeligen Schloss sind der Ost- und der Südwestflügel erhalten. Der Nordflügel stürzt Mitte des 19. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit ein. Er wurde bisher nicht wieder aufgebaut.

Der beeindruckende Wappensaal, der Vogelsaal, das Musikzimmer und viele interessante Details zeugen noch heute von der Kunstsinnigkeit des Bauherren Günther von Bünau (1557 - 1619) und der nachfolgenden Generationen der sächsischen Adelsfamilie, die drei Jahrhunderte auf Lauenstein residieren. Qualitätsvolle Porträtplastiken - entstanden Anfang des 17. Jahrhunderts - haben sich in der Kapelle und im Turmzimmer erhalten. Der rekonstruierte Park im Barockstil und der Kräutergarten mit seinen erzgebirgstypischen Nutz- und Zierpflanzen rahmen die Schlossanlage.

Das Hauptschloss wurde in den vergangenen drei Jahrzehnten umfassend saniert und restauriert und beherbergt heute das Osterzgebirgsmuseum.

Der Kerker

Eng verbunden mit der Herrschaft Lauenstein ist die Rechtsgeschichte. Auf Schloss Lauenstein wurde bis Mitte des 19. Jahrhunderts Gericht gehalten. Zahlreiche Akten aus dem 17. und 18. Jahrhundert erlauben uns heute einen Blick in die Zeit der Grafen von Bünau, die das Privileg der Niederen und Hohen Gerichtsbarkeit inne hatten. Das bedeutet, sie durften neben Geld-, Leibes- und Schandstrafen auch über Leben und Tod der Menschen entscheiden.

Ein finsteres Verlies aus dem Mittelalter auf dem Gelände der Burganlage zeugt ebenso vom Umgang mit einstigen Delinquenten wie die Arrestzellen und die Wächterstube aus dem 19. Jahrhundert in den Kellern im Ostflügel des Schlosses.

Insbesondere erfahren Sie Interessantes über die kursächsischen Postmeilensäulen, die August der Starke (1670-1733) aufstellen ließ, aber auch über die Vermessung sächsischer Straßen, die zur damaligen Zeit mit Messkutsche und -karre erfolgte.

Im 18. Jahrhundert entstand im Kurfürstentum Sachsen das erste flächendeckende europäische Verkehrsleitsystem nach römischen Vorbildern an den damaligen überregionalen Verkehrswegen - die kursächsischen Postmeilensäulen. Die Grundlage dafür bildete die Vermessung des Landes durch Adam Friedrich Zürner (1679-1742) mit Entfernungsangaben in Wegstunden (1 Stunde = 4,531 km). Die prächtigen Distanzsäulen, die in vielen Orten Sachsens zu finden sind, erinnern noch heute an das aufwändige Projekt August des Starken.

Wappensaal

Im festlichen Saal mit seiner einzigartigen, prächtigen Stuckdecke aus dem Jahre 1609 erklingen regelmäßig Konzerte, werden Trauungen gefeiert und interessante Vorträge gehalten. Er erinnert an die Kunstsinnigkeit der Herren von Bünau, die das Schloss damals ausbauen ließen.

Die Schlosskapelle

Religion spielte im Leben der einstigen Schlossherren eine bedeutende Rolle. Davon zeugt die Kapelle. Diese wird um 1500 im Stile der Gotik errichtet und im 19. Jahrhundert umgebaut. Wertvolle Konsolköpfe aus Sandstein, die um 1600 geschaffen wurden und zu ihrer Entstehungszeit den großen Trompetersaal zierten, sind hier zu bewundern.

Der Vogelsaal

Der Vogelsaal beeindruckt mit seinen wertvollen Malereien aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Das doppeljochige Sterngewölbe ist mit Renaissance-Ornamenten und Tierdarstellungen bemalt. Auch auf den Fensterlaibungen konnten Restauratoren Fragmente von Wandmalerei freilegen.

Wie der Wald zu dem wurde, was er heute ist, erfahren die Besucher in verschiedenen Räumen der Dauerausstellung. Sie werden in den einstigen Urwald des Osterzgebirges entführt, hören wie früher in den dichten Wäldern der Region die Wölfe heulten und die Braunbären brummten. Hier können die Besucher auch testen, ob sie die Stimmen einiger Waldtiere richtig erkennen.

Mechanicus George Bähr - Baumeister der Dresdner Frauenkirche

Die Biographie George Bährs birgt viele Geheimnisse, auch kennen wir sein Aussehen nicht, denn ein Porträt des Baumeisters ist nicht überliefert. Als Sohn eines Zimmermanns wird er am 15. März 1666 in Fürstenwalde geboren und wächst in Lauenstein auf und lernt das Zimmermannshandwerk. Im Jahr 1693 geht Bähr nach Dresden und arbeitet in der Residenzstadt als Zimmermann. Er nennt sich Künstler und Mechanicus, entwirft Orgelprospekte genauso wie Schlösser und Palais. Mit 39 Jahren berufen die Dresdner Stadtväter Bähr 1705 zum Ratszimmermeister. Sein erster Bau ist die Pfarrkirche von Loschwitz bei Dresden, die 1708 fertiggestellt wird. Bährs Hauptwerk ist die weltberühmte Frauenkirche in Dresden. Kühn und meisterhaft im 18. Jahrhundert errichtet - wurde sie 1945 zerstört, ab 1991 wieder erbaut und im Oktober 2005 fertiggestellt.

An die Südseite des Schlosses lehnt sich der Terrassengarten. Auf den Beeten gedeihen Heil- und Würzkräuter. Erfreuen Sie sich am Duft der Kräuter und lassen Sie sich von der Pflanzenvielfalt überraschen und vom Anblick der schönen Blüten verzaubern.

Osterzgebirgsmuseum Schloss Lauenstein

Stadtteil Lauenstein

01778 Altenberg

 

Eintritt: nur 4,00 Euro 

Öffnungszeiten: Di - So und Feiertage: 10:00 - 16:30 Uhr 

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